4. August 2024

Jesu Mitgefühl ist tiefer als du ahnst

Jesu Mitgefühl ist tiefer als du ahnst

Wir haben soeben den Text aus Matthäus 15 gelesen. Das 15. Kapitel, beginnt so, dass Jesus mit den Schriftgelehrten, mit der geistlichen Elite eine Auseinandersetzung hat und sich dann von dort entfernt. Wir haben uns vergangenen Sonntag damit beschäftigt, dass Jesus, als er von dort weg ging, in ein heidnisches Gebiet zog, um ein wenig auszuruhen. Dort wird er von einer kanaanäischen Frau, einer heidnischen, nicht jüdischen Frau, mit ihrem Anliegen behelligt. Sie bittet ihn, dass er sich ihrer leidenden Tochter erbarmt, sie heilt und von Dämonen befreit. Und es gibt diesen Diskurs, ob er überhaupt etwas zu schaffen hat, mit den Nichtjuden. Dann sieht er ihren großen Glauben, und er gewährt ihr das, was sie sich so sehr wünscht.

Nun sehen wir in den Versen 29 bis 31, dass Jesus sich aus dem Gebiet Sidon und Tyrus, das an der Küste zum Meer liegt, wieder fortbewegt. In Vers 29 lesen wir: Und Jesus ging von dort weg und kam an den See von Galiläa; und als er auf den Berg gestiegen war, setzte er sich dort. Wir sehen, Jesus tut etwas, wovon das Matthäus-Evangelium schon häufiger berichtet hat: „Jesus setzt sich irgendwo hin.“ Verse 30 und 31: Und große Volksmengen kamen zu ihm, die Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sie ihm zu Füßen; und er heilte sie, sodass die Volksmenge sich wunderte, als sie sahen, dass Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels. Wir erleben hier wiederholt, dass Menschen kommen, als Jesus, sich irgendwo hinsetzt, und das nicht nur wenige. Im Text werden wir lesen, dass es viertausend Männer mit Frauen und Kindern on top waren. Menschenmassen strömen auf Jesus zu.

Ich habe keine Ahnung, ob wir uns vorstellen können, wie es aussehen muss, wenn Jesus irgendwo hinkommt. Stell dir vor, du kommst an einen Ort und es rennen Menschen auf dich zu. Wenn 10, 20, 30 auf dich zu rennen, dann wird es dir vielleicht schon unangenehm; okay, was passiert gleich? Da kommen Tausende um dich herum, und sie wollen etwas von dir. Sie kommen nicht einfach so, sondern sie haben ganz konkrete Sehnsüchte, denn inzwischen ist vielen bekannt geworden, dass Jesus Dinge tut, die sonst niemand tun kann; darum kommen sie zu ihm; sie wollten nicht zu den Jüngern, sie wollten zu Jesus, denn er ist zu etwas fähig, wozu sonst niemand imstande ist; und das wird hier geschildert. Sie kommen nicht nur allein, sondern sie haben Leute im Schlepptau, die sie unbedingt zu Jesu Füßen bringen wollen. Das heißt wörtlich, dass sie diese Personen – wir schauen uns gleich an, wer das ist – ihm zu Füßen warfen. Wie man sich das vorstellen soll, weiß ich nicht, wenn du einen Blinden führst, dann ist das vielleicht nicht so ganz freundlich jedoch es soll die Dynamik und Dramatik unterstreichen; wir müssen sie unbedingt zu Jesus bringen. Und wen genau? Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere. Wir sehen hier deutlich, es geht um Menschen, die geschwächt, die gebrochen, die krank sind und unbedingt ein Eingreifen in ihrem Leben brauchen. Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere; da waren Krankheiten dabei, die hier nicht aufgelistet werden; eventuell eine Not, die du selbst auch hast, die man vielleicht nicht so augenscheinlich sieht.

Wisst ihr, was ich meine? Wenn jemand blind ist, dann kann er nicht verstecken, dass er blind ist. Wenn die Gliedmaßen beeinträchtigt sind und Leute sich nicht, normal bewegen können, dann können sie das auch nicht verstecken. Dann gab es noch viele andere, sie waren mit dabei und sie mussten zu Jesus gebracht werden; und Jesus heilt diese Menschen.

Und die Reaktion der Volksmenge empfinde ich als bemerkenswert. Es heißt, dass sie die Menschen bringen, damit er sie heilt. Und dann heißt es in Vers 31: sodass die Volksmenge sich wunderte, als sie sahen, dass Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels. Sie packte die Verwunderung, das Erstaunen über die Heilungen. Das kann entweder bedeuten, dass sie begeistert waren von dem, was sie sahen, dass sie elektrisiert waren von der Kraftauswirkung Jesu; oder es kann von der griechischen Vokabel, die Matthäus hier verwendet, auch bedeuten, dass sie die verwunderte Irritation packte, dass sie von dem irritiert waren, was sie dort gesehen haben. Es ist plötzlich möglich, dass der Blinde wieder sehen kann, und da ist es nicht nur bloße Begeisterung, sondern es ist so krass, was da vorgefallen ist. Beides ist möglich und beides ist realistisch.

Wenn wir versuchen, uns in diese Szene hineinzuversetzen, wie würde es uns gehen, wenn wir Augenzeugen in den damaligen Tagen wären? Ich bin überzeugt, wir können an diesen drei Versen einige Dinge lernen.

