19. Juni 2022

Nicht jeder wird in das Himmelreich kommen

Nicht jeder wird in das Himmelreich kommen

Christusgemeinde Emmendingen! Feuer! Und die Gäste denken: Was soll das hier werden? Es ist doch bereits heiß genug.

Eigentlich sollten wir uns für die warmen Tage, Dany, noch etwas anderes überlegen. So etwas wie: Erquickung, Frische, Wind des Herrn.

Ja, Herr, wir danken dir, dass wir gemeinsam hier sein können und jetzt im Gebet vor deinem Thron verweilen. Du siehst die unterschiedlichen Dinge, die unser Herz bis jetzt bewegt haben, doch jetzt soll uns dein Wort komplett erfassen. Wir bitten dich, dass der Wind des Herrn durch die Reihen weht, unsere Herzen stärkt und wir dich, Jesus, hören. Dass wir nicht nur deine Worte mit unseren Ohren hören, sondern dass auch die Ohren unseres Herzens deine Worte vernehmen und wir sie lieb gewinnen, sodass sie auf fruchtbaren Boden fallen und viel Frucht bringen in unserem Leben. Amen.

Wir befinden uns, wie bereits gesagt, immer noch in der Bergpredigt. Matthäus-Evangelium, Kapitel 7 – uns beschäftigen die Verse 15 bis 23. Wenn du eine Bibel dabeihast, dann schlag sie doch auf. Wir werden sehr tief in den Text hineingehen.

In der letzten Predigt haben wir gehört, dass Jesus von uns eine Entscheidung fordert. Wir sollen nicht seine Worte hören und dann einfach wieder nach Hause gehen. Sondern: Entscheide dich für einen Kurs … und zwar aktiv! Entweder bist du für mich oder du bist gegen mich.

Wir haben uns dieses Bild angeschaut: die enge Pforte, der schmale Weg oder die weite Pforte und der breite Weg. Viele sind auf dem breiten Weg unterwegs, aber es sind noch wenige, die bereit sind, die Kosten dafür zu tragen, was es bedeutet, Jesus nachzufolgen.

Und Jesus bleibt im weiteren Verlauf der Bergpredigt, in Bezug auf das Himmelreich Gottes, bei dem Thema, dass es ein Entweder-oder gibt. Es gibt kein Dazwischen. Entweder – oder.

Aber nun beginnt Jesus nicht mit einer Aufforderung zu einer Aktion – dass du etwas aktiv tun sollst, dass du einen Schritt nach vorn gehen sollst. Nein! Er beginnt diesen Abschnitt in Vers 15 mit den Worten: Hütet euch! Hütet euch! Es ist also keine Aktion – dass wir etwas tun sollen, sondern es ist eher ein aufmerksames Achten, das wir zeigen sollen. Habe Vorsicht in dem, was dir im Leben begegnet. Und allein im Matthäus-Evangelium ruft Jesus viermal dazu auf, sich vor negativen Einflüssen zu schützen.

Es ist nicht alles gleich gut, was wir hören. Nur weil jemand über Gott und die Welt spricht, ist das nicht automatisch gut für uns. Aus Jesu Perspektive gibt es sehr negative Einflüsse, die uns prägen und verändern können – die uns sogar beschädigen und zerstören wollen. Also nur, weil jemand den Namen Gottes im Munde führt, heißt es noch lange nicht, dass auch Gott dahintersteckt. Es ist nicht alles Gott, was glänzt. Es ist nicht alles Gott, was glänzt.

In Vers 15 heißt es: Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig, aber sind sie reißende Wölfe. Äußerlich tragen sie Schafskleider. Sie sehen aus, als wären sie Schafe des großen Hirten Jesus Christus. Doch im Innern schlummert ein Wolf.

Hier erklärt Jesus uns, dass es Bedrohungen und Gefahren gibt, die uns schaden werden, wenn wir sie einfach gewähren lassen. Leihen wir ihnen unser Ohr oder schenken wir ihnen unser Vertrauen, werden sie uns Schaden zufügen.

Und diese falschen Gottesmänner, von denen Jesus hier spricht, sind keine kostümierten Schauspieler. Wenn sie nur in der Weltgeschichte herumlaufen und sich als etwas ausgeben, was sie in Wahrheit nicht sind – dann kann uns das zuerst einmal ziemlich egal sein. Was alles in der Welt kursiert – hey, was hat das mit mir zu tun?

Das wäre für uns kein nennenswertes Problem und ist auch nicht das, wovon Jesus hier spricht.

Es sind Menschen, die mit ihrer Agenda andere in Mitleidenschaft ziehen – die sie ins Verderben führen. Wölfe schaden sich nicht selbst. Stattdessen spricht Jesus von Menschen, von denen eine Gefahr ausgeht. Denn sie sind Wölfe, die andere reißen. Ein Wolf lebt sein Wolfsein nicht gegen sich selbst aus. Ein Wolf hat häufig einen Effekt auf sein Gegen-über. Und wenn mir ein Wolf gegenübersteht – dann laufe ich! Mit dem Wolf will ich nichts zu tun haben. Ich werde nicht anfangen, ihn zu dressieren – ich bin sein nächstes Mittagessen.

Jesus sagt: Sie sind die falschen Propheten, diese falschen Gottesmänner. Sie haben Schafskleider an. Doch inwendig sind sie reißende Wölfe. Das ist ihre Identität! Das ist es, was sie am Ende des Tages tun wollen: Sie wollen reißen, sie wollen rauben, sie wollen stehlen.

Und das gleiche Bild verwendet der Apostel Petrus in 1. Petrus 5, Vers 8. Er sagt zur Gemeinde: Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.

So wie Gott dich als Werkzeug gebraucht, um andere zu segnen, genauso gebraucht Satan seine Gefolgsleute – seine Wölfe – um Menschen zu verderben und zu zerstören.

Wenn wir diese Worte von Petrus hören – der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann – dann fragen wir uns: Wie funktioniert das eigentlich?

Hast du schon einmal einen Teufel gesehen? Einige hatten vielleicht solch krasse Begegnungen. Ich glaube, das ist nicht so witzig. Mit der dämonischen Macht Begegnungen zu haben – ist keine schöne Sache! Aber: Wenn du Jesus Christus als Herrn hast, dann ist es am Ende immer eine schöne Sache. Denn der Name Jesus ist stärker als Satan. Amen!

