13. März 2024

Geistliche Manipulation vermeiden

Geistliche Manipulation vermeiden

Ich freue mich, dass wir uns ein spannendes Thema anschauen können, und zwar lautet unser Thema heute: Geistliche Manipulation vermeiden. Und ich denke, es ist wichtig, dass wir über dieses Thema in unserer Reihe, in der wir viele Facetten des geistlichen Dienstes abhandeln, sprechen. Wenn wir danach trachten, Gottes Stimme wahrzunehmen und das auch, im Gebet, in der Fürbitte, im Heilungsdienst und so weiter, weitergeben möchten. Dort, wo wir uns von Gott gebrauchen lassen, da ist es wichtig, dass wir uns dieser Thematik stellen: geistliche Manipulation. Und ich glaube auch, dass dieses Problem der geistlichen Manipulation ein Grund ist, warum viele Christen sich scheuen, sich dem Heiligen Geist oder den Charismen des Heiligen Geistes zu öffnen, sich darauf einzulassen, weil sie befürchten, dass sie Opfer von geistlicher Manipulation werden könnten; denn jeder hat schon einmal gehört oder selbst erlebt, dass es auch Missbrauch von geistlichen Dingen gibt; man möchte nicht unter die Räder kommen und deswegen hält man Abstand. 

Und jetzt magst du vielleicht sagen: Ja, aber doch nicht bei uns, das ist irgendwo da draußen; wir haben uns doch lieb und wir haben uns kennengelernt; davon können wir unter uns doch nicht ausgehen. Und ich denke: Das ist sehr trügerisch. Wer meint zu stehen, sagt Paulus, soll aufpassen, dass er nicht fällt. 1. Korinther 10, Vers 12. Ich habe von mir auch nicht das Bild, dass ich andere geistlich manipuliere; aber bei der Beschäftigung mit dem Thema dachte ich: Herr, bitte hilf, dass das auch wirklich wahr ist, denn du kannst so schnell in eine Schiene rutschen, wo du dich selbst nicht im Blick hast und eine Gefahr einfach ausblendest: Na, ja, das wird mich schon nicht treffen. Wer so denkt, der ist einen Schritt davor, dass es ihn trifft und durch ihn oder sie Dinge geschehen, die nicht geschehen sollen. Und ich meine, wir müssen uns diesem unangenehmen Thema stellen, denn die Bibel stellt klar, dass geistliche Manipulation eine reale Gefahr für uns Christen ist. 

Und das möchte ich euch als ersten Punkt weitergeben: Manipulation ist eine reale Bedrohung. Wir werden uns folgende Verse anschauen, die zeigen, woran wir erkennen, dass Missbrauch von geistlichen Dingen dazu führt, dass Menschen manipuliert werden sollen: In Matthäus 7, Vers 15 sagt Jesus: Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig, aber sind sie reißende Wölfe. Matthäus 24, Vers 11: Und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen. Es geht darum, Menschen zu lenken, hinter sich her zu sammeln und von der Wahrheit wegzuführen, sie zu Dingen zu manipulieren, zu denen sie nicht Ja gesagt haben. Und die Verführung ist immer intrigant, etwas, was nicht offensichtlich ist. Man kommt doch nicht um die Ecke und sagt: Hallo, ich möchte dich gerne verführen und dich ins Verderben stürzen; so macht das ja niemand, sondern es fängt subtil an und dann hast du Vertrauen zu jemandem, zu dem du kein Vertrauen haben solltest. Markus 13, Vers 22: Es werden aber falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten zu verführen. Hier haben wir wieder die Dynamik der Verführung, Manipulation, eingreifen in dein Denken, um das, was du für richtig hältst, zu beeinflussen; und das geschieht auch durch Zeichen und Wunder, die präsentiert werden. 1. Johannes 4, Vers 1, sagt es ganz deutlich: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. Jeremia 14, Vers 14, einige, die dem Bibelleseplan folgen, sind vielleicht gerade gemeinsam mit mir im Jeremia-Buch; ich empfinde es als ein krasses Buch. Wie deutlich Gott in das Volk Israel hineinspricht und in Kapitel 14, Vers 14, heißt es: Und der Herr sprach zu mir: Die Propheten weissagen Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt und sie nicht beauf-tragt – auch nicht zu ihnen geredet. Sie weissagen euch Lügenvision, Wahrsagerei, Nichtiges und den Trug ihres Herzens. Das ist ein kleiner Auszug von Warnungen vor geistlicher Manipulation, die stattfinden kann. Es gibt noch mehr Passagen, und diese zeigen uns, es gibt eine reale Bedrohung, die uns von der Bibel unmissverständlich deutlich gemacht wird, damit du darum weißt. Und deswegen, wenn wir uns mit dem geistigen Dienst auseinandersetzen, dürfen wir nicht davon ausgehen, nur weil der Begriff: Heiliger Geist, Heilung oder Weissagung genannt wurde, wird schon darin sein, was auf der Verpackung steht. Denn hier wird viel auf die Verpackung geschrieben, aber innen, Jesus sagt es, inwendig sieht es ganz anders aus und da besteht eine große Gefahr. Also: Manipulation ist eine reale Bedrohung. 