Das Erste: Wer staunen will, muss Jesus viel zutrauen. Wer in Staunen versetzt werden möchte, der wird nicht staunen, wenn er die Hände in den Schoß legt und zu Hause sitzen bleibt; weiß, da ist Jesus, der mächtige Dinge tun kann, jedoch ich bleibe hier und habe keine Erwartung, dass etwas geschehen kann. Wer in Staunen versetzt werden möchte, der muss Jesus viel zutrauen, so wie es die Menschen damals getan haben.

Heute möchte ich fragen: Was bringen wir eigentlich zu Jesus? Womit konfrontieren wir ihn? Also mal ganz ehrlich, warum bist du heute hier? Was hat dich zu diesem Ort gebracht? Du weißt, hier wird Jesus hocherhoben, hier wird Jesus angebetet. Hier sind Menschen, die sich nach Jesus ausstrecken. – Ich warte kurz, denn vorbeiziehende Kinder sind sehr interessant. – Womit bist du gekommen, was erwartest du, was soll Jesus Unmögliches tun?

Welche Erwartung hast du, wenn du Jesus jetzt nahe bist? Meine Lieben, wir beten Jesus an und dort, wo es mehrere tun, so hat Jesus verheißen, ist er mitten unter ihnen. Jesus ist da, Jesus ist präsent. Wir rufen doch nicht den Pastor an, wir brauchen deine Hilfe; Gottes Wort sagt: „Menschenhilfe ist ein Nichts.“ Ich kann dir nicht helfen. Wenn du dich danach sehnst, dass hier Menschen sind, die dir helfen können, ja, wir können tröstende Worte sagen, wir können Mut zusprechen. Aber der Beweggrund hin zu Gott oder einem Ort, an dem Gott angebetet wird, ist doch nicht die Hilfe von Menschen. Ich kann dir nicht helfen, aber es gibt jemanden, der dir helfen kann. Und ich frage dich, mit welcher Erwartung gehst du auf Jesus zu? Was muten wir ihm zu? Was trauen wir Jesus Christus zu? Oder haben wir uns schon zufriedengegeben und haben gar kein Zutrauen, dass Jesus etwas wirkt, was völlig außerhalb unseres Denkrahmens liegt? Die frühen Christen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, wenn sie mit Unmöglichkeiten konfrontiert waren, diese Unmöglichkeiten nicht für sich zu behalten, sondern sie stattdessen vor die Füße Jesu zu werfen. Das war die Praxis der Christen. Sie sind nicht zusammengekommen und haben sich bemitleidet über das Unmögliche.

Wie oft passiert das unter uns Christen? Wir reden und reden, dass alles so schwierig und unmöglich ist; und das ist alles richtig, man muss sich auch mitteilen; doch dann ist der Raum voll mit unseren Sorgen. Wir baden und schwimmen in den Sorgen des Bruders und der Schwester und verpassen es, sie vor die Füße Jesu zu werfen. Doch die Hauptsache ist, wir haben darüber geredet. Wen hat das jemals verändert, wenn man nur lamentiert, wenn man nur miteinander geklagt hat? Versteht mich nicht falsch, es ist wichtig, sich mitzuteilen, Raum zu haben, um seine Sorge zu artikulieren. Manchmal braucht man das Gespräch, um überhaupt erst herauszufinden, was ist eigentlich in mir, was mich so drückt?

Kennt ihr das? Wie heißt dieser Satz? „Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?“ Manchmal benötige ich das Gespräch und jemanden, der die richtige Frage stellt. Und dann komme ich an eine Schicht in meinem Herzen, die mir vorher verborgen war, die so diffus war. Das Gespräch ist wichtig, aber wir Christen, – ihr seid natürlich anders, – doch ich muss mich schon manchmal zusammenreißen. Der Raum ist voller Chaos und Unmöglichkeiten; ich wünsche dir noch einen schönen Tag; wir sehen uns Sonntag im Gottesdienst. Ach, nee, Waldemar, du bist ja Christ. Was haben denn die Christen damals gemacht? Mag ich jetzt überhaupt beten? Traue ich Jesus zu, dass er diese Dinge in Ordnung bringt, mit denen wir gerade konfrontiert sind?

Apostelgeschichte 12, Vers 5: Petrus wurde nun im Gefängnis verwahrt, aber von der Gemeinde geschah ein anhaltendes Gebet für ihn zu Gott. Ein anhaltendes, ein dauerhaftes Gebet für ihn zu Gott. Sie haben gebetet für ihren Leiter; sie haben nicht nur geklagt: „Es ist so schade, dass unser Leiter jetzt im Gefängnis sitzt.“ – Vielleicht würden sich auch so manche Gemeinden freuen, wenn ihr Leiter von der Bildfläche verschwindet; den sind wir los; schnell eine neue Stellenausschreibung. Wir suchen einen neuen Apostel, der Petrus ersetzt. –

Was haben die frühen Christen getan? Jakobus 5, Vers 16: Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung. Also derjenige, der mit Gott verbunden ist und eine gerechte Stellung vor ihm hat, wo jedes Hindernis beiseitegeschafft wurde; wo unsere Sünde uns nicht mehr von Gott fernhält. Diese Menschen, die diese Stellung haben, die Kinder Gottes, wenn sie zu Gott beten, dann ist darin viel Power, viel Kraft. Aber nicht, weil wir ein Gebet schön formulieren können. Es gibt ja einige, die können schön beten. Einige Christen beten, andere Christen können schön beten; und dann trauen sich andere nicht zu beten, weil sie nicht so schön beten wie die Schönbeter. Aber die Kraftauswirkung kommt nicht durch das schöne Beten, sondern durch den kräftigen Gott.