Und diejenigen, die das erlebt haben – es ist ein Moment der Freude, wenn man den Namen Jesus ausspricht, in dem Moment, in dem man mit Menschen zu tun hat, die unter dämonischen Kräften stehen, in denen sich der Satan höchstpersönlich manifestiert. Wenn man dann den Namen Jesu ausruft und der Satan weicht und dann Friede einkehrt, ist das eine wunderbare Angelegenheit. Amen!

Viele haben keinen Teufel gesehen. Der Satan geht umher – was sind das für Freaks, die so etwas glauben? Wie geht denn der Satan umher? Indem er reißende Wölfe sendet! Indem reißende Wölfe unterwegs sind, die Menschen zerstören und geistlich abdriften lassen wollen, damit sie auf falschen Wegen gehen. Und ihren Raubzug begehen die reißenden Wölfe nicht irgendwo. Jesus sagt uns diese Worte, denn er sagt: Sie werden zu euch kommen.

Ich habe eine Frage: Wer hier in diesem Raum ist „euch“? – Die Hände müssten jetzt hochgehen. Ich glaube, ich nehme meine Bibel und suche mir eine biblische Gemeinde. Jesus … ehrlich, was ist das hier für ein Haufen?

Sie werden zu euch kommen. Jesus spricht zu seinen Jüngern. Und wenn du dich als Jünger Jesu identifizierst, wenn du glaubst, dass du ein Kind Gottes bist, wenn du glaubst, dass Gott, der Allmächtige, dein Vater ist – dann warnt Jesus dich. Er sagt: Diese Leute werden zu euch kommen. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass gerade in diesem Augenblick jemand unter uns ist, der ein reißender Wolf ist. Ist dir das bewusst? Ist dir bewusst, dass dort, wo sich die Gemeinde Jesu trifft, Jesus feiert und von ihm gesegnet werden möchte, der Satan nicht weit weg ist?

Hey, wo sollte der Satan sonst sein? Der Satan will dorthin, wo Gottes Segen ist. Warum? Weil er den Segen zunichte-machen will. Denn dort, wo Gott nicht wohnt – wer ist dort Herr? Der Satan höchstpersönlich! Was sollte er sich um Menschen bemühen, die ihm ohnehin schon folgen – ob bewusst oder unbewusst? Dort, wo sich die Gemeinde Gottes versammelt, muss sie damit rechnen, dass auch der Satan präsent ist. Er sucht nach Schlupflöchern, nach Möglichkeiten, um Menschen in Beschlag zu nehmen und sie für seine Werke zu missbrauchen.

Hey, meine Lieben, ihr sagt: Das kann doch nicht sein! In der Gemeinde Jesu, wo Gott so präsent ist, da kann doch der Teufel nicht auch noch präsent sein?

Hast du schon davon gehört, dass Gott höchstpersönlich hier auf Erden wandelte – in der Gestalt von Jesus Christus? In Jesus Christus ist die ganze Fülle der Gottheit präsent. Und er hatte Gefolgsleute, eine kleine Gemeinde mit einigen Jüngern, oder? Und unter ihnen war einer, dessen Herz von Satan erfüllt war. Und er war dort präsent, wo Jesus war! Der Satan hechelt dort hinterher, wo Jesus ist, um zu zerstören und zu verderben, um zu reißen, zu rauben und zu stehlen.

Wir sollten nicht meinen, dass dort, wo Jesus gefeiert wird, immer alles wohlig, süß und schön ist. Der Satan ist hochaktiv – sonntags um 10:30 Uhr.

Und Jesus sagt: Dieser Raubzug wird unter euch vollzogen. Sie werden zu euch kommen. Das bedeutet für uns: Die größte Gefahr für uns Christen ist nicht „da draußen“ in der bösen Welt.

Einige denken: Wir befinden uns innerhalb Schutzmauern – hier ist das Reich Gottes, hier ist der Segen. Wir sind wie unter einer Käseglocke, und man sollte möglichst nicht unter dieser Käseglocke hervorkommen, denn dort lauert die große Gefahr. Dort wartete die Welt auf uns. Ja, die Bibel spricht auch von den Gefahren der Welt, die Welt die Gott nicht kennt – durchaus! Aber die massiven Attacken, die gefahren werden, meine Lieben, die größten Kämpfe, die wir kämpfen, finden innerhalb der Jüngerschaft Jesu statt.

Die größte Gefahr ist innerhalb der Kirche!

Wir sollen nicht wachsam und nüchtern sein, wenn wir durch diese Tür hinausgehen – „Und jetzt bin ich mal wachsam.“ Sondern, mein lieber Freund, genau jetzt ist der Moment, in dem wir wachsam sein müssen! Jetzt ist der Moment, in dem du deine Ohren spitzen musst! Jetzt ist der Moment, in dem wir im Gebet sind und sagen: Herr, leite du uns! Herr, gib uns Sensibilität für das, was du wirkst! Und dort, wo wir mit Dingen konfrontiert werden, die nicht von Gott sind, da lass uns das erkennen!

Jetzt ist der Moment der Nüchternheit und des Wachens – und nicht des Einschlafens, falls einige wegen der Hitze schon dabei sind, die Äuglein zu schließen. Tut es nicht!

Getrieben von der Warnung, die Jesus hier ausspricht, sehen wir, dass Paulus in Apostelgeschichte 20, Verse 28 bis 30, den damaligen Gemeindeleitern Folgendes sagt: Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde. Habt acht auf euch selbst – das ist nicht dieses esoterische Achtsamkeitsding, für das du in der Zeitung tausend Seminare findest. Nein! Wenn die Bibel von Achtsamkeit spricht, dann sagt sie Folgendes: Vers 28: Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten – oder zu weiden – die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes! Vers 29 und 30: Ich weiß – ich vermute nicht! – dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.

Es ist interessant: Paulus verwendet dieselbe Sprache. Ist euch das aufgefallen? Er spricht von Wölfen. Paulus, wie kommst du darauf? Ja, Paulus kannte Jesus. Er wusste, was Jesus gepredigt und gesagt hat. Und deshalb ist er durchdrungen von dem, was Jesus gesagt hat. Das weiß er – und das gibt er weiter! Er gibt es den Gemeindeleitern weiter – so wie uns. Und wir geben es wiederum weiter und sagen: Warnung! Habt acht auf euch selbst und auf die gesamte Herde! Grausame Wölfe werden zu euch hereinkommen. Aus eurer eigenen Mitte werden Leute aufstehen und versuchen, Jünger zu machen. Aber nicht Jünger Jesu – sondern Wolfsjünger! Wolfskinder.

