8. November 2020

Ehemänner, die ihre Ehen und die Welt verändern

Ehemänner, die ihre Ehen und die Welt verändern

Bibeltext: 1. Petrus 3, 1 – 7 

Was war eigentlich für Petrus der Anlass, diesen Brief zu schreiben? Seine Motivation ist: Die verstreuten Christen in der heutigen Türkei zu stärken und ihnen vor Ort durch seine Weisungen Stabilität in Krisenzeiten zu bieten. Und um dieses Ziel der Stabilität der Gläubigen zu erreichen, hat der Heilige Geist Petrus einige Themen aufs Herz gelegt, die er den Christen im 1. Jahrhundert weitergegeben hat. Und das waren Themen wie: die Erwählung Gottes vor Grundlegung der Welt. Er hat ihnen etwas über Gottes Wort, die Bibel, weitergegeben. Er hat ihnen als festes Fundament die Gemeinde Jesu Christi schmackhaft gemacht. Es ging darum, wie sich Christen zum Staat verhalten sollen und unseren Umgang mit ungerechtem Leid. Petrus spricht Facetten an, bei denen der Geist Gottes denkt: Es ist wichtig für Christen, in durchschüttelten Zeiten, ein festes Fundament zu haben, damit unser Glaube fest steht. 

Und nun kommen wir im 3. Kapitel zu einem spannenden Thema: Es geht um die Ehe zwischen Mann und Frau. Es ist offenbar für den Heiligen Geist ein wichtiger Punkt, in Krisenzeiten die Ehepaare und die Ehe zu stärken und den Wert der Ehe hochzuhalten. Aber bevor wir in den Text hineingehen können, müssen wir zunächst unseren kulturellen Ballast abwerfen. Wenn wir uns mit dem biblischen Bild der Stellung des Mannes und der Stellung der Frau befassen, dann sind wir oftmals mit sehr starken Vorbehalten bepackt. Wir neigen dazu, dass wir aus unseren Erfahrungen, aus unseren Vorstellungen heraus die Bibel lesen. Einige Dinge sind uns fremd und dann nehmen wir Anstoß an dem, was wir lesen. Wir reflektieren unseren kulturellen Ballast nicht und denken nicht darüber nach, dass wir Kinder unserer Zeit sind und gewisse Vorstellungen haben. 

Bevor wir in diesen Text gehen und uns über die Ehe zwischen Mann und Frau unterhalten, lasst mich am Anfang zwei Dinge deutlich sagen: Erstens, ich kann nicht jeden sehen und ich weiß nicht, ob ich jeden kenne, aber das ist wichtig, egal, wer du bist, egal, woher du kommst, egal, woran du glaubst, egal, wen du liebst und wie du dich sexuell orien-tierst, du bist unter uns willkommen. Du bist unter uns willkommen, und du bist herzlich eingeladen, uns kennenzu-lernen, und wir freuen uns, dich kennenzulernen. Amen? Du sollst erleben, dass wir hier in unserer Gemeinde, Gemeinde ist nicht das Gebäude, sondern die Menschen, in der Christusgemeinde, jedem Menschen eine gehörige Portion Respekt, Wertschätzung und Liebe entgegenbringen wollen; egal, wie du zu den Dingen stehst, die heute gepredigt werden. Das war das Erste. 

Das Zweite, wenn es um Geschlechtsfragen, Sexualität und Ehe geht, dann blenden Christen biologische, soziologische, psychologische, pädagogische, biografische Aspekte natürlich nicht aus, aber als Christen vergessen wir auch nicht, dass es eine geistliche Perspektive der Dinge gibt. Es ist nicht nur ein Thema der Biologie, Psychologie und Soziologie, sondern es hat auch eine geistliche Komponente. Und die geistliche Perspektive ist für Christen maß-gebend, entscheidend und normativ. Wenn wir über Mann und Frau nachdenken, dann denken wir nicht: Was fällt uns dazu ein und was sagt unsere Kultur, sondern zuallererst, was sagt Gott? Unser Glaube ist, dass Gott real und lebendig ist, dass er sich uns bekannt macht, zu uns spricht und uns seinen Willen kundtut. Das hat er vorrangig durch die Bibel, durch sein Wort getan, und wir lernen durch sein Wort, er nimmt uns an, wie wir sind, aber er lässt uns nicht, wie wir sind. Jeder, der hier auf diesem Platz sitzt und Jesus nachfolgt, hat erlebt, er nimmt Umwandlungen vor in seiner Nachfolge; Umwandlungen am Charakter, Transformation, tiefgreifende Veränderungen in unserem Wesen. Niemand, der Jesus nachfolgt, kann nach einer gewissen Zeit sagen: Also bei mir hat sich eigentlich nichts verändert, ich bin immer noch der Alte. Das ist nicht möglich. Warum ist das nicht möglich? Gottes Wege, Gottes Vorstellungen, Gottes Wünsche, Gottes Ideen, Gottes Pläne für unser Leben sind oft nicht unsere. Gott ist eine andere Kategorie. Er sagt das auch an einer Stelle, Jesaja 55, Vers 8: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und meine Wege sind nicht eure Wege. Wir müssen einfach erkennen, wenn wir mit Jesus konfrontiert sind: Jesus, du bist ganz anders. Das bedeutet, ich werde mit Dingen konfrontiert, die ich ganz, ganz anders sehe aufgrund meiner Soziologie, Pädagogik und Biografie. Es gibt Umwandlungen, Umwälzungen in meinem Leben, Herr, weil deine Überzeugungen, deine Vorstellungen und Ideale oft von meinen abweichen. Selbst wenn die ganze Welt und auch Emmendingen es anders sieht, was heute gepredigt wird, müssen wir fröhlich und mutig bezeugen, der Schöpfer, der uns wunderbar gemacht hat, hat uns als Mann und Frau gemacht. Dinge, die du vor ein paar Jahrzehnten noch einfach akzeptiert hast: Okay, lasst uns in den Text gehen, wir lesen jetzt von Mann und Frau, sind heute nicht mehr selbstverständlich. Diese Dinge müssen von uns Christen klar adressiert werden, wir haben einen Schöpfer, und er hat gesagt, wie er uns gemacht hat. Er hat uns als Mann und Frau geschaffen. Und wer eine intime Beziehung mit einem anderen Menschen eingehen möchte, der darf das. Das ist sogar Gottes Idee, dass wir Menschen in der Regel nicht allein bleiben, sondern dass wir auch intime Beziehungen zu anderen Menschen führen. Und wenn du eine intime Beziehung mit einem anderen Menschen mit Gottes Segen und seinem Wohlwollen erleben willst, dann kannst du das in dem heiligen, lebenslangen Ehebund zwischen einem Mann und einer Frau. Wenn du hier heute als Gemeindemitglied oder Christ in den Reihen sitzt und denkst, ist die Bibel überhaupt noch relevant? Dieser Text ist, gerade in diesem Petrus-Setting der unsicheren Zeiten und dieser Wahrheit der Ehe, aktueller denn je. Im 21. Jahrhundert haben wir diese Wahrheiten, so glaube ich, nötiger als in den vergangenen Jahrhunderten hier in Europa. Und deswegen bin ich dankbar, dass Gottes Wort uns erhalten geblieben ist und wir da hineinschauen und lernen können, wie Gott sich die Beziehung zwischen Mann und Frau vorstellt. 