2. Korinther 1, Vers 10 und 11, da beschreibt Paulus, den Christen in Korinth, Folgendes: Und der > Herr < hat uns aus so großer Todesgefahr gerettet und wird uns retten; auf ihn hoffen wir, dass er uns auch ferner retten wird; wobei auch ihr durch das Gebet für uns mitwirkt. Die Christen in Korinth wussten, Paulus wird sehr drangsaliert, er hat ein schweres Leben. Das christliche Leben ist kein Ponyhof, sondern man muss häufig leiden; wer sich viel für Jesus einsetzt, wird auch viel Leid und Gegenwind erleben; die Christen und Korinth, sind damit konfrontiert. Bei allen Miseren, die es in dieser Gemeinde gab, haben sie eins getan; sie haben für ihre Leiter gebetet und Paulus hat gesagt, das wirkt mit; Gott wirkt durch die Gebete, sodass Gott mich aus den Todesgefahren errettet.

Apostelgeschichte 4, Verse 29 und 30: Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Zu der Zeit gab es eine schwierige Phase in der Gemeinde. Zu Beginn, als Jesus gekreuzigt wurde, auferstanden und dann in den Himmel gefahren ist; Pfingsten, der Heilige Geist kam auf die Welt, hat die Jünger erfüllt und dann gab es richtig Stress für die Frühgemeinde. Na klar, alle dachten, wenn Jesus gestorben ist, dann haben wir Ruhe vor der christlichen Bewegung; niemand hätte gedacht, dass, wenn der Leiter stirbt, der Zustrom noch viel größer wird als vorher. Sie wussten, Jesus hatte schon viele gesammelt, aber als er weg war, sind es noch mehr geworden. Und sie hatten schon große Probleme; was machen sie damit? Sie beten, sie trauen Jesus viel zu.

Abschlussvers zu diesem Punkt, Philipper 4, Vers 6: Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden. Seid um nichts besorgt; jedoch nicht: „Sorge dich nicht, es ist doch halb so wild.“ Nein! Sorge dich nicht, insofern, dass du deinen Kummer bei dir behältst, sondern nimm das, was du siehst, wovon du Kenntnis hast, was dir Angst bereitet, was dich niederdrückt, und wirf es zu den Füßen Jesu.  Und nur dann, wenn wir das tun, wenn wir lernen, das zu tun, wie die frühen Christen, dann werden wir auch ins Staunen versetzt. Wir werden nichts zu staunen haben, wenn wir Jesus nichts zutrauen. Und damit komme ich zu einem weiteren Punkt, der damit verwandt ist; unsere Jesus-Beziehung sollte Begeisterung hervorrufen; nicht solch ein langweiliges Gehabe. Wir sind nicht zur Langeweile berufen; wir sind dazu berufen, von Jesus begeistert zu sein.

Ich meine nicht eine solche aufgepeitschte Hysterie. Kennt ihr so etwas? Man versucht sich künstlich zu pushen; lasst uns eine Stimmung erzeugen. Jedoch, sobald wir aus diesem Milieu heraustreten, aus dem Event herausgehen, ist alles so wie vorher. Das meine ich nicht, das finde ich eher, wie finde ich ein frommes Wort dafür? Abstoßend, danke, ja, abstoßend; nicht so schön. Alle happy und clappy und alles ist gut. Ist der Herr gut? Ja, Amen. Alles ist gut. Dann gehst du hinaus und du bist wieder niedergeschlagen. Das nutzt nichts; ich meine nicht diese menschlich aufgeheizte Stimmung.

Doch es sollte einen Unterschied machen, ob ich Jesus kenne und in meinem Leben habe und sein Wirken hier und dort feststellen kann; im Vergleich zu einem Mensch, der Jesus nicht in seinem Leben hat, der nicht in seinen Fuß-spuren folgt, der nicht sagen kann, der Heilige Geist ist mein vertrauter Begleiter und mein Tröster und mein Ermutiger. Es muss einen Unterschied geben zwischen denen, die Jesus kennen und denen, die Jesus nicht kennen. Die Menschen, die Jesus dort kennengelernt haben, waren erfüllt mit Begeisterung, weil sie gesehen haben, was Gott tut. Ich sage nicht, das Leben muss immer ein solches Leben sein, immer auf der höchsten Welle; wer so etwas annimmt, der lebt in einer anderen Dimension oder ist vielleicht schon in seinem Kopf im Himmel. Das Leben ist auch hart und es gibt Phasen, die schmerzen; und dennoch konnte ein Paulus, von dem wir gehört haben, wie viele Todesgefahren er erlebt hat, sagen: „In dieser ganzen Not habe ich eine Freude des Heiligen Geistes in mir, die ist unvergleichlich zu jeder anderen Freude.“