Und für mich ist es wirklich aberwitzig: Jesus konfrontiert uns hier an diesem schönen, sonnigen Tag – an dem wir Kindersegnung feiern – mit diesem Problem. Und einige Christen kommen daher und sagen: Hey, hey, das war damals im ersten Jahrhundert. Wir sind schon darüber hinweg. Wir haben Einheit. Überall, wo Jesus draufsteht und wo ein Kreuz platziert wird – da musst du dir keine Gedanken machen. Da ist Einheit. Da können wir ganz locker beisammen sein und dem Glauben des anderen Vertrauen schenken. Wir müssen nicht so sehr prüfen.

Das ist immer interessant: Du schaust in die kirchliche Landschaft und wenn du dann auf Dinge hinweist, die wirklich schieflaufen in unseren Gemeinden und unter uns Christen, wenn du sagst: Das, was ihr da sagt, hat überhaupt keine Gültigkeit! Dann bekommst du zur Antwort: Warum machst du hier so einen Stress? Warum machst du solche Probleme? Hey, der eine sieht das so, der andere sieht das so. Der predigt das – der predigt das. Ja, das waren Worte für das erste Jahrhundert. Aber wir? Hey, Leute, die Probleme hatten sie im ersten Jahrhundert – als die Apostel unterwegs waren.

Wir sollten sie nicht haben? Sind wir mehr als die Apostel? Sind wir geisterfüllter und weiser geworden als die Jünger Jesu selbst?

Ich glaube, nicht! Ich glaube, nicht! Und wir sollten diese Warnung für uns sehr ernst nehmen.

Auf welchem Kurs sind wir unterwegs? Wem leihen wir unser Gehör und unser Vertrauen?

Und das ist einfach eine nüchterne Betrachtung: Gottes Kinder sollen darauf vorbereitet sein, nicht alles, was christlich daherkommt, auch als christlich anzunehmen.

Meine Lieben, das gehört zur Reife und zum Erwachsenwerden dazu! Wer denkt: Alles ist eins, alles ist gleich – mein lieber Freund, du bist in deinem Denken noch ein Kleinkind.

Denn meine Kleinkinder gehen zu jedermann und denken: Der ist doch wohl in Ordnung – wenn er mich anlächelt. Wenn er ein Bonbon in der Hand hält, dann meint er es doch nur gut mit mir. Das ist doch zu meinem Segen, weil ich jetzt ein Bonbon will. Und mehr will er mir ja nicht geben – nur ein Bonbon. Hey, und genau das ist meine Aufgabe als Erwachsener – diesem naiven Kleinkind, das ich sehr liebe, zu sagen: Hab acht! Nur weil da jemand nett aus der Tür winkt und sagt: Komm mit mir mit …

Ich muss das jetzt nicht weiter ausführen – ihr kennt das alles. Wer nur ein bisschen Grips im Hirn hat, wird sagen: Ich muss mein Kind schützen! Denn es gibt Einflüsse, die sind negativ für mein Kind! Die wollen mein Kind kaputt machen. Und mein Kind ist noch nicht in der Lage, das zu erkennen. Darum muss ich mein Kind in die Reife führen – damit es lernt, zu unterscheiden.

Meine Freunde, im geistlichen Bereich ist es genau dasselbe. Die, die denken, überall dort, wo Bonbons verteilt werden, gibt es nur Süßigkeiten und sonst nichts. Sie haben keine Ahnung, sind naiv, blind und geistlich noch Babys.

Das, was Jesus hier lehrt, gehört dazu, um geistlich erwachsen zu werden. Wir müssen in diesen Dingen reif werden. Leute, und das ist weder schön noch angenehm. Es ist nicht schön, sagen zu müssen, dass es Probleme gibt. Natürlich fände ich es großartig, wenn überall dort, wo „Jesus“ gesagt wird, auch wirklich Jesus drin wäre. Das wäre perfekt. Das würde ich gerne tun, aber Jesus macht es nicht.

Jesus selbst tut es nicht. Warum sollte ich es dann tun? Warum sollten wir es tun? Wir sollten für uns selbst prüfen: Wo sind wir unterwegs? Jesus sagt im selben Evangelium, ziemlich zum Ende, Matthäus 24, Vers 11: Und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen. Er sagt nicht: Im ersten Jahrhundert werden Einzelne aufstehen und nur wenige verführen, sondern es sind viele. Es ist wirklich viel los in der geistlichen Welt. Sind wir uns dessen bewusst? In der geistlichen Welt geschieht so einiges.

Er sagt in Vers 24 desselben Kapitels: Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Es ist ein tröstendes Wort: Dort, wo wir in Gott geborgen sind und Gott seine schützende Hand über uns hält, dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns, wenn wir zu seinen Auserwählten gehören, auch vor diesen Angriffen bewahren wird. Er wird eine Warnung aussprechen, wir werden eine Sensibilität dafür entwickeln und so beschützt bleiben.

Aber es geht weiter: 2. Petrus, Kapitel 2. – Dieser Wind ist herrlich, oder? Auf gar keinen Fall schließen, Harald, ansonsten bekommst du gleich große Probleme. Wer jetzt schließt, ist ein falscher Lüfter! –

In 2. Petrus 2, Vers 1, sagt Petrus: … wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die Verderben bringende Parteiungen – also Spaltungen – heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. Das sind Intrigen, die in Gemeinden gesponnen werden. Menschen, die versuchen, Raum zu gewinnen – ganz langsam. Sie schleichen sich in Hauskreise ein, bringen ihre Theorien mit, stiften Unruhe und machen sich Jünger in der Gemeinde, um dann Leute wegzuziehen. Zack! Spaltung. Hey Leute, das ist schon so oft passiert. Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Das ist eine akute Bedrohung, und Petrus spricht in unserem Text davon.

1. Johannes 4, Vers 1 – und dann gehen wir weiter –: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. Es ist echt beunruhigend, wie oft das Wort „viel“ vorkommt. Falsche Propheten, falsche Christusse, falsche Lehrer. Aber Achtung: Man kann dieses Wort von Jesus auch missbrauchen, und das wurde es auch schon oft. Nämlich dahingehend, dass dort, wo jemand in biblischen Fragen eine andere Meinung vertritt als ich selbst.

Unter uns gibt es auch unterschiedliche Ansichten. Ich habe in einer Frage vielleicht diese Überzeugung, Hendrik hat in einer anderen Frage vielleicht eine andere. So gehen einige hin und sagen: Wer mit uns nicht übereinstimmt, der ist ein falscher Prophet, ein falscher Christus, ein falscher Lehrer, ein falscher Prediger, ein falscher Hirte. Mit dem dürfen wir nichts zu tun haben. Das sind falsche Leute, vor denen hat uns Jesus gewarnt.