Ein zweiter Punkt: Manipulation kennt keine Grenzen. Diese echte Gefahr von geistlicher Manipulation veranlasst manchen Christen, sich völlig von der Praxis der Charismen zu verabschieden. Weil sie diese Verse lesen, sagen sie: Okay, wenn das so gefährlich ist, dann möchte ich lieber nichts damit zu tun haben; doch wir dürfen nicht vergessen, die bloße Existenz von Missbrauch darf den rechten Gebrauch nicht verhindern. Nur weil etwas falsch gemacht wird, heißt es nicht, dass man es nicht richtig machen kann und auch nicht richtig machen sollte. Und so erlebe ich, dass Menschen irrationale Ängste, eine ungesunde Furcht haben, wenn sie sich mit den Themen des geistlichen Dienstes oder mit dem Heiligen Geist beschäftigen, sie halten einen ungesunden Abstand zu den Dingen, weil sie überängstlich sind. Um sich nüchtern und besonnen dem Thema der geistlichen Manipulation zu nähern, müssen wir festhalten: Geistliche Manipulation kennt keine Grenzen. Das bedeutet: Sie hat viele Schattierungen und kann auf ganz unter-schiedlichen Ebenen passieren. Geistliche Manipulation findet nicht nur ihren Ausdruck darin, dass Menschen zum Beispiel mit falschen Prophetien unterwegs sind, sondern kann dich an einem Punkt treffen, wo du das niemals für möglich gehalten hast. 

Ich möchte gerne ein Zitat von Jack Deere vorlesen, ihn habe ich schon häufiger zitiert, er hat sich sehr stark mit diesen Themen auseinandergesetzt und ich halte das, was er hier schreibt, für bemerkenswert, Zitat: >> Wenn Menschen erlaubt wird oder sie ermutigt werden, ihre Geistesgaben zu betätigen, muss man auch immer damit rechnen, dass diese Freiheit missbraucht wird. << Kurz mal Stopp. Wenn du Freiheiten gibst, lässt du Kontrolle los und lässt dich auf jemanden ein. Wenn du jemandem Vertrauen schenkst, dann gehst du ein Risiko ein, und zwar welches? Dass ich enttäuscht werde, dass mein Vertrauen missbraucht wird, dass ich doch belogen werde; ich habe doch gehofft. Aber eine gute Beziehung wird nur dann stattfinden, wenn es diese Freiheit gibt; ansonsten wird alles in der Kontrolle landen. Okay, wenn Menschen erlaubt wird oder sie ermutigt werden, ihre Geistesgaben zu betätigen, muss man immer auch damit rechnen, dass diese Freiheit missbraucht wird. Ich denke, dass dieser Satz ganz wichtig ist, um als Christ reif zu werden. 

Ja, wie konnte das passieren? Ja, was denkst du denn, wie Menschen unterwegs sind? 

Zitat: >> Auch ich habe mir – also nicht ich, sondern Jack Deere schreibt das – auf die ein oder andere Weise erlaubt, die meisten geistlichen Dienste zu missbrauchen. Missbrauch liegt in der Natur des menschlichen Herzens. Christen können das mit ihren Prophezeiungen und ebenso mit der Auslegung der Bibel tun. << 

Und jetzt zeigt er zwei Lager: Die einen, die rasch dabei sind, zu sagen: Aber bei den Prophezeiungen ist immer der geistliche Missbrauch und die Manipulation zu finden; und er sagt, selbst wenn du das ganze Thema des Heiligen Geistes einmal ad acta legst und dich nur auf deine Bibel stützt, und nur die Bibel, Bibel, Bibel, auch mit der Auslegung der Bibel kann Missbrauch betrieben werden und geistliche Manipulation stattfinden. 

