26. Juni 2022

Jesus fordert Gehorsam ein

Jesus fordert Gehorsam ein

Es ist gut, wenn wir miteinander beten. Es ist gut, wenn wir uns auf den Herrn konzentrieren und ihn im Fokus haben. Wenn wir aus diesem Gottesdienst herausgehen, sollte unser Denken von unserem Herrn Jesus erfüllt sein. Wir sollten merken: Es macht einen Unterschied! Das war nicht einfach eine x-beliebige Veranstaltung, die ich besucht habe, sondern Jesus stand im Mittelpunkt. Immer wieder wurde unser Herz auf den fokussiert, der uns liebt und uns errettet.

Und das wollen wir jetzt tun, indem wir in Gottes Wort schauen.

Wenn du deine Bibel dabeihast, dann schlag sie mit mir auf: Matthäus 7, Verse 24 bis 27. Das ist unser Text. Wenn du deine Bibel in der Hand hast und genau schaust – da will jemand nicht Bibel lesen, kein Problem. Wir freuen uns über jedes Kind, das in diesem Raum ist. Amen? Einige sind noch nicht überzeugt. Kinder sind eine Gabe des Herrn. Amen! Genau!

Psalm 8, danke schön. Hans-Peter ist wieder da. Du hilfst mir heute. Ja, genau, deswegen ist auch immer die erste Reihe so leer, weil alle Angst haben, dass ich sie, wenn sie hier vorn sitzen, drannehme. Also Tim, mach dich darauf gefasst.

Wenn du in deine Bibel schaust, dann wirst du sehen: Hoppla! Matthäus 7 ist bald beendet. Das bedeutet, die Bergpredigt ist vorüber. Wir sind heute in unserer letzten Einheit, was die Bergpredigt betrifft. Wir predigen tatsächlich seit ungefähr einem halben Jahr durch die Bergpredigt – von Matthäus, Kapitel 5 bis Kapitel 7. Ein halbes Jahr beschäftigt uns diese berühmte Predigt von Jesus.

Und wir haben alle etwas gemeinsam. Diejenigen, die diese Kapitel gehört, studiert und gepredigt haben – haben alle gehört, was Jesus sagt. Die Worte von Jesus sind uns ab sofort nicht mehr unbekannt. Wir sind unterrichtet über den Willen Gottes, und wir kennen Gottes Gedanken für dieses Leben. Denn genau das ist es, was die Bergpredigt vermittelt.

Und bevor Jesus seine Lehrpredigt beendet, macht er deutlich, dass man das, was man über den Willen Gottes hört, auf zwei Weisen hören kann. Wir haben alle Ohren zu hören, und dennoch gibt es unter uns auch Unterschiede, wie wir hören. Und damit beendet Jesus seine Predigt.

Ich lese die Verse 24 bis 27: Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird mit einem törichten Mann zu vergleichen sein, der sein Haus auf den Sand baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß.

Wir können auf zwei Weisen hören: Entweder hören wir und wir tun – oder wir hören und tun nicht. Diese zwei Kategorien kennt Jesus. Jesus ist unglaublich radikal und ein Schwarz-Weiß-Denker. Es gibt für Jesus nichts dazwischen – entweder höre ich und tue es oder ich höre und tue es nicht.

Wenn du Kinder daheim hast, die ihr Zimmer wieder kreativ in Unordnung gebracht haben und du ihnen dann eine Anweisung gibst, dann gibt es am Ende auch nur zwei Optionen, wie sie mit ihrem Zimmer verfahren haben: Entweder sie haben gehört und sie tun es – oder sie haben zwar gehört, aber nichts getan. Einige Eltern nicken. Diese beiden Möglichkeiten gibt es: Entweder hören wir und wir tun – oder wir hören und tun nicht.

In der Passage, mit der wir uns davor beschäftigt haben, hat Jesus gesagt, dass nur der, der den Willen des Vaters tut, in das Himmelreich kommen wird. Er sagt: Es sind viele, die Herr, Herr!, rufen. Viele halten Jesus für eine löbliche Person, der man Respekt zollen sollte. Viele sagen schnell, Herr, Herr!, aber Jesus sagt, dass er viele von denen, die das vor sich hertragen, gar nicht kennt. Sie waren nicht in einer Gemeinschaft mit ihm unterwegs, und am Ende der Tage wird für viele ein böses Erwachen kommen. Sie denken, dass sie dabei sind, aber in Wahrheit sind sie es nicht.

Denn Jesus sagt: Nur der, der den Willen des Vaters tut – nicht der, der den Willen des Vaters kennt. Wer den Willen des Vaters tut, der wird in das Reich der Himmel einkehren. Haben wir diesen Unterschied gut gehört? Es reicht nicht, Gott und seinen Willen zu kennen. Es geht darum, ob wir Gottes Willen tun. Jesus ist kein Theologie-Professor, und wir sind auch keine Theologie-Studenten. Am Ende zählt nicht einfach nur ein Abschluss – aber was wir daraus machen, das ist eigentlich total Latte.

Du kannst ein Theologiestudium durchlaufen, fünf Jahre Master in evangelischer Theologie studieren und am Ende mit Einser-Durchschnitt abschließen. Du kannst Hebräisch, Griechisch, meinetwegen noch Latein, Kirchengeschichte, praktische Theologie, systematische Theologie und was weiß ich nicht noch alles für Theologie studieren – und bist ein Einser-Kandidat. Aber wenn du rausgehst und diese Dinge nicht tust, dann hast du keinen Anteil am Reich Gottes.

Das ist das, was Jesus sagt: Ihr hört mir so viel zu, ihr leiht mir so sehr euer Ohr und eure Zeit, ihr habt alles gehört – aber wie hört ihr?

An dieser Stelle müssen wir aufpassen: Die Bergpredigt, die so sehr auf das Tun fokussiert ist, ist nicht dazu gedacht, uns zu der Schlussfolgerung zu bringen: Das ewige Leben bei Gott und unser Status als Gotteskind ist also doch etwas, was wir verdienen müssen. Wenn ich genug geleistet und gemacht habe, dann bekomme ich mein Ticket ins Himmelreich.

Also doch Werksgerechtigkeit? Gesetzlichkeit?

Einfach nur machen und machen und machen und am Ende hoffen, dass es reicht? Nein! Das ist nicht das, was Jesus zu Beginn seiner Bergpredigt gesagt hat. Dort heißt es, dass Jesus alle Forderungen des Gesetzes erfüllen und vollkommen halten wird. In Jesus haben wir die Erfüllung des Gesetzes. In Jesus haben wir unsere Garantie. In Jesus haben wir unsere Gerechtigkeit. Wenn wir mit Jesus zusammen sind, wenn er zu uns gehört, dann bergen wir uns in seiner Gerechtigkeit. Oder, wie es in den biblischen Schriften auch heißt, Jesaja 61, Vers 11: Der Mantel seiner Gerechtigkeit umkleidet uns, und Jesu Gerechtigkeit kehrt in uns wieder, wenn wir Gotteskinder sind.