Also nur, weil jemand nicht in allen Punkten mit uns übereinstimmt, heißt das nicht, dass er automatisch in die Kategorie „falsch“ gehört. Ein falscher Prediger – hört diesen Satz gut – ist nicht dasselbe wie ein fehlerhafter Prediger.

Noch einmal, bevor ihr hier als „Ghostbuster“ loszieht und jeden Prediger umnagelt, der auch nur ein My von eurer Überzeugung abweicht: Ein falscher Prediger ist nicht dasselbe wie ein fehlerhafter Prediger.

Ich möchte euch ein Zitat von meinem Freund und Pastor Stefan Vatter vorlesen. Er schreibt in einem Buch: „Auch Apostel machen Fehler. Paulus stellte die Apostel Petrus und Barnabas öffentlich zur Rede – für ihre Fehler.“ Er schreibt weiter: „Mir ist kein Bibellehrer bekannt, der nicht im Verlauf seiner Jahre Korrektur bezüglich seiner Lehre vorzunehmen hatte.“ 

Wer hat schon mal in Glaubensdingen eine Kurskorrektur vorgenommen? Wer jetzt nicht die Hand gehoben hat – du bist ein sturer Bock! Unglaublich, unglaublich – und viele haben ihre Hände nicht gehoben.

Zitat: „Mir ist kein Bibellehrer bekannt, der nicht im Verlauf seiner Jahre Korrektur bezüglich seiner Lehre vorzu-nehmen hatte. Jeder Mensch mit einer prophetischen Gabe bleibt Mensch. Seine prophetischen Worte sind mal mehr, mal weniger von der Unwucht seiner eigenen Person mit beeinflusst. Welcher Hirte weiß nicht darum, auch schon falsche Weisungen in der Seelsorge gegeben zu haben? Sind sie deswegen gleich schlechte Hirten, falsche Propheten oder Irrlehrer? Wir brauchen hier einen biblisch geschärften und vom Heiligen Geist differenzierten Blick.“ 

Ein falscher Prediger ist etwas anderes als ein fehlerhafter Prediger. Denn schon Paulus sagt, dass wir bis zum Wiederkommen Jesu nur Stückwerk hervorbringen und daher bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, also bis Jesus wiederkommt, fehlerbehaftet bleiben werden.

Euer Pastor? Na ja, der nicht … Aber doch, auch euer Pastor ist fehlerbehaftet.

1. Korinther 13, Vers 9 und 10. Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise; wenn aber das Vollkommene kommt – Jesus selbst und sein vollkommenes Reich –, wird das, was stückweise ist – auf unserer Seite –, weggetan werden.

Wir haben an vielen Punkten nur einen kleinen Ausschnitt – und das führt zu unterschiedlichen Meinungen. Auch in unserer Ältestenschaft gibt es Themen, bei denen der eine eher in diese Richtung tendiert, der andere eher in jene. Wir prüfen dann: Sind das die Säulen christlichen Glaubens? Sind das die Fundamente christlicher Überzeugung? Wenn ja, dann lasst uns in unserer Unterschiedlichkeit einander annehmen und voneinander lernen. Du hast Stückwerk, ich habe Stückwerk – lasst uns das zusammentragen und gemeinsam wachsen.

Wenn einer kommt und sagt: Ich habe keine Fragen mehr, Stückwerk machen andere. Bei mir ist nur Vollkommenheit … – lauft! Sucht das Weite!

Jesus erkennt einen falschen Propheten nicht an fehlerhaften Prophezeiungen. Das ist interessant. Er könnte sagen: Ein falscher Prophet ist jemand, der auch mal Fehler macht bei Prophezeiungen. Doch das ist nicht sein Kriterium. Es sind Menschen – sie werden immer mal Fehler machen. Auch beim Predigen wirst du Fehler machen.

Um bedrohliche Leute, die reißende Wölfe sind, zu entlarven, hat Jesus seine ganz eigenen Merkmale. Er sagte bereits, dass falsche Propheten sich verstellen und inwendig – also von außen nicht sichtbar – verkehrt sind.

Ihr kennt vielleicht das Wort aus 1. Samuel 16, Vers 7: Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz.

Okay, das ist aber schwierig. Jesus sagt, diese falschen Leute verkleiden sich, sind aber im Innern falsch. Aber ich kann doch nicht ins Innere sehen! Da kann ja nur Gott hineinschauen. Wie soll ich jetzt erkennen, ob diese Person im Innern ein reißender Wolf ist, falsch und eine Gefahr für mich? Sind wir jetzt aufgeschmissen? Ich denke, nein.

Jesus spricht weiter in Matthäus 7, Verse 16 bis 20. Einige atmen auf: Viele Verse liest er jetzt an einem Stück. – An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Jesus lässt uns nicht allein. Er sagt: Hey, ich schaue ins Herz, du nicht. Bist du jetzt lost? Nein, so nicht. Du bist nicht allein. Das sagt er zweimal. Und damit spricht Jesus uns wahnsinnigen Mut und Hoffnung zu, denn er umklammert diese Worte mit der Aussage: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.

Das sagt er in den Versen 16 und 20. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Gleich zweimal – dass wir es nicht verpassen – verspricht uns Jesus: Ihr werdet erkennen. Ihr werdet erkennen. Es ist keine Option. Wenn du Gott fragst und wenn du Gott suchst und Gott dir etwas versprochen hat, dann wird er auch zu seinem Versprechen stehen. Gott ist treu – gestern, heute und in alle Ewigkeit. Und wenn wir in solchen Situationen sind und denken: Herr, ich weiß es nicht, ich muss erkennen, dann bete – mit der Verheißung im Gepäck: Ich werde erkennen, Jesus, und du wirst es mir zeigen. Ich werde es erkennen. Denn Jesus, du hast es gesagt – und nicht nur einmal, sondern gleich zweimal, damit ich es auch nicht überhöre. Jesus wiederholt es: Ihr werdet erkennen.

Woran werden wir es erkennen?

An der Frucht, an dem, was dieser Baum hervorbringt. Also Jesus immer wieder in der Sprache der Natur, immer in der Tierwelt oder auch einfach in der – wie nennt man das, nicht Pflanzenwelt, Bio – in der Fauna. Danke. Fauna, das hätte jetzt von dem Forstwissenschaftler kommen müssen, Dany. In der Fauna ist Jesus unterwegs. Also die Echtheit eines aufrichtigen und von Jesus erneuerten Herzens zeigt sich in den Dingen, die aus dem Herzen kommen.