Er schreibt weiter, Zitat: >> Alle Kirchen haben ihre eigene, spezielle Art von Missbrauch. Einige Gemeinden neigen mehr zu übersteigerter Emotionalität, andere mehr zu kaltem, gesetzlichem, selbstgerechtem Pharisäertum. Beide Arten sind ernst zu nehmen und unrecht. Wir sind oft unserem eigenen Missbrauch gegenüber blind, weil Missbrauch meist von einer falschen Gewichtung oder Anwendung einer guten Sache herrührt. Wir missbrauchen nicht unsere Schwächen, wir missbrauchen unsere Stärken. Deswegen fällt es uns so schwer, unseren eigenen Missbrauch zu erkennen. Es ist der Missbrauch einer Stärke von etwas, das uns und anderen zum Segen geworden war. << 

Jede Gemeinde hat ihre Stärken, jede Gemeinde hat in einem Bereich ihre Koryphäen und genau dort, wo du besonders stark bist, kannst du genau das, was eigentlich zum Guten dient, verwenden, um andere gefügig zu machen, andere zu dominieren und sie auf eine Spur zu bringen, wo sie von allein nicht hingehen würden. Und du kannst das ganze Thema des Heiligen Geistes beiseiteschieben, doch das bedeutet nicht, dass du von geistlichem Missbrauch oder geistlicher Manipulation frei bist. Du kannst ganz ohne diese Dinge, nur mit der Bibel in der Hand, das Wort Gottes missbrauchen, um Menschen zu manipulieren. In Sekten passiert das tagein, tagaus. Durch die verliehene Macht werden Menschen, die sehr stark sind, in einer gewissen Art und Weise, beispielsweise in der Kommunikation, versuchen, dich zu beeinflussen und auf Pfade zu bringen, wo du selbst nicht hingehen wolltest.  

Und es ist wichtig für uns zu erkennen: Es bringt nichts zu sagen: Ah, das mit dem Heiligen Geist, das lasse ich lieber, denn ich möchte nicht manipuliert werden. Wer sagt dir, dass du nicht auch durch die Wortverkündigung manipuliert wirst? Ist dir das schon einmal passiert, dass du manipuliert wurdest? Hast du einmal gemerkt, dass jemand in einer Art und Weise gesprochen hat und du denkst: Moment mal, das nimmt jetzt solch eine komische Färbung an? Er kommt mit etwas Gutem, aber überzeichnet das vielleicht auf eine Art und Weise. Wir werden uns gleich ein paar Sachen anschauen, wie man Manipulation erkennen kann oder was Manipulation befördert. Sicherlich habt ihr das schon einmal erlebt; ihr habt gemerkt: Mein lieber Freund, du bist ein falscher Fünfziger. Vielleicht nicht einmal komplett, ein – Wolf –, sondern jemand, der in seiner Unreflektiertheit versucht, Gedanken in eine Gruppe zu platzieren, die nicht aus der Bibel kommen, die nur in seinem Wunschdenken entstanden, weil diese Person unbedingt etwas möchte; vielleicht auch aus guten Motiven, denn die Stärke, das Gute, wird oft verwendet, um andere zu manipulieren.Doch ich übergehe sie, ich bin nicht sensibel für ihre Befindlichkeit, sondern ich breche es übers Knie, um sie dort hinzubringen, wo ich sie haben möchte und wie sagt man: Der Weg zur Verdammnis ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Es sind immer gute Dinge, die ich vorhabe. 

Leiter, Menschen, die in Führungsverantwortung sind, neigen sehr schnell zur Manipulation, vor allem wenn du ein starker Leiter bist und eine tolle Vision hast. Ich rede jetzt nicht einmal von einer geistlichen Vision, sondern nur von einer Vorstellung: Was kann mit dem Haufen passieren? Und ich habe eine solche Überzeugung, dass ich jeden Einwand einfach wegbügele und euch so traktiere, dass alle am Ende Ja sagen und alle sind dann plötzlich auf dem Kurs und sagen: Jawohl, er hat es doch gesagt. Später bricht dann alles auseinander und ich denke: Wie kann das denn sein, das waren doch alles löbliche Ziele? Das geschieht oft, weil geistlich manipuliert wurde und das passiert viel häufiger, als es uns lieb sein kann. Das müssen wir uns vergegenwärtigen, alles im Reich Gottes kann missbraucht werden, alles Heilige, alles Schöne, alles Gute kann missbraucht werden, um andere zu beherrschen, andere zu kontrollieren und gefügig zu machen für die eigenen Wünsche, für die eigenen Ziele. Und das geht viel leichter, als man denkt, zumal die allermeisten sich nicht bewusst sind, dass auch in den eigenen Reihen solche Mechanismen wirken können und da müssen wir achtgeben. Um effektiv geistliche Manipulation vermeiden zu können, müssen wir die Mechanismen kennen. Das Thema ist natürlich riesig, es ist ein fettes Thema, ja, und es wird uns wahrscheinlich in Zukunft auch immer wieder einmal beschäftigen.  