Ich möchte, nachdem wir natürlich alle innerhalb weniger Minuten unseren kulturellen Ballast losgeworden sind und uns auf die Wahrheit Gottes eingestimmt haben, mit euch 1. Petrus 3, die Verse 1 bis 7 lesen: Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens, im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten; wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. Ihr Männer ebenso, wohnt verständnisvoll mit ihnen zusammen als dem schwächeren, dem weiblichen Gefäß und gebt ihnen Ehre als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden! Amen  

Na, es wurde jetzt bei diesem Text schon ein bisschen stiller bei dem Amen. 

 Wenn du dich fragst, warum es immer seltener so ist, dass in Gemeinden Prediger Bücher Vers für Vers und Kapitel für Kapitel auslegen, dieser Bibeltext ist ein Beispiel dafür. Das sind so klassische Bibeltexte, bei denen Prediger sagen: Hoppla, in den Gemeinden haben wir ein Frauen-Männer-Verhältnis von 60 zu 40, vielleicht auch manchmal 70 zu 30, dieser Text hat so manche knackige Punkte, das lasse ich mal lieber sein, damit man mich am Ende des Gottesdienstes auch noch lieb hat. Denn ich wette, fast jeder von uns dachte an der einen oder anderen Stelle: Hä, was soll das denn jetzt? Was ich hier lese, ist anstößig. 

Vor der Vorbereitung hatte ich eigentlich gedacht, ich predige heute über alle sieben Verse; dann war ich in der Vor-bereitung und dachte: Nein, das muss eine Predigt in einer Reihe sein. Wir werden diesen Part aufteilen, heute geht es zuerst einmal um die Männer. Und was der Text über die Frauen sagt, da müsst ihr nächste Woche wiederkommen. Es wird spannend, glaubt mir. Schöner Köder, oder? Aber dieses Mal sind die Männer dran. Sind ein paar Männer da? Einmal die Hände hoch. Seid ihr da? Ja, einige sind sich noch nicht im Klaren, ob sie Mann sind. Du bist gut hier. Okay. Wir kommen hier direkt in unserem Text dazu, dass sich der eine dem anderen unterordnen soll. Diese Idee finden wir relativ häufig in der Bibel, wenn es um Mann und Frau geht. 

In Epheser 5, Vers 23 finden wir auch eine sehr starke Passage: Der Mann ist das Haupt und die Frau ordnet sich unter. Starke Worte; Worte, die in unseren heutigen Tagen schwierig sind, denn in uns ist doch sehr stark das Bedürfnis: Ich bin selbstbestimmt, ich bin mein eigener Herr, ich definiere meine Grenzen und niemand anderes, ich bin mein eigener Chef und ich sage, wo es lang geht. Aber seit 1. Petrus 2 lernen wir: Gott hat unterschiedliche Ordnungen und Verantwortungsbereiche verteilt; aber daran nehmen wir häufig Anstoß. 

Aber wenn wir zu diesem Text kommen, dann sollte es eigentlich keine Überraschung sein, denn wir haben schon die ganze Zeit über gewisse Ordnungen und Unterordnungen gesprochen. Wenn Gott bestimmte Berufungen ausspricht, die mit besonderen Verantwortungen einhergehen, dann hat er damit niemals, höre mich(!), Diskriminierung oder Herabwürdigung zum Ziel. Wenn jemand über jemand anderen gesetzt ist, dann ist nie das Ziel, dass der, der die Verantwortung trägt, diskriminieren oder herabsetzen soll. Dazu ist er niemals legitimiert. Hauptschaft und Unter-ordnung sind gute Gaben Gottes. 