Ich kann nicht in das Herz schauen, aber über die Zeit werde ich sehen, was aus diesem Herzen an Frucht entspringt. Ich kann diese Frucht betrachten und analysieren, ich kann diese Frucht schmecken und testen und dann werde ich merken, wie diese Frucht beschaffen ist. Die Qualität der Frucht gibt mir Aufschluss über die Qualität des Baumes.

Wenn du einen Baum im Garten hast, der Jahr für Jahr schlechte Frucht produziert, woran liegt es dann, dass diese Frucht so schlecht ist? Es liegt an dem Baum. Wahrscheinlich hat es keinen Sinn, ihn stehenzulassen und du kannst ihn abhauen und ins Feuer werfen, weil hier Hopfen und Malz verloren ist.

Es ist nichts Gutes in diesem Baum. Der Baum ist in sich minderwertig und darum wird er auch schlechte Frucht produzieren. Also, wenn das Wurzelwerk – das, was einen Menschen ausmacht in seiner Identität, in seiner DNA – beschädigt oder krank ist, wird die Frucht faul und ungenießbar sein. Und jeder, der dauerhaft von verdorbenen Früchten isst, wird auch bald die Konsequenzen merken.

Jetzt ist Kirschenzeit, habt ihr auch Kirschen gegessen? Mein Nachbar hat mir viele Kirschen gegeben, leckere Kirschen, aber es gab dann einen Punkt, an dem die Kirschen ziemlich weich waren. Und wenn du sie dann nicht rechtzeitig isst – einen Tag später sind sie faul. Du siehst es. Du kannst sie natürlich probieren. Du isst ein-, zwei-, dreimal, doch mit der Zeit wird dir dein Körper sehr deutlich signalisieren: Hier gibt es ein Problem, das ist nicht gut. Und dann geht es in die ein oder andere Richtung.

Ist die Wurzel gesund und lebendig, wird die Frucht nahrhaft und genießbar sein. Und eine dauerhafte Einnahme guter Frucht wird dich stärken, wird dich am Leben erhalten, wird dich beglücken, es wird dich positiv begleiten. Du kannst diese schlechte Frucht einmal probieren, aber wenn du ein Jünger Jesu bist und gute Frucht kennst, wenn du weißt, wie ein guter Apfel schmeckt, wenn du weißt, wie eine gute Kiwi schmeckt. – Wachsen Kiwis an Bäumen? Sträucher, okay, geht auch. – Wenn du weißt, wie das schmeckt, dann wirst du bei dem nächsten Bissen, der faulig schmeckt, sofort sagen: iii-bäh, das will ich nicht! Ich nehme Abstand davon! Es ist nicht gut für mich!

Nun, wenn ein falscher Gottesmann, ein falscher Prediger kommt, dann kommt er als „Baum“ daher. Welche Frucht hat er? Manchmal siehst du einen Baum und erkennst noch nicht sofort die Frucht, die er trägt. Oder? Du musst warten. Manchmal dauert es eine Zeit, bis eine Frucht entsteht.

Wir haben hier auch Winzer, oder? In dieser Reihe sitzen Winzer. Es sind Profis, sie können gut über – nicht Fauna – sondern über Früchte sprechen.

Du brauchst eine Weile, bis die Frucht zu sehen ist, bis du den Ertrag siehst. Die Frucht erkennst du erst, nachdem Zeit vergangen ist. Aber sie kommt, sie wird kommen.

So sorgen sich auch einige: Werde ich wirklich erkennen, wenn da jemand ist, der negativ unterwegs ist? Werde ich wirklich erfassen können, dass er ungesund unterwegs ist, ein ungesundes Fundament hat und mir nur zum Schaden dient? Werde ich das überhaupt erkennen können? Kann sich jemand dauerhaft als falsche Person tarnen? Kann sich jemand dauerhaft als schlechter Baum mit schlechter Frucht tarnen?

Jesus sagt im Vers 18: Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Also ist die Frage: Kann sich jemand so tarnen, dass es unbemerkt bleibt? Jesus sagt: Er kann nicht. Dieses Wort ist so mutmachend.

Was bedeutet dieses „kann“? Du kannst auch übersetzen, er „vermag“ es nicht. Er hat dazu keine Kraft. Er ist dazu unfähig oder es ist ihm nicht möglich. Jemand, der schlecht unterwegs ist – auch wenn es eine Zeit dauert, bis diese Frucht zutage tritt – kann auf dem langen Lauf seine Frucht nicht verbergen. Und vor allem kann er auf Dauer nichts Gutes produzieren.

Wenn du in dir verdorben bist, dann wirst du die gute Frucht des Heiligen Geistes, die er in den Kindern Gottes bewir-ken möchte, nicht zur Schau stellen und produzieren können, wenn sie nicht wirklich in dir ist. Du kannst nicht auf Dauer ein christusähnliches Leben führen. Es ist unmöglich, sagt Jesus.

Du wirst es erkennen können, auch wenn du es am Anfang nicht weißt. Vielleicht hattet ihr schon einmal eine solche Situation. Ihr wart vielleicht mit Pastoren und Predigern konfrontiert. Am Anfang wusstest du es nicht. Dann hörst du hin, du kannst es nicht greifen, du nimmst es erst einmal an. Einige Dinge scheinen dir komisch zu sein. Du hörst weiter, du hörst weiter. Du erlebst diese Person. Dann kommen Situationen, in denen sich der Mensch nicht mehr im Griff hat.

Ich sage es einmal so: Es kommt ein Sturm und dann kommt plötzlich das, was in uns ist, einfach heraus, ohne dass wir es kontrollieren können. Dann merkst du: Hoppla! Moment mal – diese Person hat mit der Zeit einen zerstörerischen Impact auf die Gemeinschaft. Und du erkennst, diese Person kann nicht anders.

Danke Herr, dass du es mir zeigst, dass ich dafür sensibel bin und jetzt sagen kann: Bis hierhin und nicht weiter. Denn wenn ich weiterhin von dieser Frucht esse, dann werde ich auch noch krank davon. Mit der Zeit wird sich das Innere offenbaren.