Wir werden uns heute einige anschauen, die besonders mit dem geistlichen Dienst, mit dem Dienst im Heiligen Geist, mit den Charismen verbunden sind. Wo gibt es dort Mechanismen, die zumindest geistliche Manipulation befördern, verstärken, möglich machen? Und da werden wir uns einige anschauen. Unseren nächsten Punkt habe ich überschrieben: Manipulation durch Übertreibungen. 

Manipulation durch Übertreibungen. Auch diese Form der Manipulation ist in allen Lagern zu finden. Wenn wir einmal zu denen zurückgehen, die sich gerne auf Verse wie in Matthäus 7, Vers 15, stützen: Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. Es gibt einige, die immer übertrieben reagieren; wenn sie nur hören, da möchte jemand etwas Prophetisches weitergeben, wird dieser Vers pauschal auf jede Situation angewendet; na, ja, Vorsicht vor den falschen Propheten. 

Das ist eine Übertreibung, das ist nicht das, was der Vers sagt. Der Vers sagt nicht: Alles, was prophetisch um die Ecke kommt, ist teuflisch und schlecht. Doch es gibt einige, die die Menschen auf eine Art und Weise manipulieren, indem sie Warnungen aussprechen und dann solche Verse überspannen und auf jede Situation anwenden, die kommen kann. Also, du kannst nicht mit etwas gutem Prophetischem kommen, weil durch Übertreibungen manipuliert wird. Und auf der anderen Seite, und die ist vielleicht für uns jetzt interessanter, können, so wie Paulus es auch im 1. Korinther bezeichnet, die Geistbegabten – jeder, der Jesus nachfolgt, hat den Heiligen Geist und ist auch beschenkt mit Gaben – und er bezeichnet an einer Stelle diejenigen, die im Heiligen Geist dienen, als Geistbegabte. Geistbegabte können in der Gemeinde manipulativ auftreten, wenn sie häufig natürliche Vorgänge, etwas, was ganz normal und nicht außergewöhn-lich ist, spiritualisieren, vergeistlichen, da immer noch eine Prise Heiliger Geist hineinstecken, wo du denkst: Ja, ich habe mir die Socken heute auch einfach nur so ausgesucht; aber bei dir war es immer gleich eine göttliche Fügung, die gesagt hat: Heute, Adidas Socken weiß. Ich schaue noch einmal – Jawohl. Hallelujah. Wie sieht es bei dir aus? Wie bist du zu deinem Sockenpaar gekommen? Die waren sauber! Genau! Preist den Herrn dafür. Das ist schon gut, das ist ein guter Anfang. 

Übertriebene Vergeistlichung passiert vielfach dort, wo Menschen eine Freudigkeit daran bekommen, sich mit der Dimension des Heiligen Geistes auseinanderzusetzen. Man ist so begeistert von dieser Ebene, dass Gott in unser Leben hineinragt, dass er nicht – der alte Vater im Himmel ist, – der ganz weit weg ist, sondern dass Gottes Geist mich lenkt und begleitet und meine Gedanken beeinflussen möchte. Doch man hat überhaupt keinen Messwert mehr, alles ist hochgeistlich. Bitte schön. – Das ist sehr gut gesagt. Wenn wir es mit dieser Situation zu tun haben, wir solche Formen der Manipulation entdecken, dann bedeutet das nicht immer, dass das falsche Propheten sind, die in der Hölle schmoren werden. Das ist nicht der Punkt. Du hast auch schon manipuliert. Du hast, (; also ich nicht, 😉 aber du hast schon Menschen beeinflussen wollen. Das passiert häufig. Wichtig ist, dass wir dafür Antennen haben und es erkennen, vermeiden oder überwinden. Das, was Doris gerade gesagt hat, ist ganz wichtig: Dort, wo Menschen übertrieben vergeistlichen, hat das oft mit einem Minderwertigkeitsempfinden zu tun, denn dort, wo ich ständig vergeistliche, bin ich ja super wichtig. Also, ich bin Gott so wichtig, dass er mir sogar die Sockenfarbe diktiert. Man könnte auch sagen: Du bist womöglich so dumm, dass Gott dir die Sockenfarbe diktieren muss, weil du es selbst nicht hinbekommst. Aber es hat häufig mit Kompensation zu tun; ich muss mir irgendwie Geltung verschaffen. Und unter Christen funktioniert das wunderbar, wenn man zu einem ganz natürlichen Prozess immer noch eine Prise göttliche Fügung hineingibt. Wer will auch etwas dagegen sagen? Niemand möchte etwas gegen die Fügung des Heiligen Geistes sagen. Wer will sich schon mit dem Heiligen Geist anlegen? Angenommen, ich lege mich mit dir an, dann lege ich mich ja gleichzeitig mit Gott an. Das kann eine ausgesprochen fiese Nummer sein, wenn immer alles vergeistlicht wird.  