Da kommt noch nicht so freiwillig das Amen. 

Hauptschaft und Unterordnung sind gute Dinge, die Gott eingesetzt hat. Wir haben es gelernt: Wir sollen uns als Volk dem Staat unterordnen. Gott hat hier eine Ordnung eingesetzt, nicht damit wir drangsaliert werden, sondern er bezeichnet in Römer 13 den Staat als Gottesdienerin, er ist Gottesdienerin uns zum Guten. Außerdem soll sich die Gemeinde den Ältesten unterordnen und das sollte in der Regel auch ein gutes, geschwisterliches, liebevolles Verhältnis sein. Ihr merkt: Auch hier ist eine gewisse geistliche Hauptschaft, eine Führungsrolle und eine Unterordnung seitens der Gemeinde. Und ich hoffe, dass die Mitglieder dieser Gemeinde sagen können: Das ist etwas, das ich in den vergan-genen Jahren als wohltuend und segensreich erlebt habe, mich unter diese Leitung zu stellen und dieser Führung zu folgen, und ich erlebe keine Herabsetzung und Diskriminierung. 

Gottes Wort ist ganz klar in Epheser 5, 23 bis 24, dass Christus das Haupt ist und die Gemeinde sich Christus unterordnet. Jeder Christ muss an dieser Stelle verstehen: Hauptschaft und Unterordnung sind gute Dinge. Ich kenne keinen Christen, der sagt: Sich Jesus unterzuordnen, ist eine ganz ekelhafte Angelegenheit, sondern das ist der Ort, an dem ich sein will, ein Ort der Sicherheit, ein Ort, an dem ich gedeihen kann, ein Ort, an dem ich gesehen werde mit meinen Bedürfnissen, mit meinen Wünschen, mit meinen Zielen, mit meinen Sorgen, mit meinen Ängsten. Dort, wo ich, wie es Hendrik im Eingang gebetet hat, aus Matthäus 11, Vers 28: Wo ich hinkommen und Ruhe finden kann, wo ich Erquickung und Neubelebung erfahre; Hauptschaft und Unterordnung. Meine Lieben, das geht so weit, das ist Gott so wichtig, dass sich Hauptschaft und Unterordnung sogar in der Dreieinigkeit wiederfindet. Ist euch das bewusst? 

Sogar in der Dreieinigkeit gibt es das Prinzip Hauptschaft und Unterordnung. Die Dreieinigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist sind völlig gleich in ihrem Wert, sie sind eine vollkommene Einheit, aber dennoch haben Vater, Sohn und Heiliger Geist zu unterscheidende Rollen in ihrer Gottheit. Wie funktioniert das? Ich habe keine Ahnung, aber die Bibel spricht davon.  

Ich kann euch das nicht physikalisch erklären. Aber wir lesen im Neuen Testament, 1. Korinther 11, Vers 3, dass der Vater als das Haupt Christi bezeichnet wird. Das heißt, Jesus selbst lebt in der Unterordnung zum Vater. Merkt ihr etwas? Unterordnung war für Jesus niemals eine schreckliche Sache, sondern: Der Vater ist mein Haupt, und ich tue nichts, was ich nicht den Vater tun sehe. Es heißt im Johannes-Evangelium, Kapitel 15, Vers 26, dass der Geist Gottes vom Vater und vom Sohn gesandt wird und er in ihrem Auftrag kommt. Daran erkennen wir, dass selbst der Heilige Geist sich unterordnet unter Vater und Sohn. Das bedeutet für uns, wenn du bei dem Begriff Unterordnung sogleich Zitteranfälle bekommst, beim Prinzip Hauptschaft und Unterordnung wird dein Wert, deine Würde und deine Ehre nicht angetastet und in keiner Weise degradiert. 

Und weil Gottes Wesenszüge ihm so wichtig sind, hat er das in seiner Schöpfung nachgebildet und hat Mann und Frau geschaffen, gleich in ihrem Wert, beide als Ebenbilder Gottes. Unser Text hat es gerade gesagt, wenn ihr mitlest, 1. Petrus 3, Vers 7, im Umgang der Ehemänner mit ihren Frauen, sollen die Männer daran denken, dass die Frauen Miterben der Gnade des Lebens sind; sie sind auch zur Ewigkeit in einer vollkommenen Gemeinschaft mit ihrem Vater im Himmel berufen. Also alle sind Ebenbilder und Miterben der Gnade des Lebens. Aber als Mann und Frau haben wir unterschiedliche Aufträge in unserem Leben bekommen; wir haben unterschiedliche Rollen. Und wie gesagt, heute haben wir den Fokus auf die Ehemänner, starten wir durch. Das war jetzt keine Einführung, das war schon ein guter Part. Keine Sorge. 