Johannes 16, Vers 33: Jesus sagt: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden; und ich lasse euch meinen Frieden, einen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Johannes 14, Vers 27. Das heißt, auch im Leid und in harten Zeiten, kann ich sagen: „Bei allen Problemen, die ich sehe, habe ich doch einen übernatürlichen Frieden und eine Freude, die vom Himmel kommt; sodass, mich Menschen ansehen, die vielleicht dasselbe Schicksal teilen, und sagen: ‚Bei dir ist etwas anders.‘“

Ich habe das bei Christen erlebt, die im Krankenhaus lagen und sie hatten eine schwere Diagnose; sie haben nicht den Segen einer Spontanheilung empfangen; sie mussten durch die Krankheit hindurchgehen. Und im Bett nebenan lag jemand mit derselben Diagnose. Und es war ein Unterschied zu spüren in diesem Zimmer, wie Tag und Nacht. Warum? Sie hatten beide dieselbe Krankheit, aber der eine hatte Jesus und der andere nicht. Und die gläubige Person konnte in dieser Dunkelheit, Zeugnis von dem guten Hirten geben, wie er ihn durch die Todestäler führt, und da ist, Frieden, Ruhe und Kraft gibt, von oben. Unser Leben sollte einen Unterschied machen, wenn wir mit Jesus unterwegs sind. Ich glaube, wir haben uns zu sehr damit arrangiert, ein unaufgeregtes Christsein, ein unauffälliges Christsein zu leben. Und vielleicht liegt es daran, dass wir diese erste Liebe verloren haben. Wir sehen es als gegeben und gesetzt: „Ja, Jesus ist doch da.“ Bloß, wir rechnen nicht wirklich mit seinem Eingreifen, obwohl er da ist.

Ich mag die Sprache, der ersten Liebe, in der Bibel, weil sie uns auch nahekommt, in unseren menschlichen Beziehungen. Du kennst es auch, dass du einen Menschen kennenlernst, im besten Fall wird das dann der Ehepartner, bei dem du sagst: „Wow.“ Und eines Tages denkst du: „Schade.“

Und dann – das habe ich schon einmal gesagt – diese nichts nutzenden Ehetipps: Eure erste Liebe, die wird vergehen; ihr werdet auch noch nüchtern.

Nein! Das ist nicht die Perspektive, die der Herr uns gibt; unsere Ehe soll ein Spiegelbild des Evangeliums sein; der Liebe Gottes zu uns. Jesus wird uns gegenüber niemals gleichgültig sein; sein Herz brennt für uns; er steht Tag und Nacht für uns ein, und er sehnt sich nach dem Feuer für ihn in unserem Herzen. Ich glaube, so mancher führt ein ziemlich langweiliges Christenleben, das unaufgeregt ist, das die Frische und Wildheit verloren hat; wenn du dich darin wieder findest, dann sage dem den Kampf an. Jesus hat dich zu mehr berufen; Jesus will, dass die Beziehung zu ihm interessant ist; dass sie uns in Staunen versetzt.

Einen weiteren Punkt möchte ich zu diesen Versen an dieser Stelle noch ansprechen. Es spricht einiges dafür, dass die Volksmenge zwar um Heilung gebeten hat, jedoch das Erstaunen über diese Wunder nicht nur Begeisterung war, sondern, wie ich vorhin sagte, auch Irritation auslöste. Ich glaube, dass viele in dieser Volksmenge zwar um Heilung gebeten, aber nicht mit diesem ultimativen Resultat gerechnet haben, dass es mit den Kranken wirklich so eintrifft, wie sie es sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorstellen konnten. Und das ist wichtig für uns zu hören, weil dieser Begriff des Verwunderns häufig verwendet wird im Neuen Testament. Dort, wo man überrascht ist, wo man unerwartet von einem Geschehen heimgesucht wird und denkt: „Hoppla, wie ist das möglich?“ Und es ist bedeutend für uns, das zu hören. Die Menschen kommen mit den Kranken zu Jesus und er heilt sie; und da gibt es einige, die denken: „Was, das ist ja wirklich passiert.“ Und vielleicht hat so mancher schon gebetet und war dann verwundert, dass Gott das Gebet tatsächlich erhört hat. Kennt ihr das? Wer hätte gedacht, dass der Herr hört und sogar erhört? Und hier lernen wir eine wichtige Lektion: „Gott wirkt durch Gehorsam.“

Diese Passage ermutigt uns, wenn wir unbeständige Emotionen in uns haben, – wir werfen unsere Kümmernisse zwar Jesus hin, aber unser Herz bleibt beladen und sorgenvoll, und wir rechnen nicht mit Gottes Wirken – Gott hindert es nicht, dennoch Wunderbares in unserem Leben zu wirken; Gott segnet gehorsame Schritte. Es gibt Situationen, in denen du mit einer Not konfrontiert bist; und du weißt: „Ich soll sie zu Jesus bringen“, du bist auf dem Weg, du machst das in Treue und in Gehorsam, aber wenn es dann geschieht, dann bist du überrascht, dass es sich wirklich erfüllt hat. Gott segnet Gehorsam, denn Gehorsam ist ein Ausdruck von Glauben. Auch wenn du diesen Glauben nicht empfindest und nicht der Christen-Hecht bist und sagst: „Komm, lasst uns beten“ und immer ganz vorn mit dabei bist, sondern du sagst: „Ich tue es auf dein Wort hin.