Und natürlich ist es zum einen eine Kompensation des eigenen Minderwerts, aber es ist auch eine Manipulation in dem Sinne, dass die Menschen mich glorifizieren. Also nicht nur, dass ich damit ausdrücke: Ich bin wer, sondern du sollst auch in deinem Herzen spüren, dass ich besonders bin. Es reicht nicht, dass ich mich besonders fühle; ich möchte dieses geistliche Erleben, so deute ich es zumindest, so ausbreiten, dass andere gewissermaßen einen Knicks vor mir machen und mich als etwas ganz Besonderes ansehen.  

Das Teilen von Gottes-Erlebnissen. Ich denke, wir erleben viel mehr mit Gott, als wir voneinander wissen. Durchaus, das ist wichtig. Wenn wir nur das Gegenteil zu der Übertreibung tun, dann wird es nicht besser; eine Untertreibung ist auch nicht gut. Wenn Gott offensichtlich etwas gewirkt hat, ich habe das schon einmal gesagt: Gott hat dir etwas offenbart und du gehst daher und sagst: Ich hatte eine gute Idee, dann raubst du dem Herrn die Ehre. Wenn du eine Heilung erlebt hast, dann ist sie dazu da, um auch andere zu ermutigen, es weiterzusagen, was der Herr Großes getan hat. Wir sollen die Wunderwerke Gottes erzählen. Wenn du sagst: Na, ja, ich habe ein bisschen Sport gemacht, dann hat es schon wieder geklappt; gibst aber Gott nicht die Ehre dafür, dann findet Gott das auch nicht so witzig. Also, mit Untertreibung auf Übertreibung zu reagieren ist natürlich nicht die Devise, sondern dass wir wahrheitsgetreu sind.  

Wir hatten kürzlich ein Gebetstreffen, da ging es um die Attacken des Satans, die wir auch als Christen erleben können, dass er versucht uns zu traktieren. Und dann gibt es Christen, vielleicht kannst du dich erinnern, wir haben darüber gesprochen, die auch an dieser Stelle alles vergeistlichen; indem jede schwierige Situation auf Satan geschoben wird; immer Satan. Ich bin so wichtig, dass in jeder Situation, die schiefläuft, Satan, gleich mit einer ganzen Legion, gegen mich angeht; solch ein Kämpfer bin ich im Reich Gottes. Vielleicht hast du keinen Parkplatz bekommen, weil du einfach zu spät losgefahren bist. – Was sagst du? Genau. Der Satan muss für alles herhalten. Andererseits wäre es natürlich auch nicht gut, zu sagen: Es gibt überhaupt keine geistlichen Angriffe. Zu versuchen immer alles naturalistisch mit unseren Kapazitäten zu erklären, ist natürlich auch nicht der richtige Weg. Wir sollen an dieser Stelle einfach achtsam sein.  

Dass Übertreibungen, wenn ständig und alles … ich kenne einige, die können schier keine Woche erleben, ohne dass sie Jesus leibhaftig gesehen haben. Da gibt es ganz viele Mängel in diesem Leben, ganz viele Mängel, aber die haben schier wöchentlich eine Visitation vom Herrn persönlich, wo ich denke: Ich würde vielleicht kleinere Brötchen backen; und wenn ich so häufig den Herrn leibhaftig sehen würde wie du, dann wäre ich bereits ein ganz anderer Mensch. Wisst ihr, was ich meine? – Genau, Manipulation durch Übertreibungen, übertriebene Vergeistlichungen. 

Ein weiterer Punkt: Manipulation durch Immunisierung. Das hat auch etwas mit dem Vorherigen zu tun. Wenn ich mit geistlichen Erfahrungen inflationär umgehe, dann hat das oft zur Folge, sich selbst in eine unanfechtbare Stellung zu manövrieren. Weil ich so viel erlebe und so geistlich bin, kannst du mich eigentlich nicht kritisieren. Und dieser Sachverhalt passiert sehr häufig in der christlichen Kirche, sehr häufig. Da sagt man: Merkst du es auch? Da stimmt etwas nicht, ich sehe hier eine Schwäche. – Es geht jetzt nicht darum, du bist ein falscher Fünfziger und ein falscher Prophet. Doch du bemerkst, dass der Umgang mit den Menschen nicht so ganz gesund ist. – Das müsste man doch einmal ansprechen; das bringt etwas Ungutes hinein; die Unversöhnlichkeit wird stärker. Aber du kannst das doch nicht ansprechen; siehst du nicht, was für geistliche Geschehnisse diese Person erlebt? Darüber musst du doch hinweg-sehen, die Person ist geistlich so stark; Gott beschenkt sie geistlich auf so vielen Ebenen, wir können sie doch nicht kritisieren. 