Jesus ist unser Garant dafür, dass wir ewiges Leben haben.

Aber wer Zuflucht in diesem Mantel der Gerechtigkeit bei Jesus gefunden hat, der erhält von ihm auch Orientierung für sein Leben. Denn Jesus denkt nicht: Ich erfülle alles, und ihr beklatscht mich dann einfach am Kreuz: Hey, Jesus, super gemacht! Und wir leben unser Leben einfach weiter wie bisher.

Wenn du von dem Mantel der Gerechtigkeit umhüllt bist, dann wird dieser Mantel der Gerechtigkeit, der hell scheint, sich auch auf dein Wesen abfärben. Diese innige Gemeinschaft mit Jesus wird einen Effekt auf dein Herz haben. Und sie wird dich nicht kalt lassen – dein Herz wird nicht unverändert bleiben. Wer Zuflucht bei Jesus findet und in ihm die Garantie für ewiges Leben hat, der wird auch erleben: Jesus wird mich, in der Gemeinschaft mit ihm, auch verändern und mir Orientierung geben. Und genau das sehen wir in der Bergpredigt. Das ist die Orientierung, die Jesus denen gibt, die bei ihm Zuflucht gefunden haben.

Vers 24: Jesus sagt: Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Also: Wer sich Jesus anvertraut und echte Gemeinschaft mit ihm pflegt, wird feststellen, dass er mit der Zeit immer mehr das tut, was Jesus sagt. Denn wenn ich echte Gemeinschaft mit Jesus habe, dann werde ich im Laufe der Zeit immer mehr das tun, was Jesus sagt. Denn Jesus ist der versprochene Messias, der versprochene König, der hier das Reich Gottes ankündigt – und der selbst der König dieses Reiches ist. Und dieser König prägt das Denken und Handeln seiner Königskinder. Das Denken der Königskinder wird durch den König geprägt.

Und es ist nicht von ungefähr, dass die Bibel davon spricht: Wenn du an Jesus glaubst, wirst du König genannt. Es heißt: Wir sind Könige und Priester. Das bedeutet, dass wir unseren König, an den wir glauben und dem wir vertrauen, in dieser Welt repräsentieren. Wir sind sozusagen in einer Co-Königsschaft mit ihm unterwegs – und an unserem Verhalten soll das Herz Gottes erkennbar sein.

Darum sagt Jesus auch in der Bergpredigt: Ihr seid das Salz und das Licht dieser Welt. Matthäus 5, Verse 13 und 14.

Jesus, wie kannst du das sagen? Du sagst doch über dich selbst, dass du das Licht der Welt bist. Johannes 8,12. Kennt ihr diesen Ausspruch? Aus den Weihnachtstexten kennen wir das immer wieder. Jesus ist das Licht der Welt, das in die Welt gekommen ist. Amen! Aber Jesus sagt: Wer zu mir gehört, der hat Teil an diesem Licht und ist wiederum Licht in dieser Welt. Also, das ist, was Jesus sagt: Was ihn ausmacht und kennzeichnet, das kennzeichnet mit der Zeit auch uns.

Warum ist das so?

Wenn wir an Jesus glauben, so lehrt uns die Bibel, dann schenkt uns Gott den Heiligen Geist. Der Geist Gottes nimmt Platz in unserem Herzen, er nimmt Wohnung in uns.

Dass an dieser Stelle nicht alle sofort jubilieren und „Halleluja!“ schreien, ist ein Jammer.

Der Heilige Geist lebt in uns!

Was bedeutet das? Gott selbst nimmt Platz in dir. Gott selbst lebt in deinem Herzen. Denn der Heilige Geist ist nicht einfach nur eine Kraftauswirkung – so eine Art Energie. Nein! Der Heilige Geist ist eine Person, die dritte Person der Dreieinigkeit. Gott selbst nimmt durch den Heiligen Geist Wohnung in dir. Und der Heilige Geist gibt uns Sensibilität für Gottes Wünsche. Er gibt uns Sensibilität für Gottes Worte. Der Heilige Geist gibt dir Sensibilität für die Bergpredigt, sodass du sie lieb gewinnst: Das, was du sagst, ist Weisung für mein Leben, ist Orientierung für mein Denken, ist Richtschnur für mein Handeln.

Und in der Bergpredigt geht es sehr konkret um viele Dinge: Sanftmut, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Friede, Versöhnungsbereitschaft, sexuelle Reinheit, Ehrlichkeit, Nächstenliebe, Feindesliebe, Armenfürsorge, Gebet, Fasten und, und, und. Es sind ganz unterschiedliche Facetten, die Jesus berührt. Er zeigt uns: Wenn du ein Kind des Königreichs bist und du Teil an diesem Königreich hast, dann werden sich diese Dinge in deinem Leben multiplizieren – und man wird sie erkennen können.

Diese Dinge sind die gute Frucht, die der gute Baum produziert.

Erinnert ihr euch an dieses Bild? Ein schlechter Baum bringt schlechte Frucht, aber wenn du ein guter Baum bist, der an der richtigen Stelle gepflanzt ist, wirst du auch gute Frucht hervorbringen. Matthäus 7, Vers 17. Und genau über diese Frucht spricht Jesus hier.

Es geht nicht darum: Hier ist dein Ticket in den Himmel. Wenn du all das befolgst, dann kommst du in den Himmel, dann hast du es dir verdient. Nein, nein, nein! Du wirst zu einem guten Baum, wenn du auf mich vertraust. Und dieses Vertrauen löst in deinem Leben Frucht aus. Du bist als Baum an der Quelle angeschlossen und wirst gut genährt. Und dieser Baum wird automatisch gute Frucht bringen. So funktioniert der Baum, wenn er an einer guten Quelle ange-schlossen ist. Aber wenn er in der Wüste steht, dann wird eines Tages nichts mehr passieren. Deshalb muss er umgepflanzt werden – zu Jesus hin. Vertrauen zu Jesus.

Jesus, ich klammere mich an dich. Und in dieser Umklammerung, in diesem nah bei Jesus sein, merke ich: Dieser Baum wird gut versorgt. Das Wurzelwerk wird gesund, und in meinem Leben wird eine gute Frucht produziert. Und deshalb kann Jesus sagen: Jeder, der gute Frucht bringt, jeder, der den Willen des Vaters tut, wird auch das Reich der Himmel erben und wird eintreten können.

Wir kennen das Psalmwort, Psalm 1, Vers 1: Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt. Hier ist der schlechte Baum, der sich in schlechter Gemeinschaft befindet.