Wenn wir anfangen, über Hauptschaft und Unterordnung zu sprechen, dann sind wir sofort bei dem Gedanken: Aber gibt es da nicht auch Missbrauch? Gerade von diesem Gedanken, da wir uns jetzt den Männern widmen und lesen: Unsere Frauen sollen sich uns unterordnen; ist da nicht auch Missbrauch möglich? Ja, natürlich gibt es Missbrauch. Aber wenn Missbrauch vorhanden ist, dann sprechen wir nicht mehr vom Prinzip Hauptschaft und Unterordnung, sondern dann sprechen wir von Tyrannei und Unterdrückung. Tyrannei und Unterdrückung ist aber nicht das gleiche wie Hauptschaft und Unterordnung. Wohlgemerkt, die Unterordnung ist nichts, was vonseiten des Mannes kommt, es heißt nicht: Ordnet eure Frauen euch unter, sondern das ist der Appell an selbstständig denkende Frauen, ihren Platz in der Ehe einzunehmen. Ordnet euch unter, und das machen nicht die Männer für euch; sie sollen nämlich keine Tyrannen sein, sondern sie sollen ein Haupt sein. Was das bedeutet, sehen wir gleich. Also, es hat nichts mit Tyrannei und Unterdrückung zu tun, deshalb erinnert Petrus ganz besonders in Vers 7 an die körperliche Schwachheit der Frauen, im allgemeinen, im Vergleich zum Mann.  

Natürlich gibt es auch Bodybuilderinnen, die mich umhauen würden. Na ja, das wollen wir zuerst einmal sehen. Aber in der Regel wissen wir schon: Männer sind von ihrer Beschaffenheit, von ihrer Physis stärker als Frauen. Und Petrus erinnert uns daran: Hey, eure Ehefrauen sind in aller Regel körperlich schwächer als ihr. Und es heißt ja: Ihr Männer, wohnt bei ihnen mit Einsicht als bei einem schwächeren Gefäß. Sie ist ein Gefäß. Ich bin doch eine Person. Was soll denn das? Einige stoßen sich an dem Wort Gefäß. Das ist doch eine Degradierung. Ganz entspannt bleiben. Wenn Petrus davon spricht, dass die Frau das schwächere Gefäß ist, sagt er damit auch gleichzeitig, ihr Männer seid das stärkere Gefäß. Also, beide sind Gefäße. Man kann auch sagen, beide sind Geräte. Aber Gefäß, so glaube ich, ist eine ganz gute Übersetzung und steht in der Bibel immer wieder für den menschlichen Körper. Gott formt uns wie ein Töpfer zu Gefäßen. Er formt uns zu Gefäßen. Und ich empfinde es als gut, wenn Bibeln dieses Bild des Gefäßes nicht umschreiben. Es gibt uns Männern den Hinweis, wie füllst du dieses Gefäß? Womit füllst du dieses Gefäß, das Gott dir anvertraut hat, das von der Physis, von der Körperlichkeit schwächer ist als du? 

In Kolosser 3, Vers 19 heißt es nicht ohne Grund: Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie! Seid nicht bitter gegen sie! Und deshalb müssen wir Ehemänner uns wirklich fragen: Füllen wir diese Gefäße mit Bitterkeit? Sind wir bitter gegen unsere Frauen, sodass, falls du diesen Krug nehmen und daraus trinken würdest, nur Bitterkeit zu schmecken ist, weil du sie eben nicht geliebt hast? Männer, denkt an dieses Bild des Gefäßes, denn unsere Herzen können auch gefüllt werden; nicht mit Flüssigkeit, aber mit Worten, mit Taten. Womit füllst du dieses Gefäß? Wenn wir mit Bitterkeit kommen, dann wird sich keine Frau entfalten, und die Beziehung zwischen Mann und Frau wird sich auch nicht positiv gestalten und gedeihen können. 

Und ich denke, Petrus hat einen besonderen Grund, die körperliche Schwäche zu betonen, denn Männer neigen dazu, durch ihre physische, körperliche Dominanz, Schwächere einzuschüchtern. Das ist ein ernstes Wort an uns Männer, dass wir unsere körperliche Präsenz, die wir haben können, nicht dazu missbrauchen, die Schwächeren und vor allem unsere Frauen, und ich würde es auch auf unsere Kinder ausdehnen, nicht einzuschüchtern. 

Ihr kennt alle die Geschichte vom Sündenfall in 1. Mose 3; dort wurde nicht nur die Beziehung zwischen Gott und Mensch gestört, sondern es wurde auch die Beziehung zwischen den Geschlechtern gestört. Und Gott ist dort sehr, sehr klar, als er aufgrund ihrer Sünde den Fluch ausspricht, beschreibt er: Die natürliche Neigung des Mannes wird sein, die Frau zu beherrschen. Hört mich gut(!): Die Frau zu beherrschen. Die Folge des Fluches wird sein, 1. Mose 3, Vers 16, der Mann wird über dich herrschen; dieser Realität müssen wir uns stellen, und dieses findet viel zu oft statt, schon im Kleinen. 

Männer, es ist unsere sündhafte Natur, dass wir unsere schwächeren Partner durch unsere physische Dominanz beherrschen wollen. Du wirst vielleicht hier stehen und sagen: Ich habe meine Frau noch nie geschlagen. Und jetzt willst du einen Preis dafür bekommen, oder was? Schön, gut. Und weiter? Du kannst dennoch in einer Art und Weise auf-treten, dass du ihr die Luft zum Atmen nimmst, die Freiheit zum Reden und zum Denken und sich wirklich zu entfalten; oder: Wenn ich das sage, dann flippt er wieder aus. 