So manche charakterschwache Person flüchtet sich in einen geistlichen Erfahrungsschatz, wie ein Schutzwall, durch den du erst einmal hindurchkommen musst, falls du versuchst, sie anzugreifen. Wenn du mich korrigieren möchtest, wie erklärst du dir dann bitte schön meine geistlichen Erfahrungen? Das wird natürlich niemals so plump gesagt und niemand denkt aktiv so, aber es sind oft subtile Verhaltensweisen, die wir an den Tag legen; womit wir versuchen uns und unsere Schwächen zu legitimieren und zu rechtfertigen.  Wir stellen unsere Besonderheiten heraus, alles, was wir erlebt haben, um dadurch gegen jeden Angriff immun zu werden.  

Und jetzt kommen wir zu einem … Bitte. – Ja, es ist voll krass, wie du das sagst. Du bist konfrontiert mit einer Person, die ganz viel Segnungen aufweisen kann und dann fällt es dir schwer, bei ihr in die Korrektur zu gehen. Was ist, wenn jemand ununterbrochen Menschen auf evangelistischer Ebene zum Glauben führt, aber du siehst ein Problem? Boah, der bringt so viele zum Glauben, wir können ihn doch jetzt nicht in die Korrektur nehmen, denn wenn er weg ist, dann kommen gar keine Menschen mehr zum Glauben. Das kann doch nicht angehen und deshalb lassen wir das einfach. Das ist ein Schutzwall.  

Und ich finde Folgendes interessant: Wenn wir mit charakterschwachen Personen zu tun haben – jetzt einmal ganz diplomatisch, also es betrifft ja nicht uns, es sind die Leute, die heute nicht hier sind – und dann, wie du es gerade beschreibst, da ist eine Person mit einer starken prophetischen Begabung, aber mit einem unmoralischen Verhalten, wie ist das zusammenzubekommen? Und wenn es so ist, dass diese Unmoral wirklich Unmoral ist, was sagt das dann über den geistlichen Wert? Ihr versteht das Dilemma, oder?  

Und da lernen wir, in 1. Korinther 1, Vers 7, Paulus schreibt der völlig verkorksten Gemeinde in Korinth, und das wird ein langer Brief mit sehr viel Korrektur: Ihr habt an keiner Gnadengabe Mangel. Und er lobt sie in diesem Abschnitt dafür, dass sie so stark im Geistlichen wirken. Doch wir sehen im Verlauf des Textes, dass dieses offensichtliche Geisteswirken keine Unmoral legitimiert und sie dadurch nicht immun gegen Kritik sind; ganz im Gegenteil. Nachdem Paulus ihnen glaubwürdig die Wirkung des Geistes bescheinigt: Ihr habt wirklich starke Wirkung des Geistes, sagt er in Kapitel 5, Vers 1: Die sexuellen Perversionen in eurer Gemeinde gehen gar nicht. Kapitel 11, Verse 20 bis 22: Eure Saufgelage beim Abendmahl gehen gar nicht. 

Hey, ganz ehrlich: Hätte ich den 1. Korinther-Brief nicht, ich hätte den Brief anders eingeleitet. Also, wenn Waldemar den Brief geschrieben hätte, dann würde ich sagen: Alles, was in eurer Gemeinde passiert, kommt von Satan, denn wenn ihr so lebt, dann kann da nichts Positives sein; so hätte ich geschrieben. Der Heilige Geist wollte nicht, dass ich das schreibe; deswegen bin ich nicht schon vor 2000 Jahren zur Welt gekommen und Paulus hat ihn geschrieben. Ich empfinde das als krass: Er sieht Geisteswirken, aber er sieht auch einen Lebensstil, und es passt nicht zusammen. Aber er sagt jetzt nicht: Na, ja, weil ihr geistlich so stark seid, so enorm unterwegs seid, deswegen lassen wir einmal fünf gerade sein; Hauptsache ihr seid im Heiligen Geist unterwegs. Nein, ihr seid nicht immun! Euer Geisteswirken macht euch nicht immun, sondern viel mehr, weil ihr so stark im Geist seid, müssen wir unbedingt euer Leben auf die Reihe bekommen. 