Hör an dieser Stelle gut zu. Denn das, was wir hier gerade erleben, ist nur ein Ausschnitt einer ganzen Woche. Es sind nur eineinhalb Stunden – und wenn die Predigt lange geht, vielleicht zwei Stunden, in denen du hier in guter Gemeinschaft bist. Aber ich frage dich: Wo bist du im Alltag wiederzufinden? Mit wem gibst du dich ab? Wer hat Einfluss auf deine Seele? Wer hat Einfluss auf dein Herz? Womit füllst du dich – tagein, tagaus?

Gottes Wort sagt, Psalm 1,Verse 1 bis 3: Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit – nicht der seine Frucht bringen könnte – und dessen Laub nicht verwelkt; alles, was er tut, gelingt.

Dieser Baum wird blühen. Er wird blühen. Er muss blühen. Es ist eine Konsequenz, weil dieser Baum an Wasserbächen gepflanzt wurde. Und so ist auch das, was Jesus uns zu sagen hat und wer Jesus ist: Er ist für uns Wasser des Lebens – und er nährt unser Wurzelwerk. Dadurch wird unser Herz verändert. Dadurch, dass wir wissen, wer Jesus für uns ist, und wir in seiner Nähe sind. Und daraus folgt dann ein Lebensstil, der einen Unterschied macht in dieser Welt.

Ein Leben, das nicht nur in Gottes Augen schön ist, sodass wir Gott gefallen, sondern ein Lebensstil, der auch ein Segen für diese Welt ist. Das ist doch das Wunderbare: Wenn wir in Jesu Fußspuren gehen, dann gefallen wir nicht nur unserem Vater im Himmel, sondern wir sind auch ein Segen für diese Welt. Dort, wo Gottes Wort viel Platz hat in einer Gesellschaft, meine Lieben, wird sich diese Gesellschaft sogar verändern und in die Wege Gottes hineingeführt werden.

Und es ist eine Schande, dass wir in den vergangenen Tagen sehen mussten, wie man sich politisch von Gottes Wort verabschiedet hat und das ungeborene Leben im Leib der Mutter für nichts erachtet wird.

Und darum ist es wichtig: Wenn wir uns auf Gottes Wort stellen, wenn wir Gott kennen, dann wird das auch unser Denken und unser Handeln verändern – und es wird ein Segen sein für diese Welt, für die Generationen, die nach uns kommen. Aber wenn wir uns von Gottes Wort verabschieden, dann wird es in dieser Welt Chaos geben, denn es gibt kein Vakuum! Die Dinge werden gefüllt, die Dinge werden gefüllt – und die Frage ist: Mit welchem Gedankengut?

Wir sind dazu da, Gott zu kennen und Gottes Wort zu säen, damit es Frucht bringt – auch in unserer Nation.

Lasst uns noch einmal diese Worte hören, Verse 24 bis 27: Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird mit einem törichten Mann zu vergleichen sein, der sein Haus auf den Sand baute; und der Platzregen fiel herab und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß.

Wir kennen diese Geschichte, denke ich – zumindest diejenigen, die als Kind in den Genuss von Kindergottesdiensten kamen. Ganz stark. Die Kinderbibeln sind voll von dieser Geschichte, weil sie einfach super easy ist. Es ist eine einfache Story, die geistliche Prinzipien so erklärt, dass sogar Kinder sie verstehen. Aber diese Dinge halten auch für uns Erwachsene noch etwas bereit.

Wir müssen bei dieser Geschichte aufpassen: Wir haben es hier nicht mit einem „sweet Jesus“ zu tun, mit einem „süßen Jesus“, der ganz freundlich am Rande steht und sagt: Übrigens, ich habe hier ein Angebot für dich. Du kannst in diese Richtung oder in jene Richtung gehen. Schau mal, wie du dich entscheidest. Sieh mal zu.

Ich glaube, dass wir oft vergessen, wie Jesus hier spricht. Jesus zeigt uns hier nicht nur zwei nette Optionen auf. Das hier ist eine drastische Warnung! Eine Aufforderung an den, der ihm gerade zuhört. Das ist kein netter Talk, den Jesus führt. Das ist ein hartes Wort, das er seinen Zuhörern entgegenschmettert.

In unseren Tagen sind wir Prediger vielfach so geprägt, dass wir, wenn es um Jesus geht, um das, was er sagt, um das, was Gottes Willen ausmacht, nur freundliche Einladungen an unsere Zuhörer aussprechen. Wir sprechen davon, dass Jesus sich herzlich wünscht, dass du auf seiner Seite bist, dass du mit ihm gehst. Wir reden davon, dass Jesus um deine Treue wirbt und ein Herz voller Hoffnung hat, dass du doch zu ihm kommst und vielleicht überlegst, mit Jesus zu sein, gemeinsam mit ihm zu laufen. Auch wenn diese Facetten ihre Begründung und ihre Berechtigung haben, kommen sie doch nicht dem gleich, was Jesus hier sagt.

Was Jesus hier sagt, ist etwas ganz anderes!

Es ist keine nette Einladung. Jesus lädt hier nicht einfach ein: Es wäre nett, wenn wir gemeinsam durchs Leben gehen würden. Er sagt: Wenn du mir nicht folgst, bist du töricht – das heißt, du bist dumm.

Ich weiß nicht, wie oft jemand zu dir gesagt hat, dass du dumm bist. Das ist nicht so cool. Wir sehen es in unseren Bibeln, man schreibt lieber „töricht“. Das wirkt nicht so wie Klartext. Es wäre ein Spaß gewesen, wenn wir hier gefragt hätten: Definiere den Begriff „töricht“. Was dabei wohl herausgekommen wäre? Ich weiß nicht, ob jeder sich wirklich im Klaren ist, was „töricht“ bedeutet.

Du bist ein Dummkopf. Das ist das, was Jesus sagt. Also, wenn du ein Problem mit mir hast, sorry, aber: Jesus sagt: Wenn du mir nicht folgst, wenn du meiner Aufforderung nicht nachkommst, dann bist du ein dummer Mensch. Als ob du kein Hirn im Schädel hättest. Willst du zu den dummen Menschen gehören? Willst du als dumm betitelt werden?

Es gibt hier eigentlich keine zwei Wahlmöglichkeiten – es gibt nur eine Wahl: Höre und tue! Höre mich – und handle auch danach! Deshalb ist es kein Wunder, dass wir diese Worte immer wieder aus Jesu Mund hören. In Lukas 8 heißt es: Meine Mutter und meine Brüder sind diejenigen, die zu mir gehören. Zu ihnen habe ich ein verwandtschaftliches Verhältnis. Wir gehören zusammen.

Lukas 8, Vers 21: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun.