So hatte ich auch einmal mit einer Person zu tun. – Ich muss mal schauen, ob das danach ins Internet kommt, je nachdem, wie ich darüber spreche –. Ich hatte mit einer Person zu tun, bei der es auch für mich am Anfang nicht eindeutig war, ob diese Person in Jesus steht oder nicht. Ob sie die Wahrheit Gottes kennt oder nicht. Aber sie kam sehr fromm und löblich daher. Ich dachte bei mir: Mensch – also von außen betrachtet – wenn jemand, dann er. Nun war es so, dass ich recht viel Zeit mit dieser Person verbracht habe und im Laufe der Zeit habe ich gemerkt: Hier ist etwas mächtig krumm. Das, wovon dieser Mensch redet, ist unmöglich das, wovon Jesus gesprochen hat. Aber es kommt alles in so einem Ton, mit so einem Habitus, mit so einer Art und Weise daher, die wirklich fromm klingt.

Und viele sagten: Hey, super, voll das gute geistliche Wort. Und ich dachte mir: Merkt ihr nicht das Bittere?Dass die Lehre, die hier kommt, völlig dem widerspricht, was wir bei Jesus finden. Und dann habe ich im Verlauf der Zeit gemerkt, wie der Charakter dieser Person immer deutlicher zutage trat und immer ungenießbarer wurde. Und die Art der Person hatte irgendetwas, bei dem ich dachte: Das will ich auf Dauer nicht in meiner Nähe haben. So etwas Selbst-herrliches, Selbstsüchtiges und Egozentrisches. Schaut auf mich, seht mich an, ich bin im Zentrum und ihr müsst auf mich hören. Ich, ich, ich. Unsere Wege trennten sich.

Viele Jahre waren ins Land gegangen und ich lernte jemanden kennen und wir kamen ins Gespräch. Und dann sagte mir diese Person: Die Person – von der ich gerade sprach – ist jetzt in meiner Kirche und mein Pastor. Ich antworte: Du, da habt ihr einen reißenden Wolf in euren Kreisen. Okay, erzähl mal, wie kommst du darauf? Die Person war plötzlich sehr interessiert. Warum sagst du das? Ich erzählte, was ich erlebt und welche Frucht ich gesehen habe. Und die Person sagt zu mir: Weißt du, es ist so sonderbar, am Anfang wussten wir nicht so recht, aber allmählich beobachten wir genau das Gleiche. Der Charakter, die Frucht, die da produziert wird, ist so fragwürdig. Wir können es noch nicht ganz greifen, aber wir merken, hier ist etwas Ungutes in unserem Haus. Hier ist jemand aus unseren eigenen Reihen aufgestanden und bringt bittere Frucht in die Gemeinde und vergiftet die Herzen.

Ich dachte: Mein Gott, wie krass ist das, dass eine Person nach Jahren dasselbe feststellt und die Frucht sich nicht verändert hat. Warum nicht? Ein schlechter Baum kann keine gute Frucht bringen. Er vermag es nicht. Es ist ihm nicht möglich, auch wenn er auf Zeit versucht, es zu übertünchen. Wenn du verdorben bist, wenn erst einmal Rost am Wagen ist – der Rost?  Das Rost? Die Rost? Was? Der Rost. Der Rost … wir predigen gemeinsam. Der Rost wird sich durch-fressen, bis die Karre am Boden liegt.

Darum vertraue! Jesus gibt uns diese Worte, um uns zunächst einmal sensibel zu machen, und wir darauf vertrauen, dass Gott uns behüten wird und uns zeigt, dass wir sicher sein können – diese Dinge werden wir sehen. Und wenn du mit Christen über mehrere Jahre zusammen bist und du merkst, hier gibt es eine positive Entwicklung. Es ist positive geistliche Frucht da, trotz allem Stückwerk und unserer charakterlichen Schwächen.

Hey, ihr habt so viele Schwächen. Ich ja nicht, aber ihr habt so viele Schwächen. Ich trage das. Ich halte es aus. Und wenn du länger mit mir zusammen bist, dann merkst du auch: Wow, Waldemar, bei dir gibt es auch einige Schwächen. Ich sehe sie – du noch nicht. Aber trotz alledem merken wir, dass wir Jesus ähnlicher werden und in der Frucht Gottes wachsen. Feier das! Sei Gott dankbar dafür! Mit der Zeit wird man die Frucht erkennen.

Bevor ich weitergehe, lasst uns doch kurz beten. Sind wir eine betende Gemeinde? Lasst uns kurz an diesem Punkt stehen bleiben. Wir sind doch nicht hier, um einen netten Vortrag zu hören, und dann wieder nach Hause zu gehen. Wir sind hier, um geistlich zugerüstet zu werden. Jesus ist hier. Jesus will unser Herz bewahren und verschonen. Und wir sind mit diesen Dingen konfrontiert. Ich möchte jetzt beten, dass Gott unser Herz bewahrt – in der Christusgemeinde und den Menschen, die zu uns gehören. Aber es sind auch einige Gäste hier, die wieder nach Hause in ihre Gemeinden gehen – dass Gott mit ihnen ist.

Lasst uns kurz aufstehen.

Herr, wir hören dein Wort, und wir lassen es nicht an uns vorbeigehen. Wir ergreifen dein Wort und nehmen die Verheißung an – dass wir es erkennen werden. Und ich danke dir, dass ich zeugnishaft sagen kann, dass es wahr ist, dass du mich auch dort, wo ich gänzlich blank und ungebildet bin und keine Ahnung habe, was da vor mir ist, durch den Heiligen Geist sensibel machen und mir Unterscheidungsvermögen geben kannst.

Ich bete für jede Seele, die hier hört und Sehnsucht hat, dass du sie bewahrst – dass dann, wenn der Teufel wieder seine Kreise zieht, er uns nicht schwach findet, sondern dass wir felsenfest stehen und die Angriffe des Satans abwehren können.

Herr, gib uns diese Sensibilität und halte uns fest an deinem Herzen. Lass uns eng mit dir wandeln, nah an deinem Herzen sein und dir in der Nachfolge auf Schritt und Tritt folgen. Herr, beschütze uns, bewahre uns. Wir brauchen das, weil wir in uns selbst diese Stärke nicht haben. So hochmütig wollen wir von uns nicht denken – egal, wie weit wir schon im Glauben gekommen sind. Wir brauchen unseren Bewahrer und unseren Beschützer. Herr, schütze du unsere Seelen und hindere du falsche Menschen, falsche Gottesleute daran, hier in der Mitte aufzustehen und eine Kraft zu entwickeln, die ihnen nicht gebührt. Sie sollen weichen – in deinem Namen.