Und wir sehen beispielsweise auch im Galater-Brief – das ist einigen vielleicht gar nicht so bewusst – dass Geistes-wirken vorhanden sein kann und trotzdem muss Irrlehre bekämpft werden. In Galater 3, Vers 5, schreibt Paulus den Galatern: Der euch nun den Geist darreicht und Wunderwerke unter euch wirkt, tut er es aus Gesetzeswerken oder aus der Kunde des Glaubens? Der Galater-Brief hat diese Spannung: Bist du durch den Glauben gerecht gesprochen und hast ewiges Leben oder tust du das durch deine Bemühungen und deine Leistungen? Das ist im Prinzip das große Thema. Und die Galater befanden sich gerade in einer Rückwärtsbewegung. Und achtet einmal darauf, hier in Kapitel 3, Vers 5, heißt es: Der Wunderwerke unter euch wirkt, tut er es aus dem heraus oder aus der Quelle? Wichtig, in Galazien passieren Wunder – jetzt! Die griechische Form, die er hier verwendet, ist keine Vergangenheitsform. Er sagt nicht, damals ist etwas passiert, sondern so wie er es schreibt, möchte er darauf hinweisen: Ihr lebt in diesen Dingen; ihr erlebt Wunderwirkungen Gottes; ihr erlebt Wunderwirkungen des Heiligen Geistes; dort, wo ihr seid. Und aus welcher Quelle wird das gespeist, was ihr erlebt? Aber in Galater 1, Vers 6, hat er gesagt: Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium.  

Also hätte ich den Galater-Brief geschrieben, ich hätte auch hier auf eine andere Art geschrieben. Diesen Vers gäbe es gar nicht; ich hätte gleich gesagt: Das, was ihr da alles erlebt, kann nicht richtig sein. Das ist eine Spannung, die ich auch nicht auflösen kann. Ich sehe nur: Gemeinden können auf Abwege kommen, falsche Konzepte über das Evangelium und unsere Errettung haben und trotzdem echtes Wunderwirken erleben. Doch nur weil sie Wunderwirken erleben, sagt Paulus nicht: Alles schön und gut, sondern die falsche Theologie, die falsche Bibellehre, die darin steckt, muss unbedingt ausgemerzt und adressiert werden. Ihr könnt euch nicht in diesem Schutz, in diesem Gürtel verstecken und sagen: Bei uns ist alles gut, denn wir merken die Wirkung des Heiligen Geistes; bei uns sind Menschen gesund geworden, weil wir für sie gebetet haben. Ja, schön und gut, ihr glaubt an die Kraft Gottes, aber ihr habt einige Konzepte erlaubt, die sind ungesund und falsch, die müssen beseitigt werden; ihr setzt sonst alles aufs Spiel und irgendwann wird dieses Wirken aufhören. Der Geist Gottes wird sich eines Tages verabschieden, denn um in der Sprache der Offenbarung 2, Vers 5, und der Sendschreiben zu sprechen: Dann komme ich und werde den Leuchter wegrücken und die Gemeinde ist nicht mehr.  

Diese Dinge sind äußerst wichtig, weil wir, ihr vielleicht nicht, aber ich neige dazu, dass ich sage, wenn ich irgendwo eine massive Unmoral feststelle: Da kann kein Geistwirken sein oder bei Irrlehre, da kann kein Geistwirken dahinter sein. Entweder neigen wir dazu, dass wir alles im Bausch und Bogen verurteilen, das Kinder mit dem Bade ausschütten oder wir sind so beeindruckt vom geistlichen Wirken, dass wir alles schlucken. Häufig sind wir Europäer mit amerikanischen neuen Bewegungen beschäftigt; Kirchen, die krass wirken, durch PR, soziale Medien und Musik richtig Eindruck schinden und du bist damit konfrontiert und merkst: Okay, da gibt es gute Impulse, das ist heilsam und Gott wirkt dadurch und er erreicht damit auch Dinge; aber ich sehe: Bei den Leitern gibt es moralische Verfehlungen, die es in sich haben; es gibt dort falsche Lehren, die sind echt übel. Und da gibt es dann Christen, die so beeindruckt von dieser geistlichen Wirkung sind, die ja durchaus da sein kann, dass sie alles schlucken und sagen: Wir müssen darüber hinwegsehen, denn hier ist geistliche Wirkungskraft.  

Und auf diese beiden Arten reagiert, Paulus nicht. Er schüttet das Baby nicht mit dem Bade aus und sagt: Das muss alles schlecht sein. Aber er sagt auch nicht: Weil dort gute Dinge passieren, halte ich meinen Mund. Und das ist ein wirklicher Drahtseilakt zu sagen: Ich möchte das Gute behalten und mich vom Bösen fernhalten und meine Stimme dagegen erheben.  