Diese beiden Dinge gehören zusammen, und sie dürfen nicht getrennt werden. Jesus sagt nicht: Du hast die Freiheit, diese Dinge auch zu trennen: Du hörst es zwar – aber du tust es nicht. Nein! Das wäre dumm und töricht. Meine Mutter und meine Brüder sind diejenigen, die hören – und die Worte Gottes tun.

In Johannes 13, Vers 17, als Jesus den Jüngern zeigt, wie man dient und er ihnen die Füße wäscht – Dienst! Wir hatten es vorhin darüber: Kaffee trinken – und danach seid ihr gefragt – sagt er ihnen: Wenn ihr dies wisst – wie man einander dienen soll –, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!

Ihr seid nicht glückselig, weil ihr wisst, was ich sage. Nein! Man kann euch glücklich nennen – und eben nicht dumm – weil ihr wisst, wer hier spricht, weil diese Worte auf guten Boden fallen und weil ihr danach handelt. Hören und tun! Hören und tun! Hören und tun!

Jakobus 1, Vers 22, sagt zu uns: Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen! Das ist das, was Jakobus sagt. Auch Jakobus war geprägt von dem Bibelwort, das uns heute beschäftigt, weil er wusste: Jesus ist der Meinung: Wer nur hört und nicht tut, der betrügt sich am Ende selbst. Und Jesus beschreibt es so: Das ist dumm, das ist äußerst töricht. Wenn Jesus zu uns spricht, dann erwartet er, dass wir auch danach handeln, dass wir auch in seinen Fußspuren laufen.

Meine Lieben, wir haben es mit Jesus zu tun! Er beratschlagt sich nicht mit uns. Jesus fragt dich nicht! Jesus fragt dich nicht, was gut ist – Jesus sagt dir, was gut ist. Er fragt dich nicht, was du als heilig empfindest. Jesus fragt dich auch nicht, was du als Sünde betrachtest, sondern er sagt dir, wie es um diese Dinge steht.

Und ich glaube, dass wir im Westen große Probleme haben, anzuerkennen, dass wir es mit Gott höchstpersönlich zu tun haben, der uns sagt, wie das Leben funktioniert – der uns aber nicht um Rat fragt. Jesus macht auch keine demo-kratische Abstimmung: Liebe Gemeinde, welchen Kurs möchtet ihr gerne fahren?

Ja, in Gundelfingen machen sie das so, in Kenzingen machen sie das so. Gemeinde Emmendingen, lasst uns doch demokratisch darüber befinden. Die wichtigen Dinge des Lebens – wie wollt ihr sie handhaben?

Meine Lieben, so funktioniert das teilweise in unseren Gemeinden. Wir stimmen darüber ab, was gesunde Lehre ist, was christliches Leben auszeichnet – und was nicht. Ich wusste nicht, dass Jesus gesagt hat: Und klug ist derjenige, der einen guten demokratischen Prozess durchlaufen hat. Jesus erwägt keine Möglichkeiten, die wir dann durchspielen. Jesus sagt, was er will. Und es ist nicht schwer zu verstehen, was Jesus will. Es ist nicht schwer zu verstehen, was Jesus will. Am Ende dieser Predigt fordert Jesus von uns Gehorsam ein. Jesus fordert Gehorsam ein. Gehorsam!

Hättest du gewusst, dass das der heutige Predigttitel ist, vielleicht hättest du dir einen anderen Sonntag ausgesucht, um zu kommen. Also: Notausgang und Haupteingang sind offen – man kann noch fliehen.

Wir sind diese Sprache nicht mehr gewohnt. Wir empfinden es als komisch, wenn wir darüber nachdenken, dass unser Glaube von Gehorsam geprägt sein soll. Aber das ist es, was Jesus von uns möchte – Gehorsam ihm gegenüber.

Vielleicht denken wir dann: Na ja, die Menschen damals waren auch noch anders unterwegs als wir. Sie waren nicht wie wir, und sie kamen besser damit klar. Deshalb hatten sie auch keine Not damit, mit einem solchen Vokabular zu arbeiten und einen so klaren Jesus zu hören. Meine Lieben, die Menschen damals waren nicht anders als wir heute.

Warum kann ich das sagen?

Verse 28 und 29: Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte, da erstaunten die Volksmengen sehr über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

Hier steht nicht nur, dass sie staunten. Vielleicht kennt ihr das aus den Kinderbibel-Bildern, wo alle staunend stehen – „Oh!“ Kennt ihr das? Großartig. Das ist viel zu wenig. Der Begriff, der hier verwendet wird, ist nicht einfach nur: „Hoppla, das ist ja überraschend!“ Nein! Sie sind entsetzt! Sie sind außer sich, über das, was sie hier hören. Sie sind schockiert, sie sind überwältigt, sie sind in Erregung, sie sind fassungslos, sie sind betroffen, sie geraten außer sich. Was ist das, was hier auf uns zuströmt, diese Worte, die wir hier hören? Um Himmels willen, was sagt dieser Mann hier?

Das ist nicht einfach nur ein: „Oh!“ Das ist ein: Hast du gehört, was er gerade gesagt hat? Und die Bibel sagt uns an dieser Stelle auch, warum sie entsetzt sind: Denn er war jemand, der in Vollmacht gesprochen hat. Was bedeutet dieses Wort „Vollmacht“? Dieses Wort bedeutet: Er hat mit Autorität gesprochen. Oder du kannst genauso gut übersetzen: Er hat mit Befehlsgewalt gesprochen.

Jesus spricht zum Schluss der Bergpredigt nicht in diese Weise: Ja, meine lieben Freunde, wählt Tor 1 oder Tor 2 – und am Ende werdet ihr sehen, ob ihr richtig steht. Nein! Sie haben gemerkt: Der, der hier spricht, ist ein Donner vom Himmel, ein Rauschen der Meere, das uns trifft. Das verlangt unser Gehör und fordert unsere komplette Loyalität und unseren kompletten Gehorsam ein. Wir sind schockiert darüber, dass jemand so auftritt und diese Forderung stellt.

Meine Lieben, das ist nicht nur eine nette Kindergottesdienstgeschichte.

Jesus kommt hier radikal als König, Herr, Meister und Gott in Person. Und er sagt dir, was gut für dein Leben ist – und dass es keine Optionen gibt. Wenn du mich hörst – dann tue. Wenn du mich hörst – dann handle.

Denn unser Text sagt uns: Der Tag wird kommen. Der Tag wird kommen, wo Platzregen, Ströme und Winde über uns hereinbrechen werden und uns offenbaren, wie wir unterwegs waren. Egal, auf welchem Fundament du baust – ob auf dem Felsen oder auf Sand – in unserem Text lesen wir: Beide werden erleben, dass der Platzregen kommt. Ströme und Winde werden alles erschüttern. Jesus bereitet die Menschen darauf vor: Es wird ein Tag kommen, an dem ich wiederkommen werde. Ich werde wiederkommen.