Kennen wir dieses Wort? Lukas 5, Verse 4 bis 7: Als Jesus aber aufhörte zu reden, sprach er zu Simon, Petrus: Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zu einem Fang hinab! Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben uns die ganze Nacht hindurch bemüht und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich die Netze hinab-lassen. Und als sie dies getan hatten, umschlossen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze rissen. Und sie winkten ihren Gefährten in dem anderen Boot, zu kommen und ihnen zu helfen; und sie kamen, und sie füllten beide Boote, sodass sie zu sinken drohten. Petrus war nicht in der emotionalen Lage, in der er damit rechnete, dass das, was er tut, wirklich einen Effekt haben wird; aber er sagte: „Du sagst es und ob ich das jetzt fühle oder nicht fühle, das soll mein Handel nicht bestimmen; ich folge dir und lasse mich dann überraschen.“

Ich möchte dir zurufen: Wenn du ein langweiliges Christenleben führst und denkst, boah, ich bin jetzt gerade nicht so elektrisiert, tue einen gehorsamen Schritt, Jesus entgegen! Auch wenn du es nicht in dir fühlst, tue das, was Jesus sagt, und werde davon überrascht, wie treu Jesus ist und was er in deiner Situation tun kann. Am Ende erleben wir etwas, und das sollte unser ganzes Ziel sein.

Der Segen ist für die Menschen ein großes Motiv für ihr Handeln, doch wir sehen am Ende dieser Passage, warum es ultimativ wichtig ist, auf diese Weise zu agieren; dort heißt es, dass sie den Gott Israels verherrlichten, Matthäus 15, Vers 31. Gott wird groß gemacht; Gott wird bekannt gemacht für seine Stärke, für seine Exzellenz. Vielleicht motiviert dich das, wenn du diesen Text liest, Jesus kennst und Gott liebst. Ich hoffe, du verspürst in dir den Wunsch, und dein Herz erfreut sich daran, dass Gott mehr und mehr verherrlicht wird und nicht weniger und weniger. Und wir sehen, dass Jesus auf dem Herzen hat zu wirken, damit Gott verherrlicht wird; und Jesus hat es seinen Jüngern schon einmal verdeutlicht, dass durch ihre Taten Gott verherrlicht werden soll. Einige Kapitel zuvor, in Matthäus 5, Vers 16, lesen wir, Jesus sagt zu seinen Jüngern: So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen. Das sagt er: „Durch das, was ihr tut, was ihr wirkt unter den Menschen, soll Gott verherrlicht werden.“

Das sagt er, und dann blätterst du durch das Matthäus-Evangelium und wartest auf die Momente, an welchen Stellen Gott denn verherrlicht wird. Es ist interessant, dass diese Vokabel, die wir hier finden, zweimal im Matthäus-Evangelium auftaucht. Das erste Mal in Matthäus 9, Vers 8, wo Jesus einen lahmen Menschen gesund macht und es heißt, dass sie Gott verherrlichten. Und das zweite Mal, in Matthäus 5, Vers 16, unserem Text, wo Jesus wieder Kranke heilt, ihnen dient und durch das, was dort geschieht, Gott verherrlicht wird. Wenn wir Kranken dienen und für Heilung beten, dann mit dem tiefen Wunsch, dass Menschen gesegnet werden, aber auch, dass Gott verherrlicht wird.

Wir, liebe Geschwister, können von diesem Text nicht weggehen und sagen: „Für Kranke zu beten, für unmögliche Situationen einzutreten, das ist nicht mein Thema, das sollen andere machen; das ist für uns keine Option.“

Wer das Matthäus-Evangelium liest und in der Nachfolge Jesu ist, hört sein Wort: „Euer Licht soll leuchten, damit Menschen es sehen und Gott verherrlichen.“ Es sollte in uns den großen Wunsch produzieren, genau das zu tun; dann Jesus zu sehen, wie er gute Werke tut, wie er Notleidenden hilft und er sieht, dass daraus Gott verherrlicht wird.

Meine Lieben, wir müssen uns der Not der anderen annehmen und ein brennendes Herz bekommen für diejenigen, die Not leiden und für sie im Gebet eintreten und Gott alles zutrauen. Denn das hat das ultimative Potenzial, dass Gott verherrlicht wird.

Kann er durch andere Dinge verherrlicht werden? Ja, selbstverständlich kann er durch andere gute Werke verherrlicht werden. Aber das Matthäus-Evangelium gibt uns einen Geschmack davon: „Bete für die Kranken, diene den Leiden-den, tritt für die Geplagten ein und traue Jesus mehr zu, als du selbst tun kannst.“ Unsere guten Werke, sind nicht nur Werke, die wir zu tun imstande sind; unser gutes Werk, das wir unter anderem tun, ist: „Herr, wirke du durch mich.“ Jesus war das wichtig, Jesus hat es getan.

Wir gehen jetzt in dem Text weiter, sonst steigen mir die Eltern noch auf den Kopf.