Ich glaube, es war in dieser Woche, dass meine Tochter mir beiläufig sagte: Papa, weißt du, wenn wir etwas falsch gemacht haben und ihr meckert, dann bist du immer lauter. Es hat mich mega genervt, dass sie das gesagt hat. Ja, habe ich gehört; blöderweise hat sie es dann ein paar Minuten später, noch einmal gesagt, die Situation war vorbei: Papa, wenn ihr mit uns schimpft, dann bist du immer lauter. Und dann gehe ich in diesen Text; wenn du Heiligung in deinem Leben erleben willst, dann hab Kinder, die sagen dir Dinge ganz klar ins Gesicht. Zweimal. Ich finde mich darin wieder, mit meiner Stimme dominant zu werden und einzuschüchtern, und das ist etwas, das ich ans Kreuz bringen muss. Und wenn ihr nur halb so verkorkst seid wie ich, dann werden einige Männer vielleicht in ihrer Hosentasche schon den Arm heben und sagen: Ja, auch ich kenne das, auch ich kann dazu neigen. 

Unsere Haltung sollte nicht hartherzig oder kalt sein, denn unsere Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens. In dieses Gefäß sollten wir, so wie der Vater im Himmel, Gnade, Güte, Barmherzigkeit und Liebe fließen lassen; autoritäre, hartherzige und tyrannische Verhältnisse müssen von keiner Frau geduldet werden. Wenn du im Kopf hast, ah ja, die Christen, die reden von Unterordnung und Hauptschaft und wenn mein Mann sich verhält wie ein Tyrann, dann muss ich das ertragen? Nein! Tyrannei muss man sich nicht unterwerfen, von ihr braucht man Befreiung; und dazu benötigt man Hilfe. Wenn du das erlebst, dann suche dir schleunigst Hilfe, besser gestern als heute.  

Wer seine Macht missbraucht, und das müssen die Frauen ihren Männern ganz deutlich sagen, und wir sagen es auch an dieser Stelle, gerade als evangelikale Christen, die da sehr in Verruf sind: Dort, wo Macht missbraucht wird, da gibt es nur ein treffendes Wort: Das ist Sünde vor Gott. Das ist Sünde! Punkt um. Und lasst es mich ganz deutlich sagen: Wenn wir Männer unsere physische Macht missbrauchen, der Zorn Gottes glüht. Ich weiß, wir reden heutzutage nicht mehr über den Zorn Gottes und erst recht nicht davon, dass er glüht, aber ich bin dankbar, dass die Bibel davon spricht. Wir sollen merken: Moment mal, Vorsicht, Warnung, pass auf, dass du deine Linie nicht überschreitest. Gott hat dich nicht als Haupt gesetzt, damit du wie ein Tyrann in deiner Familie wirkst.  

Ja, unsere Frauen sollen uns folgen, aber wenn wir unsere Frauen dazu anstiften, uns in die Sünde zu folgen, dann müssen Frauen sagen: Dieser Führung folge ich nicht. Denn es gilt dasselbe Prinzip wie beim Staat: Gott muss man mehr gehorchen als Menschen. Und so hörte ich von einem Pastor: In seiner Gemeinde hat ein Ehemann seine Ehefrau dazu aufgefordert, gemeinsam mit ihm pornografische Filme zu schauen. Das muss man sich einmal denken, das fällt dir nicht ein, was für eine Schmähung. Dass er das allein schaut, ist schon schlimm genug, aber dass er seine Frau dazu zwingt, das gemeinsam mit ihm anzuschauen. Jede Frau, die eine gottesfürchtige, sich unterordnende Frau ist, muss an dieser Stelle sagen: Schatz, ich liebe dich, aber hier werde ich keinen Zentimeter mit dir gehen; hier trennen sich unsere Wege, hier mache ich nicht mit. Du, Haupt, benötigst Hilfe. Du benötigst Hilfe. Und Männer, die ihre Rolle in unserer Gemeinde so verstehen und ausüben sollten, als unterdrückende Tyrannen, haben zwei Optionen: Entweder umzukehren oder zu gehen; die Tür steht dieses Mal sehr weit offen. Das hat keinen Raum in einer christlichen Kirche, in einer Gemeinde, die sich dem Wort Gottes und dem Prinzip Hauptschaft, Unterordnung verschreibt. 

Vor Kurzem hatte ich in einer Bibelstunde ein Zitat von Voddie Baucham vorgelesen, das ich noch einmal lesen möchte, Zitat: Bei männlicher Leiterschaft geht es nicht darum, über diejenigen zu herrschen, die wir führen. Bei männlicher Führung geht es darum, so christusähnlich zu sein, dass es für jeden um uns herum offensichtlich ist, dass wir das Haupt unseres Hauses sind. Bei männlicher Führung geht es darum, der geistliche Priester, der geistliche Prophet, der physische Versorger und der physische und geistliche Beschützer unserer Häuser zu sein. Das ist es, was männliche Leitung ausmacht. 

Männliche Leitung bedeutet, sein Leben für seine Frau hinzugeben. Und in Epheser 5, Vers 28 wird ganz klar gesagt: Wir Männer sind dazu aufgefordert, unsere Frauen zu lieben wie unsere eigenen Körper; wir sollen unsere Ehebeziehung fürsorglich nähren und pflegen; die Hingabe zu unserer Frau soll Jesu Vorbild gleichen; und wir sollen unsere Ehe auf Christus ausrichten. 