David, der vorhin hier Schlagzeug gespielt hat, trägt ein T-Shirt. Hat jemand gelesen, was darauf steht? Da steht: „Löwe und Lamm“. Ich weiß nicht, ob David sich selbst damit meint – aber ich glaube, das ist ein Bekenntnis auf Jesus hin, der uns in der Bibel sowohl als das Lamm Gottes als auch als der Löwe von Juda beschrieben wird.

Jesus ist gekommen – und wie ein Opferlamm gestorben am Kreuz. Alles, was wir verbockt haben, hat er getragen, damit die Sünde uns nicht mehr bestimmen soll. Stattdessen können wir in Gottes Spur laufen. Aber Jesus wird wiederkommen – wie ein Löwe. Jesus ist kein Baby in der Krippe mehr. Jesus kommt wieder – als der gerechte Richter. Und damit konfrontiert er schon hier die Leute: Es wird der Tag kommen – da kommt Platzregen, und du wirst merken, dass es mächtig rumpelt.

Vor ein paar Tagen war es in Denzlingen so – bei euch bestimmt auch, wenn ihr aus dem Landkreis kommt. Ich war gerade mit dem Auto unterwegs, eigentlich war das Wetter okay – so wie jetzt. Und plötzlich wurde alles total düster. Die Bäume klatschten in die Hände – aber nicht vor Freude.

Bei uns im Hof: Das Spielzeug lag überall, die Äste flogen herum. Du musstest dich in Sicherheit bringen. Du musstest dich in Sicherheit bringen. Beim Einsammeln der Gegenstände rief meine Frau mir zu: „Komm schnell rein“ – weil wir nicht wussten, ob der Ast, der gerade abgeknickt war, herunterfällt und mich dann trifft. „Bring dich in Sicherheit!“ Wo bin ich dann hineingelaufen? Ich bin nicht in die Scheune von Rothenbergers gelaufen – so gut sie auch ist. Ich bin in ein feststehendes Haus gegangen.

Meine Kinder hatten Angst. So: Oh Mann, was wird jetzt passieren? Hey, unser Haus steht auf Felsen. Wir haben in Deutschland das Glück, gute Häuser zu haben. Amen. Wir leben nicht in Amerika, wo nur Pappe steht – wenn der Sturm kommt – zack, ist es weg. Sondern wir leben in Deutschland – und hier weiß man, wie man Häuser baut.

Die Frage ist: Leben wir in einem Deutschland, wo man auch weiß, wie man geistlich auf Felsen baut?

Und Jesus sagt: Bringe dich in Sicherheit! Der Platzregen wird kommen. Baust du auf Felsen? Ich bin der Felsen. Aber dieser Text sagt nicht nur, auf Felsen bauen ist auf Jesus vertrauen. Auf Felsen bauen bedeutet: Zu Jesus gehören, ihn hören – und dann danach handeln. Wer sagt: Ich gehöre zu Jesus und sagt: Herr, Herr!, aber nicht tut, was er sagt, baut nicht auf Felsen und wird am Ende der Tage ein böses Erwachen erleben.

Gehorsam, meine Lieben, ist die einzig angemessene Antwort, wenn wir es mit Jesus zu tun haben. Du weißt viel von Jesus. Du hast viel von Jesus gehört. Und wenn du hier in der Gemeinde bist, erkennst du: Wir gehen echt tief in das Wort hinein. Die Frage ist: Handelst du danach? Tust du das, was Jesus sagt?

Jesus nennt uns klug – nicht dumm. Er nennt uns klug, wenn wir dazu ein freudiges und leidenschaftliches Ja! finden – wenn wir mit ganzem Herzen sagen können: Ja, ich will Jesus gehorsam sein. Kannst du das heute sagen? Kannst du hier und heute sagen – nicht dass du perfekt bist, darum geht es hier gar nicht – sondern: Ich entscheide mich für den Gehorsam, Gott gegenüber.?

Wir müssen uns diese Frage stellen, denn mich bekümmert es sehr, dass die einfachsten Dinge des Reiches Gottes unter uns Christen oft infrage gestellt werden. Mich bekümmert es sehr, dass du mit Christen in Wortstreit kommst über die ganz einfachen Basics des christlichen Glaubens. Wir haben manchmal Mühe, die einfachen Worte Jesu zu glauben und danach zu handeln – sie in die Tat umsetzen zu wollen.

Findest du das Wollen in dir? Hast du dieses Wollen in dir: Jesus, ich folge dir – egal wohin? Bei manchen Christen frage ich mich: Wo ist das? Ja, meine Lieben, wenn wir hören – wenn wir heute hören – dann müssen wir tun. Herr Jesus, verändere mein Herz, denn ohne dich werde ich das Einfachste überhaupt nicht in die Tat umsetzen können. Ich muss von dir geprägt werden.

Hey Leute, deshalb versammeln wir uns hier. Darum treffen wir uns hier: Um nah bei Jesus zu sein und seine Worte in unser Herz fallen zu lassen. Wir leben nach Corona in einer Zeit, in der … Wir haben den Luxus, dass unser Raum immer zum Platzen voll ist. Aber es gibt viele Christen, die verlernt haben, die Gemeinschaft der Kinder Gottes aufzusuchen, die einfachsten Dinge zu tun: sich von Gottes Wort nähren und konfrontieren zu lassen, sich auf die gerade Spur bringen zu lassen, und zu hören: Herr, was hast du für mich bereit? Ich möchte hören, und ich möchte in deiner Spur laufen.

Meine Lieben, im Neuen Testament sehen wir, dass die Jünger, die Jesus nachgefolgt sind, in ihm nicht nur einen netten Ratgeber gesehen haben, sondern sie haben Jesus als den Gebieter höchstpersönlich identifiziert. In Judas Vers 4 lesen wir, dass Judas Jesus unseren alleinigen Gebieter und Herrn Jesus Christus nennt. Wann hast du das letzte Mal über

Jesus so nachgedacht? Wenn ich im Neuen Testament lese, dass Judas – nicht Judas Iskariot, der Jesus verraten hat, es gab noch einen anderen – über Jesus sagt, dass er unser alleiniger Gebieter ist, dann frage ich mich: Ist das auch mein Denken über Jesus? Oder: Wo bin ich in meinem Leben, bastle ich mir die Dinge zusammen und lege sie mir zurecht? Judas sagt – und das macht er nicht mit knirschenden Zähnen –: Jesus ist unser alleiniger Gebieter und Herr.

Petrus sieht in 2. Petrus 2, Vers 1, in Jesus den Gebieter, der sie erkauft hat. Meine Lieben, derjenige, der uns gebietet – der als Gebieter kommt und von uns Gehorsam einfordert –, ist auch derjenige, der uns erkauft hat. Warum bringt Petrus das so auf die Spitze? Weil: Derjenige, der in Autorität und Befehlsgewalt Gehorsam von dir einfordert, derselbe ist, der sein ganzes Leben für dich gegeben hat, der dich bis zum Ende geliebt hat und dich in alle Ewigkeit lieben wird.