In den nachfolgenden Versen kommt es zu einer Massenspeisung. Viele werden satt. Wenn du das erste Mal hier bist und das erste Mal Worte aus der Bibel hörst, denkst du: „Ja, eine interessante Geschichte.“ Wenn du die Bibel und vielleicht auch unsere Reihe bereits kennst, dann denkst du: „Das hatten wir doch schon einmal. Das ist im Matthäus-Evangelium nicht das erste Mal, dass Jesus das gemacht hat.“

Und in Matthäus 15, macht Jesus es das zweite Mal, obwohl er es in Matthäus 14, schon einmal getan hat. Und es gibt, wenn du die Zeit und die Lust hast und es zu Hause einmal vergleichst, starke Parallelen zwischen dem, was dort geschah und was hier geschieht.

Lasst uns Vers 32 lesen: Als Jesus aber seine Jünger herangerufen hatte, sprach er: Ich bin innerlich bewegt über die Volksmenge, denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig entlassen, damit sie nicht etwa auf dem Weg verschmachten.

Also, wenn du dich gerade verschmachtet fühlst, dir geht es besser als ihnen; das waren mehrere Tausende, sie hatten keine Brötchen; die auf dich aber schon draußen warten. Und wir sind auch nicht drei Tage hier; zumindest habe ich nicht geplant, drei Tage zu predigen. Interessant ist, wenn du das hier liest und dich daran erinnerst, was geschah in Matthäus 14, als Jesus fünftausend Menschen gespeist hatte, dass die Jünger in Kapitel 14 sehr besorgt um das leibliche Wohl derer waren, die sich um Jesus versammelt hatten; und die Lage war entspannter als hier. Jesus stellt fest, die Leute bekommen mächtigen Hunger und wir haben ein großes Problem; wenn wir sie jetzt gehen lassen, dann gehen sie drauf; sie werden richtig heftig Not leiden. Diesen Zustand gab es in Kapitel 14 nicht. Dort war die Lage entspannt; sie saßen auch nicht so lange zusammen, es war nur an einem Tag; dort aber, waren die Jünger sehr besorgt um das leibliche Wohl.

Wir lesen in Matthäus 14, Vers 15, die erste Speisung: Als es aber Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm – zu Jesus – und sprachen: Der Ort ist öde und die Zeit ist schon vergangen. Entlasst die Volksmengen, dass sie hingehen in die Dörfer und sich Speise kaufen. Also, sie haben keine Not, sie haben alle ausreichend Geld, sie können in den Nachbarort gehen und sich zu essen kaufen, wenn wir jetzt rechtzeitig sagen: „Schön, dass ihr da wart, geht nun.“

In Matthäus 15 haben wir eine andere Situation; die Menschen sind bereits drei Tage zusammen, wesentlich länger als vorher; und sie haben jetzt Hunger; die Situation ist dramatischer und dringlicher. Wenn ich ein Jünger gewesen wäre, dann wäre ich in dieser Situation doch zu Jesus gegangen und hätte ihm gesagt: „Ich kann mich erinnern, ‚vor einem Kapitel‘, da hast du etwas gemacht, Jesus; dort, wo die Not nicht groß war, hast du Menschen gespeist; und ich sehe hier die Leute; ihre knurrenden Mägen, höre ich förmlich im Chor rufen; du könntest doch das Wunder wiederholen.“

Damals sind die Jünger vorausschauend auf Jesus zugegangen; jetzt sind sie still; die Jünger schweigen. Wer wird aktiv? Jesus wird aktiv; und das Schweigen der Jünger spricht Bände. Warum schweigen die Jünger jetzt und haben kein Interesse an dem Wohl derer, die da leidend sitzen seit drei Tagen? Im 14. Kapitel waren sie proaktiv, haben sich bereits vor der Not um das leibliche Wohl der Sitzenden gekümmert. Wo befindet Jesus sich gerade? Wir haben es gelesen, Jesus ist am See von Galiläa. Das ist richtig, wir erfahren im Markus-Evangelium, Kapitel 7, dass Jesus am See von Galiläa ist, an der östlichen Seite des Sees von Galiläa, und zwar im Zehnstädte-Gebiet, in der Dekapolis.

Jetzt wisst ihr: „Ah …“ Hä? Okay, was sagt uns das?“ Jesus befindet sich in einem Gebiet, das vorrangig heidnisch ist, in dem überwiegend Nichtjuden leben. Und ihr erinnert euch, Jesus war gerade in einem heidnischen Gebiet, wo er auf die kanaanäische Frau traf, die extreme Not hatte und immerzu rief: „Jesus, hilf uns, hilf, hilf, hilf mir.“ Und die Jünger sagten: „Boah, die nervt uns, kannst du sie nicht endlich wegschicken?“ Die Jünger sind völlig gleichgültig, was Nicht-juden angeht. Sie haben überhaupt kein Interesse, in ihnen entflammt nicht einmal ein Funken von Erbarmen, wenn sie Nichtjuden sehen, die leiden. Für sie ist es so: „Das sind die, und das sind wir.“

In Kapitel 14, waren es unsere Landsleute und für die sind wir da; dort waren wir initiativ und besorgt, dass auch alle rechtzeitig zu essen bekommen. Und hier sind drei Tage vergangen, da sollen sie ruhig schmachten und sie werden nicht aktiv.