Versteht mich gut, liebe Männer: Du kannst als introvertierter Mann eine extrovertierte Frau im biblischen Sinne führen. Es geht nicht darum, dass ich ein extrovertierter Muskelprotz werde, der all das, was in der Bibel steht, kennt, um ein richtiges Haupt in der Familie zu sein. Das ist es nicht. Du kannst extrem introvertiert sein. Aber sind die Impulse in deiner Familie proaktiv oder sitzt du immerzu auf dem Sofa und wartest, bis deine Frau etwas bringt? Wir sind dazu aufgefordert, proaktiv zu sein; Frauen sind es schon von sich aus. Ist das diskriminierend? Wir werden uns nächste Woche anschauen, was Gottes Wort zur Frau zu bieten hat. Ich befürchte, dass wir nächste Woche hier nur mit Männern sitzen werden. Ich hoffe nicht. Du kannst als introvertierter Typ all das tun: Deine Frau lieben wie deinen eigenen Leib. Du kannst deine Ehebeziehung fürsorglich gestalten. Du kannst, nach Jesu Vorbild, dein Leben für deine Frau hingeben als introvertierter, schüchterner, schmächtiger Typ. Das ist alles möglich. Es geht hier um eine Herzenshaltung, die wir an den Tag legen. 

Also, Hauptschaft und Unterordnung sind meilenweit entfernt von dem Prinzip Tyrannei und Unterdrückung. 

Darum, wenn du auf mich losgehst und sagst: Oh ihr mit eurem Thema Hauptschaft, Unterordnung, ihr seid doch so und so und so. Langweile mich nicht mit deinen Karikaturen von Unterordnung und Hauptschaft, das hat mit unserem Verständnis rein gar nichts zu tun. Deswegen dürfen wir an dieser Stelle mutig sein. Viel zu viele Christen ducken sich weg bei diesem Thema und weichen sämtliche Prinzipien vom Wort Gottes auf und sagen: Ja, ja, das war alles damals, das hat uns heute nichts mehr zu sagen. 

Meine Lieben, lasst uns die Schätze bergen, auch wenn es bedeutet, dass wir missverstanden werden. Denn, wenn du Jesus nachfolgst, wenn du Jesus wirklich nachfolgst, dann verspreche ich dir, wirst du missverstanden werden. Denn einige Menschen wollen nicht verstehen; sie wollen, dass du in ihr vorgefertigtes Muster passt und sie ihre Vorurteile bestätigt finden, egal, was du tust. Das heißt, auch wenn du dich von diesem Prinzip löst, wird es andere Dinge geben, für die Menschen dich verurteilen und verdammen werden, weil du sie glaubst und praktizierst. 

Männer sind als Haupt ihrer Familien die ersten Diener im Haus; nicht die Bosse, die sich bedienen lassen. 

Ich habe es schon häufiger gesagt: Männer, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen, okay, jetzt im Homeoffice, wenn du aus deinem Arbeitszimmer herauskommst, dann sind die anderen nicht zuallererst dazu da, um dir zu dienen, weil du so einen schweren Tag hattest, sondern, wenn du zur Tür hineingehst, dann bist du der erste Diener, der sich gefälligst darum sorgt, wie es den Menschen, die dir anvertraut sind, geht und dass du fragst: Wie kann ich unter-stützen? Wie kann ich helfen? Deine Rolle dient nicht zur Selbstverherrlichung, deine Stellung setzt dich in Verantwort-ung, in der Ehe vor allem, nicht alles um deinetwillen, sondern um ihretwillen. Sie zu sehen, deine Anvertraute zu sehen und nicht, dass du die ganze Zeit gesehen wirst.  

Und Petrus drückt das in Vers 7 so aus: Die Männer sollen mit Einsicht bei ihren Ehefrauen wohnen.  

Seid ihr noch da? Habt ihr noch Kraft? Das ist super spannend! Männer, wir sollen mit Einsicht bei unseren Frauen wohnen. Das bedeutet nicht, dass wir zu allem Ja sagen müssen, was unsere Frau sagt. Ja, Schatz, ja, ja, ja, du hast immer recht; – das ist es nicht. 

Mein Freund aus Zürich, der Hanniel Strebel, einige kennen ihn, er war schon einmal bei uns in der Gemeinde, der hat zu dieser Passage Folgendes beschrieben, ich kann es nicht besser formulieren und schau einmal, ob du dich als Mann da wiederfindest, Zitat: >> Manche Männer studieren vor Neuanschaffungen mit Hingabe die Produktkataloge. Sie lernen Details über das neue technische Gerät oder den Wagen, den sie erwerben wollen, auswendig. Nach tagelangem Vergleichen und ausführlichen Gesprächen mit Kollegen können sie ihre Entscheidungen, die sie oftmals schon emotional getroffen hatten, nun auch rational rechtfertigen. << Wer findet sich als Mann in diesem Zitat wieder? Ja, okay, es gibt einige Männer. 