Mit diesem Jesus haben wir es zu tun. Jesus ist kein Kommandeur, der dir sagt: Tu dies, tu das, aber selbst nicht mit im Spiel ist. Sondern er sagt: Ich beschütze dich. Ich liebe dich. Ich eifere für dich. Ich habe dich vor Ewigkeit erdacht. Ich habe einen Plan für dein Leben, und ich will dich nicht fallen lassen. Ich werde dich gegen diese Ströme, gegen diesen Platzregen bewahren.

Und wenn wir erkennen: Wir haben es mit einer durch und durch liebenden Person zu tun, dann sind wir wirklich dumm, wenn wir nicht erkennen, dass Jesus unser Gebieter ist und wir an diesem Tag sagen müssen: Jesus, alles, was aus deinem Mund kommt, ist Gebot für mich. Nicht, um mein Ticket ins Himmelreich zu bekommen, sondern um dir zu zeigen, dass du anbetungswürdig bist.

Anbetung ist doch nicht einfach, dass wir in einen emotionalen Zustand versetzt werden, wo wir Gefühle von Dankbar-keit und Liebe empfinden und sie dann besingen. Anbetung ist dann, wenn wir sagen: Herr, du bist heilig. Und das, was du sagst, ist heilig. Herr, das, was du sagst – dem folge ich. Das, meine Lieben, ist Anbetung.

Jesus hinterherzulaufen, in Jesus wahre Weisheit zu erkennen, in Jesus die Gerechtigkeit zu erkennen, sie liebzugewinnen und zu sagen: Herr, ich bin nicht perfekt – und das weißt du besser als ich. Ich mache viele Fehler. Und ich werde bis zum Ende Fehler machen. Aber Jesus, ich will dir immer ähnlicher werden. Ich liebe dich – und damit ehre ich dich. Damit respektiere ich dich. Aber wenn ich nicht auf Jesus höre, nicht in seiner Spur laufen möchte, dann respektiere ich Jesus auch nicht.

Meine Frau und ich sind schon sehr lange zusammen, und wir kennen uns sehr gut – und ich liebe meine Frau. Wenn sie mir sagt, dass sie sich etwas wünscht, dann geht das nicht hier rein und da raus. Ich höre hin. Und wenn es nicht gerade Sünde ist, die meine Frau vor mir fordert, dann tue ich, was ich höre. … als Haupt der Familie. Ja, ich diene dann meiner Familie. Ich diene meiner Frau, weil ich sie respektiere. Ich ehre sie damit, wenn ich ihre Worte schätze.

Meine Lieben, dafür ist die Bergpredigt da – dass Jesus uns den Willen Gottes zeigt.

Er sagt: Leute, ihr erfüllt das Gesetz nicht – das tue ich. Das hat er ganz zu Anfang klargemacht: Bekommt es nicht auf die falsche Kette – ich erfülle das Gesetz. Aber wenn du mit mir bist und mich lieb hast, und mich wirklich anbetest und respektierst als König, dann wirst du hören – und du wirst nicht nur beim Hören bleiben, sondern du wirst tun. Und am Ende des Tages ist es diese eine Sache, die einen Christen von einem Nichtchristen unterscheidet, einen Gläubigen von einem Religiösen, einen Jünger von einem Gottlosen, ein Gotteskind von einem Fremden, einen guten Baum von einem schlechten Baum, den schmalen Weg von dem breiten Weg, ein Schaf von einem Wolf: Glaubensgehorsam!

Glaubensgehorsam. Das ist der Unterschied. Das ist der Unterschied.

Und ich glaube, dass Jesus ganz zum Schluss diese Pointe setzt … Das ist ja auch irgendwie krass.

Wenn ich zu ihm sagen würde: Jesus, um eine Predigt zu beenden – dafür gibt es ein paar Regeln. In Predigerseminaren lernst du: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Wie hole ich die Leute ab? Die Predigt sollte auch mit ein paar persönlichen Berichten gewürzt sein, und zum Schluss sagst du etwas Mutmachendes …

Jesus beendet seine Predigt in dieser Weise – und alle sind entsetzt. Völlig fertig! Völlig blank! Und wir sagen: Jesus, Predigerseminar – setzen, sechs!  Ich glaube, dass Jesus bewusst so endet, weil er damit die Spreu vom Weizen trennt. Er trennt damit die Spreu vom Weizen.

Wir müssen zum Ende kommen.

An dieser Stelle wird sehr gern eingewandt: Aber Waldemar, wenn du das so sagst – Gehorsam rettet uns doch nicht! Nur unser Glaube allein rettet uns. Ist das nicht biblische Lehre? Jetzt kommst du und drückst so sehr aufs Tun, Machen und Gehorchen.

Jesus sagt in Johannes 15, Vers 14 – und schaut, wie er es sagt: Ihr seid meine Freunde. Kennt ihr dieses Wort? Bitte jetzt nicht an die Wand darstellen. Kennt ihr das, ihr seid meine Freunde? Wisst ihr auch, wie der Satz weitergeht? Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

Ups! Viele haben im Ohr: Jesus nennt uns Freund. Aber Jesus sagt auch, wie diese Freundschaft aussieht: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Jesus selbst hat den Anspruch, dass er der Gebieter ist, dass er Herr und Meister über unser Leben ist. Und in unserem Gehorsam zeigt sich unsere Freundschaft.

Auch hier: Durch dein Handeln verdienst du dir die Freundschaft von Jesus nicht. Stattdessen zeigt dein Handeln, ob Jesus in Wahrheit dein Freund ist. Es wird offensichtlich. Es wird offenbar. Es kommt aus der Deckung hervor, ob wir wirklich Freunde sind. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

Deshalb spricht er davon: Der gute Baum wird gute Frucht hervorbringen.

Wer glaubt, tut, was Jesus sagt. Aber wer nicht tut, was Jesus sagt, glaubt auch nicht an ihn. That’s so simple. So einfach ist das.

Sean Douglas O’Donnell sagt dazu, Zitat: „Obwohl man allein durch den Glauben an ‚Christus alleingerettet wird – haben wir diesen Satz? Obwohl man allein durch den Glauben an ‚Christus alleingerettet wird, bleibt dieser rettende Glaube niemals allein. Jetzt spricht er über diesen Glauben: Er handelt, er liebt, er gehorcht, er erträgt, er hält durch – nicht perfekt, aber beharrlich.“ 

So wie meine Ehe: Die Liebe wird sichtbar, das Hören aufeinander, das einander Dienen – nicht perfekt, aber beharrlich, aber beharrlich – bis zum Schluss.