Der Satan soll hier keinen Raum bekommen. Satan und seine Dämonen sollen von uns fliehen, weil wir uns dir, Jesus, unterstellen. Wir beugen unsere Knie vor deinem Thron, und dann muss der Satan weichen und fliehen. Herr, rüste du uns mit der Waffenrüstung Gottes aus, dass wir als deine Soldaten diesen geistlichen Kampf kämpfen und siegreich vom Platz gehen. Amen.

Lasst uns weitergehen. Wir müssen das Ende einläuten.

Wir haben jetzt sehr viel über falsche Propheten, falsche Lehrer, falsche Christusse, falsche Hirten gesprochen. Wenn Jesus in Matthäus 7 sagt, dass wir achtgeben und uns hüten sollen, dann geht es nicht darum, dass du in deiner Reihe sitzt und auf die anderen schaust. Sondern Jesus spricht jetzt das Prinzip schlechter Baum – schlechte Frucht, guter Baum – gute Frucht an und setzt es auf die Allgemeinheit um. Er spricht jetzt jeden an. Wir alle sind im Boot der Zuhörerschaft Jesu – uns meint er.

Verse 21 bis 23 und dann haben wir schon den gesamten Bibeltext gelesen.

Jesus sagt: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt – prophetisch geredet, inspiriert von dir gesprochen – und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter! Hier merken wir: Es sind nicht nur die selbst ernannten Propheten auf dem Plan, sondern alle bekennenden Christen werden auf den Prüfstand gestellt. Jedermann, der zu Jesus „Herr, Herr!“ ruft, ist jetzt gefragt: Bin ich jemand, den Jesus kennt – oder nicht? Werde ich ins Himmel-reich gehen, oder werde ich, wie es Jesus vorher gesagt hat, ins Feuer geworfen werden?

Diese zwei Optionen gibt es für Bäume – keine anderen.

Und die Verse 22 und 23 können uns ziemlich irritieren. Denn wir haben gerade gesagt: An der Frucht erkennt man, was aus jemandem herauskommt. Man merkt eines Tages, ob die Frucht gut ist und ob der Baum gut ist. Und jetzt kommen dort Leute her, und Jesus hat gerade gesagt: An der guten Frucht wird man es erkennen. Und dann sind das Leute, die prophetisch gesprochen und Dämonen ausgetrieben haben. Ich hatte vorhin davon erzählt. Und sie haben viele Wunderwerke getan. Na ja, wenn es gute Früchte sind, an denen man einen guten Baum erkennt, dann müssten es doch diese Dinge sein. Oder etwa nicht?

Und oftmals, meine Lieben, funktioniert es auch genau so. Warum soll ich dir vertrauen? Wir haben diese Person geheilt. Wir haben diese Dämonen ausgetrieben. Wir haben diese Wunder getan. Aber für Jesus ist das noch keine Evidenz dafür, dass der Baum gut ist. Das ist interessant.

Die Wahrhaftigkeit unseres Glaubens ist nicht abhängig von den Wunderwerken, die wir sehen. Für Jesus ist es nicht per se so, dass Wunderwirkungen auch eine gute Frucht sind. Denn diese können auch von Satan imitiert werden. Was glaubt ihr, was in der Esoterik mit dem Namen Jesus abgeht? Glaubt nicht, dass in der Esoterik Jesus keine Rolle spielen würde. Ist es nicht so? Wir haben hier einige, die in diesen Machenschaften gefangen waren – die durch die Gnade Gottes herausgerissen und errettet wurden und Jesus kennen. Den wahren Jesus, den die Schrift uns lehrt.

Aber in der Esoterik wird ganz viel mit Jesus, und mit Psalmworten gearbeitet, und Wunder werden gewirkt. Und das ist für viele ein Hinweis darauf: Sieh mal, ich bin ein guter Baum, weil ich eine gute Frucht habe. Doch Jesus sagt: Wer diese Dinge tut und mit diesen Dingen zu ihm kommt – Moment mal – das ist nicht automatisch gute Frucht. Vorsicht an dieser Stelle.

Auch hier gehen einige in den Text und sagen: Also darf das gar nicht geschehen? Und wenn Wunderwerke geschehen, wenn Dämonen ausgetrieben werden und wenn prophetisch gesprochen wird – dann sind das also alles falsche Leute?  Meine Lieben, Jesus hat diese Dinge getan. Seine Jünger haben diese Dinge getan. Diese Dinge kann Gott wirken. Aber sie sind nicht automatisch ein Beweis dafür, dass jemand auch mit Gott unterwegs ist. Aber warum nennt Jesus dann ausgerechnet diese Dinge? Warum werden ausgerechnet diese Dinge von falschen Leuten ausgeführt?

Ich denke, die Sache ist eigentlich eindeutig: Weil diese Dinge Faszination in uns auslösen. Sie faszinieren uns.

Wenn ich mit jemandem spreche, der Jesus nicht kennt, und er fragt mich: Was hast du mit deinem Glauben erlebt? – und ich erzähle ihm die Wunderstorys, die Gott in meinem Leben gemacht hat, dann bekommt er auch große Ohren. Die Menschen sind total interessiert und finden das spannend. Das fasziniert uns. Wundergeschichten faszinieren uns total. Und wir haben auch einen Gott, der Wunder tut.

Aber Jesus sagt: Es gibt Dinge, die einfach hofiert werden. Damit wollen wir Menschen blenden – damit sie die Wahrheit nicht erkennen, damit sie die Wahrheit über uns nicht erkennen oder das, was hinter der Fassade ist.

Und die Frage für uns ist: Wovon lassen wir uns heutzutage blenden?

Auch in unserer Christenheit gibt es Dinge, die uns blenden können, bei denen wir denken: Wer das vorzuweisen hat, der muss doch ein Guter sein. Der kann doch sagen: Ich habe dies, ich habe das, ich habe jenes. Das sind die Dinge, mit denen du Menschen gut imponieren, beeindrucken und blenden kannst. Und heutzutage – gerade in unseren Breitengraden, im Westen, im „intellektuellen“ Westen – sind das oft die Titel, die vor den Namen der Pastoren stehen.

Doktor! Professor! Abzeichen und Auszeichnungen, die wir erhalten. Unser intellektuelles Gehabe, das wir an den Tag legen. Mit diesen Dingen können wir Menschen ganz schön blenden. Der hat ja studiert, er ist ein Akademiker, der kann ja Hebräisch vorwärts und rückwärts lesen – Ich weiß ja ohnehin nicht ganz genau, von wo man anfängt, Hebräisch zu lesen. Aber der kann das. Das ist doch ein Guter! Das nur als ein Beispiel.