Wenn wir das sorgfältige, abwägende, Informationen gewinnende Verhalten des Mannes auf das Studium der Bedürfnisse der eigenen Frau übertragen, dann haben wir vielleicht eine Vorstellung davon, was mit dem einsichtigen Wohnen gemeint ist. Männer sind in aller Regel keine Meister im sorgfältigen Studieren der Bedürfnisse ihrer Ehefrauen. Sie beschäftigen sich lieber mit ihren eigenen Projekten und tendieren dazu, ihre Frauen zu vernachlässigen. Sie wohnen über Strecken lieber mit ihrem Computer, ihrem Auto, ihren Büchern oder ihrem Hobbykeller zusammen. Damit werden sie aber dem Auftrag ihres Schöpfers nicht gerecht, nämlich durch Rücksichtnahme auf ihr körperlich schwächeres Gegenüber, ihrer Ehefrau die Ehre zu geben, die ihr zusteht. Nicht die sie verdienen muss, sondern die ihr zusteht. Männer, macht es euren Frauen zur Freude, euch zu folgen. Lerne die Sorgen, die Ängste, die Grenzen, die Stärken und die Wünsche kennen, die deine Frau hat. Sei neugierig, stell viele Fragen und ehre sie. Ganz genau gehört: ehre sie, denn das sagt Petrus in Vers 7: Gebt ihnen Ehre. 

Meine Frau und ich haben als Jugendliche sehr viel Tanzsport betrieben, und in den Tanzkursen mussten die Männer immer auf die linke Seite, die Frauen auf die rechte Seite, und dann musste man sich eine Tanzpartnerin suchen. Und immer war die erste Aufforderung von diesem schon in die Jahre gekommenen Tanzlehrer: Männer, ran an die Geräte. Das war sehr biblisch, ran an die Gefäße, ran an die Geräte. Dann hat er uns gesagt: Männer, ihr führt. (; Oh, im Tanzsport ist alles so traditionell, konservativ; ihr führt. 😉 

Beim Tanz ist es so, dass der Mann nicht viel zu tun hat, er muss immer nur den Standardschritt gehen, schaut einmal beim Tanzen zu, den Rest macht die Frau. Der Mann steht die ganze Zeit, er macht fast immer den gleichen Schritt. Vielleicht mal so, mal so, aber die Frau musst du auf den Boden schleudern, zack, zack, zack. Und er hat zu uns gesagt: Männer, ihr seid nur der Rahmen, und ihr müsst eure Frau in Szene setzen, sie ist das Bild, das euch gegeben ist. 

Im Tanzen ist es tatsächlich so, die Männer siehst du irgendwann nicht mehr, weil sie die ganze Zeit das Gleiche machen; aber die Frauen mit ihren schönen Kleidern wirbeln durch die Luft. Das ist ein schönes Bild dafür, was Petrus sagt: Gebt ihnen Ehre, seid der Rahmen für die Frau. Als Häupter eurer Familien seid nicht dazu da: Schau auf mich, schau auf mich, schau auf mich, schau auf mich, auf meine Bedürfnisse, schau, wie es mir geht; und du bist für mich da, mein Hausknecht, der mir zu dienen hat. So ist es nicht! Du bist dazu da, deine Frau in Szene zu setzen, ihre Stärken herauszukitzeln und mit ihr gemeinsam zu wachsen. 

Und Petrus gebraucht diesen Begriff der Ehre. Obacht! Das Wort gebraucht er in seinen Briefen; er hat zwei Briefe geschrieben, viermal. Und die Ehre bringen ist eigentlich immer reserviert für Jesus Christus. Du kannst Ehre auch übersetzen mit: gebt Würde, Wert, gebt Glanz, gebt Herrlichkeit, gebt Ehrerbietung. Leute, damit haben wir es zu tun, dass er einen Begriff, den er eigentlich für Jesus reserviert, auf einmal bei den Männern anwendet: Hey Leute, Männer, würdigt eure Frauen, ehrt sie, gebt ihnen Ehre. 

2.Petrus 1, Verse 16 bis 17, ich komme zum Schluss, ich verspreche es; da ist es so, Petrus sagt Folgendes, hört gut hin: Wir sind Augenzeugen der herrlichen Größe Jesu Christi gewesen, denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Petrus bringt uns hier ein Bild, was es bedeuten kann, als Mann seine Frau zu ehren. So wie der Vater im Himmel seinen geliebten Sohn mit Ehre bekleidet hat, sodass alle sehen konnten, dass er eine würdige Stellung empfangen hat, und zu ihm sagt: An dir habe ich Wohlgefallen gefunden; dasselbe sollen wir Männer mit unseren Frauen tun. Dass andere um uns herum sehen: Diese Frau hat in der Ehe eine würdige, angemes-sene und herrliche Stellung; und ihr Mann hat Wohlgefallen an ihr.

Wir haben jetzt viel gehört, und nun noch einmal die Frage: Kann aus dieser Wahrheit, die ich aus dem 1. Petrus Brief aufgezeigt habe, wirklich eine tyrannische Unterdrückung resultieren? Das ist unmöglich! Diese Wahrheit kann in einem Mann nur eins bewirken, pure Demut; pure Demut und eine aufrichtige Liebe zu seiner Frau. Und wenn wir, liebe Männer, anfangen, gemäß dieser Berufung zu leben, dann wird unser Gebet Erhörung finden. So sagt es nämlich Vers 7: Wenn ihr so nicht handelt, wird Gott euer Gebet nicht erhören. Es wird kein Resultat geben. Aber wenn wir so leben, dann wird Gott auf das männliche Gebet, so möchte ich es einmal nennen, hören.  