Einige haben in ihrem Kopf: Ich muss nur ein Gebet sprechen, dass ich an Jesus glaube, und dann bin ich safe. Leute, wir haben in dem Fall vielleicht ein verkehrtes Verständnis von Glauben. Glauben ist nicht einfach etwas für Wahr halten. Glauben bedeutet Vertrauen. Vertrauen sieht man, erkennt man. Wenn ich sage: Lass dich fallen. Und du sagst: Ich glaube dir, aber du lässt dich nicht fallen – wie viel ist dieser Glaube wert? Nichts! Hey, ich vertraue dir, dass du mich fängst. Aber warum lässt du dich dann nicht fallen? Hey, ich vertraue dir mit ganzem Herzen. – Dann lass dich doch fallen. – Nee, aber zweifle nicht daran, ich vertraue dir wirklich. – Nee, du würdest dich fallen lassen – in meine Arme.

Glaube war noch nie eine rein ideelle, theoretische oder abstrakte Angelegenheit. Es sind nicht einfach Glaubenssätze, die ich nachbete. Praktischer Gehorsam Jesus gegenüber war schon immer ein Erkennungsmerkmal von Menschen, die Jesus wirklich vertraut haben.

Lasst uns in ein paar Verse hineingehen, und dann müssen wir das Ende einleiten. Und dann hören wir vielleicht ein paar Zeugnisse aus unserer Runde von Menschen, die erlebt haben, was es für einen Unterschied macht, Jesus zu vertrauen und ihm zu glauben – in der Praxis.

In Apostelgeschichte 6, Vers 7 wird über die erste Gemeinde berichtet, und dort lesen wir: Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich sehr; und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam. Bemerkt ihr die Spannung, die hier hineingelegt wird? Wenn Gottes Wort wächst und die Menschen Jesus nachfolgen, dann denken sie nicht nur abstrakt, dass etwas wahr ist, sondern sie werden diesem Glauben gehorsam. Sie hören – und sie tun.

In Römer 6, Vers 16 beschreibt Paulus es etwas theologischer: Entweder Sklaven der Sünde zum Tod oder Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit. Diese zwei Weisen gibt es. Entweder bin ich der Sünde verschrieben, die in den Tod führt – wo Jesus sagt: Wer auf Sand baut, der wird fallen, und sein Fall wird mächtig sein, er wird groß sein –, oder ich bin Sklave des Gehorsams zur Gerechtigkeit. Das bedeutet: Ich bin dem Gehorsam komplett verschrieben. Das ist meine Identität. Ich bin ein Knecht Gottes.

Das ist eine Sprache, die wir gar nicht gerne erwähnen.

Übrigens, ein Nebenfakt: Jesus nennt seine Jünger Freunde – das haben wir soeben gelesen. Interessant ist, dass die Apostel, wenn sie ihre Briefe schreiben …Geht einmal durch die Briefe und lest immer nur die ersten zwei, drei Verse. In den ersten Versen stellen sich die Apostel immer vor. Und du wirst nie lesen, dass unter anderem Apostel Paulus sagt: Ich, Apostel Paulus, Freund Jesu Christi. Niemand schreibt so. Wer weiß, was sie schreiben? Paulus schreibt: Apostel Paulus, Knecht Jesu Christi. Und das griechische Wort für „Knecht“ heißt: Sklave. „Knecht“ hört sich da auch noch ein wenig abgesoftet an.

Ich bin ein Sklave Jesu Christi, denn er hat mich erkauft. Ich gehöre ihm. Ich gehöre nicht länger der Sünde. Ich bin nicht länger Sklave der Sünde. Ich werde nicht länger vom Teufel regiert, sondern ich gehöre jetzt jemand anderem. Ich bin sein Besitz. Ich gehöre ihm – ganz und gar.

Und deswegen kann ich sagen: Ich, Waldemar, bin und will Sklave Jesu Christi sein, meines Gebieters, meines Herrn, der mich durch und durch liebt und der mich trägt – bis in alle Ewigkeit.

Und Paulus sagt hier in Römer 6, Vers 16, dass wir Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit sind. Also, Gerechtigkeit wird sich breitmachen in unserem Leben.

Hebräer 12, Vers 14 sagt: Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung … Wir sollen nach Frieden und Heiligung jagen. Wir sollen diesen Dingen nachjagen. Sie sollen Ziel für unser Leben sein, damit Gott unser Herz verändert. Warum sollen wir dem nachjagen? Das Wort geht weiter: Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird. Ohne Heiligung wirst du den Herrn nicht sehen. Denn der Pfad zum Königreich – ins Himmelreich – ist ein Pfad der Heiligung. Es ist ein Pfad der Heiligung. Denn dort, wo Jesus ist, auf dem Weg – ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben –, wenn wir auf Jesus Spur ins Himmelreich sind, dann wird – wenn unser Weg von Jesus begleitet wird – das einen Effekt auf unser Herz haben. Es wird einen Effekt auf unser Denken und auf unser Handeln haben. Und deshalb kann der Hebräerbrief so krass sagen: Ohne Heiligung wird niemand den Herrn schauen. Denn ohne Heiligung bist du gar nicht auf dem Weg in das Himmelreich, weil du dich für etwas ganz anderes entschie-den hast.

Aber wenn du dich für Jesus entscheidest, dann entscheidest du dich auch dafür, dass er Herr ist, dass er Gebieter ist – und dass du ihm zur Loyalität verpflichtet bist. In Römer 6, Vers 17 sagt Paulus: Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre – also dem, was gepredigt wurde –, dem ihr übergeben worden seid! Hier steht nicht, dass Kinder Gottes im Gehorsam widerspenstig sind, sondern es heißt: „Von Herzen gehorsam geworden.“

Ich glaube wirklich, dass diese Botschaft – wenn wir sie in unseren Gemeinden durchziehen würden – die Spreu vom Weizen trennen würde.

Liebst du es, Jesus gehorsam zu sein? Liebst du es, Jesu Worte in deinem Leben in die Tat umzusetzen? Ist es dein Wunsch, dein erklärter Wille, dein Gebetsanliegen: Herr, habe du deinen Willen in meinem Leben? Wir beten doch so gerne das Vaterunser: „Dein Wille geschehe.“

Paulus sagt den Römern ganz zum Schluss in Römer 16, Vers 19: Denn die Kunde von eurem Gehorsam ist zu allen gekommen. Die Römer haben sich so verhalten, dass Paulus sagt: Ihr gebt ein so bemerkenswertes Zeugnis ab, dass ihr für Gehorsam gegenüber Gott bekannt seid.