Es gibt unzählige Dinge, mit denen wir Menschen blenden können, sodass sie denken, wir sind mit Jesus unterwegs. Und das ist wirklich erschreckend – wie im Namen Jesu Überzeugungen in die Gemeinde Gottes hineingetragen werden, obwohl man längst den Boden der Heiligen Schrift verlassen hat. Und das tut man oft mit so einer Beredsam-keit, mit einer rhetorischen Finesse, mit einem wissenschaftlichen Anstrich, der schon so manchen verführt hat. So klug, so belesen, so wissenschaftlich – dem müssen wir unser Vertrauen schenken. Aber Jesus sagt: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen.

Hört das noch einmal – bevor wir vollends einschlafen!

Es gibt unter Christen manchmal die Idee, es könnten vielleicht doch alle in den Himmel kommen. Habt ihr schon einmal davon gehört? Am Ende kommen doch alle in den Himmel. Ich frage dich: Was muss Jesus sagen, damit wir merken: Das ist eine Lüge? Was muss Jesus noch sagen, damit wir merken: Das ist nicht wahr! Jesus sagt: Nicht! jeder. Da kann ich mich doch nicht hinstellen und sagen: Aber ich habe doch die Hoffnung, dass jeder …

Deine Hoffnung interessiert nicht, wenn wir es mit Jesus zu tun haben. Er ist meine Hoffnung, und er sagt: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen. Und er sagt: Ich werde ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!

Jesus – und das ist eine gute Nachricht für dich, der du Jesus liebst – hab acht! Jesus sagt hier ganz explizit, dass es sich nicht um Menschen handelt, die ihn einmal wirklich geliebt haben, die er gekannt hat und die nun auf Abwegen sind und zu den falschen Leuten gehören. Jesus sagt nicht: Weißt du, damals habe ich dich gekannt, aber irgendwie haben wir uns auseinandergelebt. Unser Beziehungsstatus ist kompliziert geworden. Jetzt sind wir auseinander. Na ja, jetzt bist du auf der falschen Seite!

So denkt Jesus nicht. Wer zu Jesus gehört, der wird von Jesus bewahrt. … niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Wir haben es hier mit bösartigen Gestalten zu tun, von denen Jesus sagt: Mein lieber Freund, wir haben uns noch niemals gekannt. Wir hatten noch nie Anteil aneinander. Gemeinschaft mit Gott hattest du in deinem ganzen Leben noch nicht. Mit solchen Menschen haben wir es hier zu tun – Menschen, die niemals mit Gott Gemeinschaft hatten.

Ich komme zum Schluss.

Welche Frucht ist nun entscheidend, wenn es nicht diese blendenden Wunderdinge sind, die wir an den Tag legen können? Wie müssen wir uns verhalten?

Jesus beantwortet es direkt: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Den Willen des Vaters zu tun – was ist der Wille des Vaters? Meine Lieben, Jesus predigt seit Matthäus 5 in der Bergpredigt, was der Wille des Vaters ist. Was Jesus sagt, ist der Wille des Vaters. Und wer Jesu Vorbild folgt, der tut den Willen des Vaters. So einfach ist das.

Aber wer mit allem Hokuspokus daherkommt, aber nicht die einfachen Worte Jesus nimmt, sie lieb gewinnt, nach ihnen lebt, über sie predigt und sie hochhält, der tut nicht den Willen des Vaters. Er tut irgendetwas – aber nicht den Willen des Vaters.

Und ich möchte, dass wir jetzt zum Abschluss miteinander beten.

Ich lese Johannes 15, Verse 14 bis 16. Dort sagt Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe. Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.

Das Einzige, was wir an dieser Stelle zum Abschluss tun müssen, ist, unsere Hände zum Himmel auszustrecken und zu sagen: Herr, lass deine Worte auf fruchtbaren Boden fallen. Du nennst mich Freund, du hast mir die Worte des Vaters weiter-gegeben. Finden sie Resonanz in mir? Leben sie in mir? Ist das Fallen der Worte Gottes in meinem Herzen auch zu sehen in den Resultaten, die ich auslebe – in der Frucht, die ich wirke?

Jesus ist eindeutig. Er hat uns dazu bestimmt. Er hat uns ausgewählt, Frucht zu bringen, die Bestand hat. Und das ist nur ein Gebet weit entfernt.

Lasst uns aufstehen und miteinander dafür beten.

Vater im Himmel, wir danken dir, dass du uns dein Wort gibst. Und danke, Jesus, dass du glasklar zu uns redest. Wir müssen nicht lange herumrätseln. Das ist ein Text, den Kinder verstehen können. Gib uns dieses kindliche Vertrauen, diese kindliche Zuversicht, dass dein Wort wahr ist.

Und ich bete, Herr, dass wir gute Bäume sind und dass wir zu denen gehören, die Freund Gottes genannt werden können. Herr, ich danke dir, dass du uns deine Freundschaft anbietest. Nichts, was wir tun können, kann diese Freundschaft bewirken.

Wir werden nicht zu guten Bäumen, weil wir versuchen, gute Taten zu tun und gute Früchte zu bringen. Das ist unmöglich. Wir müssen erst gute Bäume werden – durch deine Gnade – damit gute Frucht produziert wird.

Herr, das, was wir heute tun, ist keine Werksgerechtigkeit. Wir vertrauen nicht auf uns selbst und versuchen nicht, uns einen Status bei dir zu verdienen. Nein! Wir hören deine Worte und sagen: Herr, mein Herz ist offen für dich. Bitte erneuere mein Herz, mach es lebendig für dich, sodass ich wiedergeboren bin, damit ich ein neues Leben beginne und deine Worte in meinem Herzen Resonanz finden.

Herr, hab du deinen Weg in uns. Bahn dir einen Weg. Mach uns zu guten Bäumen, die gute Früchte bringen.

Herr, segne uns und gebrauche die Zeit der Anbetung, um in unserem Herzen zu arbeiten und uns näher an dein Herz zu ziehen.

Auch wenn es heiß ist – Herr, sende du dein Feuer.

Amen.

 

Bibelstellen:

Matthäus 7,15–23; 1.Petrus 5,8; Apostelgeschichte 20,28–30; Matthäus 24,11.24; 2.Petrus 2,1; 1.Johannes 4,1; 1.Korinther 13,9.10; 1.Samuel 16,7; Matthäus 5; Johannes 15,14–16.