Jesus beginnt zu sprechen und sagt: „Wir haben hier ein Problem, liebe Jünger.“

Und ebendarum wird in Matthäus 5, Vers 31, nicht nur „Gott“ von den Menschen verherrlicht, sondern interessanterweise habt ihr gerade in dem Text gelesen: Wer wurde verherrlicht? „Der Gott Israels.“ Das ist so ungewöhnlich: „Warum wird das besonders betont?“ Immer dann, wenn Gott verherrlicht wird, wird nur von „Gott“ gesprochen, denn es ist klar, dass es der Gott Israels ist, weil es Juden sind, die den Gott Israels anbeten.

Wenn hier steht, es wurde der „Gott Israels“ in dem Zehn-Städte-Gebiet verherrlicht, bedeutet das, dass es für die Menschen sehr ungewöhnlich ist, den Gott Israels anzubeten, den Gott der Juden, es sind nun einmal keine Juden, die dort unterwegs sind.

Also, Jesus war in dieser galiläischen Gegend an einem Ort, an dem sehr viele heidnische Menschen waren. Und das ist sehr auffällig, was dort passiert. Und diese Spannung zwischen dem Schweigen der Jünger und dem Mitgefühl von Jesus ist in diesem Text sehr, sehr deutlich zu vernehmen, wenn du langsam liest. Die Jünger schweigen. Jesus kann nicht schweigen. Jesus fühlt mit denen mit, die uns manchmal völlig irgendwo vorbeigehen.

Und Jesus durchlebt dasselbe, was er in Matthäus 14 auch erlebt hat; auch dort ging der Speisung voraus, dass er viele Menschen geheilt hat; auch dort heißt es, dass er innerlich bewegt wurde. Das Wort, das „innerlich bewegt“ heißt, bedeutet „Eingeweide.“ Sein ganzes Innerstes kam in Regung. Wir sagen vielleicht, mir dreht sich der Magen um. Wo wir merken, das, was wir empfinden, ist nicht nur auf der psychischen Ebene, sondern wirkt sich psychosomatisch auf unseren Leib, auf unseren Körper aus; so sehr berührt uns das, was wir dort gerade erleben.

Und Jesus offenbart in dieser Passage – darum ist die zweite Speisung so wichtig, sie ist nicht nur eine Wiederholung von dem, was war – auch die Menschen, die ihr nicht seht, nicht liebt, die euch egal sind, an denen ihr vorbeigeht, bei denen ihr kein Mitgefühl habt; diese Menschen liebe ich. Vorher waren wir bei der Kanaaniterin, bei ihr habt ihr auch gesagt: „Weg mit ihr.“ Und ihr habt gesehen, dass ich sie liebe. Und ihr denkt immer noch, das war ein Versehen, dass ich nur erbarmungsvoll war, weil sie mich genervt hat? Ich zeige euch, dass das kein Versehen war. Ich bleibe hier. Ich bin mit ihnen hier nicht nur einen Tag, wie mit den Juden; ich bin mit den Heiden sogar drei Tage. Vielleicht auch ein Ausdruck dessen, wie nötig es diese Menschen haben, in die Nähe Gottes zu kommen, ihnen eine Extraportion zu geben; und vielleicht auch, um die Juden ein wenig zu reizen: „Wo seid ihr?“

In der nächsten Woche werden wir uns damit beschäftigen, wie die Juden, Jesus immer wieder attackieren. Und die ganze Geschichte endet dann nicht so ganz spektakulär auf der Seite der Juden. Und hier haben wir einen Jesus, der offenbart, wie wichtig genau diese Menschen sind, die von den Segnungen bisher abgeschnitten waren.

Lasst uns weitergehen. Matthäus 15, 33 bis 34. Und seine Jünger sagen zu ihm: Woher nehmen wir in der Einöde so viele Brote, um eine so große Volksmenge zu sättigen? Und Jesus spricht zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sagen: Sieben und wenige kleine Fische. Die Jünger wissen eigentlich genau, was es bedeutet, wenn eine Masse hungrig wird und Jesus sagt, dass er innerlich bewegt ist; diese beiden Dinge, eins plus eins, diese Rechnung kennen sie; sie haben in der Schule Jesu bereits gelernt, was das Ergebnis sein wird. Eigentlich sollten sie genau wissen, was jetzt folgen sollte, und trotzdem fragen sie diese Frage; obwohl einige Tage zuvor schon etwas passiert ist.

Der Bibelausleger Daniel Doriani sagt, Zitat: „Lehrer sagen gerne, dass es keine dummen Fragen gibt, aber diese hier kommt dem schon sehr nahe. Nur etwa 50 Verse zuvor standen sie vor demselben Problem. Eine riesige Menschenmenge voller hungriger Menschen, die nichts zu essen hatten. Und Jesus gab ihnen zu essen. So traurig es auch sein mag, es kommt den Jüngern nicht einmal in den Sinn, Jesus um Hilfe zu bitten.

Psalm 103, Vers 2: Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht all seine Wohltaten! „Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“, hat Luther übersetzt.