Ich frage mich: Was sagt man über die Christusgemeinde Emmendingen? – Jetzt nicht Feuer rufen. Dany, halte dich zurück. Ist die Christusgemeinde bei allen für ihren Glaubensgehorsam bekannt? Ist die Christusgemeinde bekannt für einen Gehorsam gegenüber Gott, der aus dem ganzen Herzen kommt, weil wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?  Nicht aus reiner Pflichterfüllung, sondern: Herr, ich will dir eine Freude machen. Du liebst mich, ich liebe dich – und das will ich dir gerne zeigen. Hilf mir dabei!

Jesus fordert hier von uns Gehorsam ein.

Und wir als Gemeinde – das ist das Letzte, was ich sage – werden in dem Maß den Segen Gottes und sein Eingreifen in unserem Leben erfahren, in dem Maß, wie wir dem Wort Gottes gehorsam sind. Wenn wir uns als Gemeinde entscheiden, in Kompromissen zu leben, werden wir eines Tages von Jesus hören: Ich kenne deine Werke. Die Christen und Bibelinsider wissen: Das ist ein Zitat aus der Offenbarung, Kapitel 2. Jesus kommt zu den Gemeinschaften und sagt: Vers 2: Ich kenne deine Werke. Vers 4: Du hast deine erste Liebe verlassen. Geh zurück! Vers 5: Tue Buße und tue die ersten Werke! Die erste Liebe, als du mich kennengelernt hast. Als du gesagt hast: Gott, du bist begehrenswert. Ich habe Sehnsucht nach dir. Ich habe Freude an deinem Wort – so wie einer, der große Beute gemacht hat. Herr, dir zu dienen ist keine Pflicht – es ist ein Privileg. In deinem Wort zu wandeln, das ist ein Vorrecht.

Und ich möchte uns dazu auffordern, mit diesen Gedanken die Bergpredigt zu verlassen: Herr, ich möchte jemand sein, der auf Felsen baut. – Das heißt: Ich will jemand sein, der hört und tut. – Denn in der Offenbarung, Kapitel 2 heißt es auch, Vers 11: Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Was der Geist den Gemeinden sagt – das haben wir in der Bergpredigt sehr detailliert gehört.

Herr, mach uns zu treuen Jüngern.

Sklave Jesu Christ zu sein – damit gewinnt man heutzutage keinen Preis, Jesus. Machen wir uns nichts vor – niemand will Sklave von irgendjemandem sein. Aber wenn wir erkennen, dass du ein guter Herr bist, und wenn wir erkennen, dass wir ohne dich ohnehin Sklaven sind – der Sünde und des Todes –, dann bin ich doch nicht so dumm und bleibe in diesem Zustand. Stattdessen sage ich: Ich möchte einen anderen Herrn haben. Denn einen herrenlosen Zustand wird es nicht geben. Wir machen uns das manchmal vor, Herr, dass wir eigenständig wären, autonom, unser eigener Herr.

Aber du sagst: Wenn wir nicht bei dir sind, dann haben wir einen anderen Herrn.

Herr, lass uns diese Worte tief in unserem Herzen bewegen. Sodass wir nicht dumm, sondern klug sind und erkennen: Ich will einen anderen Herrn. Ich will einen Herrn, der mich liebt. Denn: Die Sklaverei der Sünde bringt mich nur zu Fall, sie will nur meine Zerstörung und bringt keine gute Frucht. Aber Herr, du gibst uns das Geschenk. Du gibst uns den Segen, dass wir als Individuen gute Frucht bringen dürfen.

Danke, dass du uns nicht abschreibst, Jesus. Du könntest uns auch am Rande liegen lassen – aber das hast du nicht gemacht. Du hast selbst dein Leben völlig hingegeben, dich völlig aufgeopfert, völlig aufgerieben für uns und hast die Sünde ans Kreuz getragen.

Danke, Jesus dafür. Danke, Jesus, dass du unser Herr bist. Und ich will bekennen – auch wenn es unbequem ist: Du bist mein Gebieter, Jesus. Deine Worte sind mir heilig. Herr, ich danke dir, dass du jegliche Forderungen des Gesetzes erfüllt und uns von diesem Druck befreit hast.

Jesus, du bist unser Leben, du bist unsere Gerechtigkeit – nicht mein Handeln.

Aber Herr, bitte mache du, dass unser Leben davon Zeugnis gibt, dass du in unserem Leben bist. Zeige, mach sichtbar in unserem Leben, dass wir zu dir gehören, dass wir den Mantel der Gerechtigkeit tragen – ganz unverdient – und dass dein Licht auf uns abfärbt, Jesus.

Herr, du siehst, wer hier in diesem Raum zu kämpfen hat und vielleicht auch frustriert ist, weil der Glaubensgehorsam fehlt. Herr, ich bitte dich: Lass du den Glaubensgehorsam in uns wachsen, und die Kunde unseres Gehorsams von diesem Ort weit erschallen – dass sie vielen Christen da draußen zur Ermutigung, zum Beispiel und zum Vorbild wird.

Diejenigen, die dich nicht kennen, sollen merken: Bei ihnen regiert jemand, der es gut mit ihnen meint. Bei ihnen im Hause regiert jemand, der sie liebt und der sie immer mehr verändert und heiligt – zum Guten. Ich will diesen Jesus kennenlernen. Ich will ihm mein ganzes Leben hingeben.

Wenn du heute hier bist und nicht sagen kannst, dass Jesus dein Gebieter und dein Herr ist, und wenn du hier bist und nicht weißt, ob du Vergebung der Schuld hast – geh nicht von hier weg. Nein! Komm nach dem Gottesdienst zu mir, und wir werden gemeinsam die Kraft des Blutes Jesu in Anspruch nehmen – für dein Leben. Denn Jesus ist für uns gestorben, damit die Sünde nicht mehr an uns klebt und wir frei zum Vater kommen dürfen – und voller Freude in die Gegen-wart des Herrn. Komm in diesen Genuss, in diese Freude der Versöhnung mit dem Vater im Himmel. Erkenne, dass er dich meint, dich liebt, und dich in alle Ewigkeit bewahren will. Und der Vater im Himmel will auch gute Frucht in deinem Leben erwecken.

Danke, Herr, dass du das tun kannst. Bewege du das Herz, das dies heute hören muss – und wir dann auch hören und danach tun.

Amen.

 

Bibelstellen:

Matthäus 7,24–29; Psalm 8; Bergpredigt: Matthäus Kapitel 5 bis Kapitel 7; Jesaja 61,11; Matthäus 5,13.14; Johannes 8,12; Matthäus 7,17; Psalm 1,1–3; Lukas 8,21; Johannes 13,17; Jakobus 1,22; Judas Vers 4; 2.Petrus 2,1; Johannes 15,14; Apostelgeschichte 6,7; Römer 6,16; Hebräer 12,14; Römer 6,17; Römer 16,19; Offenbarung 2,2.4.5.11.