Und was hat das für ein Potenzial? Wir werden nicht nur Veränderungen in unseren Ehen und Familien erleben, sondern wir werden auch unsere Umwelt und die Welt dadurch verändern. Warum? Das ist mein letzter Gedanke. Wir sind laut Petrus ein königliches Priestertum, oder? Wir sind ein königliches Priestertum, und wir sollen in Wort und Tat die Großtaten Gottes verkündigen. Und wenn wir das tun, in unseren Familien und an unserem Arbeitsplatz, dann wird Gott das Gebet der Männer erhören. Und wenn du dich fragst, warum ist so wenig Bewegung in meiner Ehe und warum ist so wenig Bewegung und Segen in meiner Familie, an meinem Arbeitsplatz und in meinem Umfeld? Vielleicht liegt es daran, dass du deine Miterbin der Gnade des Lebens zu wenig ehrst und auf ihre körperliche Schwachheit zu wenig Rücksicht nimmst. 

Und dieser Text fordert uns dazu auf, dies zu tun. 

Aber diese Berufung, Brüder, können wir nur ausleben, wenn wir erkennen, und da bringt Petrus ein nettes Detail hinein, bevor diese Wahrheit uns erschlägt; er spricht: Frauen sind Miterben der Gnade. Brüder, das bedeutet, auch wir sind Erben der Gnade Gottes und das ist die einzige Möglichkeit, wie wir dieser massiven Predigt von heute begegnen können; wir nicht in Ohnmacht versinken und sagen: Ich muss sterben vor diesem Auftrag, ich kann das nicht aus meiner Kraft. Richtig, du bist ein Erbe, gesetzt von Gott, Gnade zu Empfang von ihm. 

Deswegen, was tun wir jetzt? Wir beten für die Männer. In der nächsten Woche werden wir für die Frauen beten. Aber, liebe Frauen, heute benötigen wir Männer, Gebet. Und wenn du noch nicht verheiratet bist, kein Problem, bereit dich gut vor. Wir benötigen das Gebet, wir brauchen die Gnade, um dieses zu erfüllen, denn Gott gibt uns keine Aufgabe, die wir nicht mit seiner Kraft auch durchführen könnten.  

Amen. 

Ich bitte, dass jetzt alle Männer aufstehen, die Frauen dürfen sitzen bleiben. 

Wenn du ein Mann bist und sagst: Ich möchte da hineinwachsen und mehr von dieser Gnade in meinem Leben erfahren und vor allem soll meine Ehefrau oder meine Zukünftige davon erfahren, dann öffne deine Hände, öffne dein Herz. 

Und liebe Frauen, betet leise mit mir mit, für die Männer. 

 

Gebet: 

Herr, wir stellen uns vor deinen Thron und bekennen dir, dass wir an unendlich vielen Stellen versagt haben. Dass wir nicht so gelebt haben, wie es dein Wort sagt. Herr, ich selbst gehe in die Knie, wenn ich das lese, sehe meinen eigenen Mangel, aber es gibt keinen Weg zurück; meine Frau hat heute mitgehört und viele Frauen haben heute mitgehört. 

Und Herr, wir wollen doch mehr von dir, wir wollen, dass unsere Gebete nicht in der Luft verhallen, in aller Frömmigkeit; sondern wir wollen, dass unsere Gebete zu dir aufsteigen und eine Antwort vom Himmel herunter schallt. Die Gebete der Männer der Christusgemeinde sollen einen festen Effekt haben in unserem Landkreis, und wir bitten dich um deine Gnade: Herr, vergib uns. Vergib uns dort, wo wir mangelhaft waren, wo wir Versager waren. Dort, wo wir nicht geliebt und uns nicht hingegeben haben. Dort, wo wir unsere Beziehungen zu unseren Ehefrauen vernachlässigt haben und wo wir mit unserer physischen Dominanz versucht haben, andere einzuschüchtern. Herr, vergib uns; vergib uns. Wir erkennen, wir sind in diesen Dingen schuldig und wir wollen das nicht schönreden, das hat keinen Nutzen, denn du siehst das Verborgene, du siehst das Verborgene, denn vor dir gibt es keinen Schatten, du kommst mit deinem unwiderstehlichen Licht dort hinein. Wir bitten dich, Herr, stärke uns mit deiner Gnade zu einem neuen Verhalten.  

Verändere uns Ehemänner, damit wir vorbildlich leben in unseren Familien; wir Christus ähnlich sind und wahre biblische, männliche Leiterschaft an den Tag legen. Wir wollen keine Tyrannen, wollen keine Bosse in unseren Familien sein, die sich immerzu die Füße kraulen lassen, von allen anderen, sondern wir wollen die ersten Diener in unseren Häusern sein, so wie du, Jesus, es warst, als du zu deinen Jüngern gegangen bist und ihnen die Füße gewaschen hast als erster Diener und dennoch als Haupt der Gemeinde. Herr, du hast es vorgemacht. Wir wollen dir nachfolgen, hilf uns dabei. Segne die Ehen derer, die hier gerade zuhören, und gib ihnen einen fruchtbaren, einen Segen bringenden Austausch über das, was wir heute gehört haben. Segne diejenigen, die im Begriff sind, einen Partner zu suchen oder zu heiraten; ich habe einige gesehen, die hier in den Reihen sitzen. Hilf, Herr, und richte du dein Zeugnis auf durch uns. 

Wir geben uns dir hin.  In Jesu Namen beten wir. 

Amen. 

 

Bibelstellen:

1.Petrus 3,1-7; Jesaja 55,8; Epheser 5,23; 1. Petrus 2; Römer 13; Epheser 5, 2324; Matthäus 11,28; 1. Korinther 11,3; Johannes 15,26; Kolosser 3,19; 1. Mose 3; 1. Mose 3,16; 2.Petrus 1,1617