„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

David ruft das aus. Warum? Weil wir vergessen. Nur 50 Verse weiter und wir vergessen, was wir erlebt haben. Wir sind fähig, das Gute von Gott zu vergessen oder die falschen Schlüsse für neue Situationen zu ziehen. Sie haben den Segen gesehen bei ihren Leuten, ihrer Community, bei den Menschen, die ihnen wichtig sind; sie kommen in eine neue Situation hinein und sie haben nicht den Glauben, dass das, was bereits gut war, hier wieder gut werden wird; sie verlieren den Mut oder denken nicht an das, was Gott Gutes getan hat. Sie haben keinen Glauben für diese Situation, sodass sie wie der Ochs vorm Berg stehen und keine Ahnung haben, was sie jetzt tun könnten. Vielleicht das, was sie haben – wie die Heiden vorher – vor die Füße Jesu werfen?

Die Nichtjuden sehen Jesus und bringen das, was sie haben, zu Jesu Füßen; die Jünger haben auch etwas, aber sie kommen nicht einmal auf die Idee, das, was sie haben, zu Jesu Füßen zu bringen. Und so können auch wir, obwohl wir viele gute Dinge erlebt haben, vergesslich darin werden, das, was wir haben, und auch das, was wir vermeintlich nicht haben, vor die Füße Jesu zu werfen.

Jesus war gut, er ist gut und er bleibt gut.

Und so mancher hat die Güte Gottes in der Vergangenheit schon erfahren, aber hat vielleicht nicht den Mut, die Hoff nung, die Zuversicht, dass die Not, mit der er jetzt konfrontiert ist, von Jesus gelöst werden kann.

Ich frage dich: „Wann hat der Herr begonnen, untreu zu werden? Wann hat der Herr angefangen, an Kraft zu verlieren? Wann hat er verkündet, ich bin nicht mehr derselbe wie gestern?“ Gott ist treu und er bleibt treu!

Habe Mut und Hoffnung, dass der Herr eingreifen kann in deine Situation. Du bist nicht zu weit weg; selbst dann nicht, wenn du von deinen Taten sogar weiter weg stehen kannst, als hier die Nichtjuden. Gerade sind die Nichtjuden näher an Jesus und an seinem Herzen, als die ollen Jünger, die eigentlich schon alles besser wissen.

Okay, wir kommen zum Schluss. Verse 35 bis 39, das ist zwar die größte Verseinheit, es wird aber nur noch ein goldener Abschluss sein.

Vers 35: Und er gebot, den Volksmengen, sich auf die Erde zu lagern. Er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte und brach und gab sie den Jüngern …

Hier stoppen wir kurz. Merkt ihr es? Er nimmt, dankt, bricht und gibt. Woran erinnert uns das von der Sprache her? An das Abendmahl, mit dem Jesus seinen Bund schließt.

Leute, was Matthäus hier hineinlegt: „Das Matthäus-Evangelium ist vorrangig an die jüdische Bevölkerung geschrieben worden“; und hier platziert er: „Jesus ist gerade dort, wo Menschen den Gott Israels nicht kennen“; hier leitet Jesus bereits etwas ein und baut eine Parallele: „Ihr könnt das alle noch nicht sehen, aber diese Leute möchte ich, Jesus, bei mir haben bis in alle Ewigkeit.“

Ach, es ist großartig! Ich habe aber gesagt, wir machen es hier nur kurz.

Verse 36 bis 38: Er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte und brach und gab sie den Jüngern, die Jünger aber gaben sie den Volksmengen. Und sie aßen alle und wurden gesättigt; und sie hoben auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll. Die aber aßen, waren viertausend Männer ohne Frauen und Kinder. Übrigens: Dieser Vers bedeutet nicht, nur die Männer aßen und Frauen und Kinder aßen nicht, nur in der Zählung – die aber aßen, waren vier-tausend Männer ohne Frauen und Kinder – wurden diese nicht mitgerechnet.

Vers 39: Und als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er in das Boot und kam in das Gebiet von Magadan.

Einige stolpern über diesen Text und sagen, warum nochmals eine zweite Speisung? Ich hörte bereits, dass Jesus das kann. Er muss es nicht wiederholen. Dieser Text lehrt uns: „Das, was die Juden zuerst genossen haben, sollen nun auch die Heiden erfahren; die Juden zuerst und direkt danach alle anderen.“ Jesus ist treu, auch in seinem Auftrag. Ich habe eine Verpflichtung den Juden gegenüber, aber ich habe eine große Freude daran, diesen Segen noch weiter auszubreiten, dass er sogar bis nach Emmendingen, nach Lahr und noch viel weiter hinausgeht.

Und sie kommen mit sieben vollen Körben. Das ist eine sehr aufgeladene symbolische Zahl, die in der Regel für Vollkommenheit und Perfektion steht; an dieser Stelle kann es symbolisieren, dass Gottes vollkommene Versorgung allen Menschen gilt; zuerst den Juden und dann allen Heiden. Jesus zeigt hier, dass er all jene in Vollkommenheit versorgt, die zu ihm kommen. Und damit zeigt er, dass er das Brot des Lebens für alle Menschen ist, und das wahre Leben bei ihm zu finden ist. Amen

 

Bibelstellen:

Matthäus 15,29–39; Apostelgeschichte 12,5; Jakobus 5,16; 2. Korinther 1,10.11; Apostelgeschichte 4,29.30; Philipper 4,6; Johannes 16,33; Johannes 14,27; Lukas 5,4–7, Matthäus 5,16; Matthäus 9,8; Matthäus 14,15; Markus, Kapitel 7; Matthäus 5,31; Psalm 103,2