Aber ich sage euch: Überall wo Irrlehre herrscht, wie hier bei den Galatern oder Unmoral, wie bei den Korinthern, geduldet oder toleriert und mit Geisteswirken ausgespielt wird, weil man ja so viele Dinge erlebt, dort findet geistliche Manipulation statt, und zwar zu einem erheblichen Maße. Dort werden Menschen hinters Licht geführt und oft sind sehr, sehr missbräuchliche Strukturen dahinter, gerade von den Leitern. Und das sage ich nicht einfach so über andere; vielmehr muss ich mich auch selbst darunter stellen: Waldemar, wie sieht es bei dir aus? Dieses Thema eignet sich nicht dazu, den Finger zu nehmen und auf andere zu zeigen, aber dieses Thema eignet sich dazu, sich selbst zu prüfen; denn jeder von uns hat Einfluss auf Menschen. Und wenn du denkst: Nein, ich bin doch kein Leiter; du hast Einfluss auf Menschen und du kannst Menschen manipulieren; diese Themen sind auch für unser Verhalten wichtig. Und vielleicht noch ein letzter Aspekt, damit Korinth nicht auf die Idee kommt, dass sie sich verstecken kann. Wir sehen in 1. Korinther 14, Vers 37, wie Paulus auch die Propheten in Korinth in ihre Schranken weist, nachdem er dort einiges an Fehlverhalten offengelegt hat: Wenn jemand meint, ein Prophet oder sonst ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist.  

Und damit zeigt er: Dein Geistwirken, schön und gut, ich spreche auch nicht dagegen; doch ich sage: Die Dinge müssen sich anders entwickeln. Und wenn du nun meinst, du kannst dein Spiel so fortführen, dann sage ich dir: Du bist ein Prophet, okay, aber ich habe das Gebot des Herrn. Das bedeutet, das ist auch für uns wichtig: Nur weil jemand sehr stark geistig begabt ist, und das kann durchaus sein, heißt es nicht, dass die Gemeinde von Propheten geleitet wird. Es gibt manchmal tatsächlich geistbegabte, prophetisch begabte Leute in Gemeinden, und wenn sie auftreten, dann fasziniert das einige so sehr, dass sie sagen: Wir müssen uns dem prophetisch Begabten unterordnen, und er leitet durch seine prophetische Begabung die Gemeinde. Aber die Gemeinde wurde nie von Propheten geleitet, sondern von Ältesten. Sie können manchmal gleichzeitig Propheten sein, aber das allerwichtigste Kriterium, um die Gemeinde zu leiten, ist in der Ältestenschaft niedergeschrieben, in 1. Timotheus 3, Vers 2: Dass du einen guten Charakter hast und lehren kannst. Da steht nicht, und du musst prophezeien können. Das ist schön, ja, und strebe danach, sagt Paulus auch, ich habe überhaupt nichts gegen diese Gabe, ich will doch mehr davon. Aber geleitet wird durch das Wort. 

Und das ist ein Aspekt, den wir beachten müssen, wenn wir uns dem Thema widmen: Manipulation durch Immunisierung; dass Menschen nicht geistbegabt auftreten und dann alle in ihre Spur bringen durch ihre Begabung, die sie haben, – aber trotzdem müssen sie sich der Leitung unterordnen, denn geleitet wird durch das Wort und nicht primär durch Prophetie.  

Bitte. – Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Natürlich können wir uns oft die Wahrheit nicht selbst sagen; wir müssen sie gesagt bekommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns konfrontieren lassen, damit wir uns mit dem Thema beschäftigen. Ich glaube, dort, wo wir uns aufrichtig diesem Thema widmen, kann Gott einen offenen Blick geben.Und darum ist die Gemeinde auch wichtig. Wir sind kein Club und kein Verein, sondern es ist wichtig, Teil einer Gemeinde zu sein, um die Dinge gesagt zu bekommen, die ich selbst umschiffe. Ein Bruder oder eine Schwester muss sich doch finden lassen, die mich so sehr liebt und sagt: Mein lieber Freund, gut gemeint, aber so geht das nicht. So nicht! So funktioniert das nicht im Reich Gottes und so funktioniert es nicht in der Gemeinde. So kannst du nicht damit umgehen. Darum brauchen wir die Gemeinde; insofern sollen wir die Gemeinde auch nicht verlassen oder versäumen, sondern ein integraler Bestandteil des Leibes sein; weil wir diese Korrektur unbedingt benötigen. Wir sehen das leider nicht, auch wenn du jemand bist, der viel bei anderen sieht. Ich habe das als Beruf, dass ich anderen Ratschläge gebe und dann denke ich: Ah ja, ich sehe hier und dort und dort. – Aber was ist mit dem Balken in meinem Auge? Ich brauche auch Brüder oder Schwestern, die mir sagen: Waldemar, ich sehe das, das gefällt mir nicht; das macht mir keinen Spaß. Und dann bin ich auch bedröppelt. Aber es kann doch nicht um einen selbst gehen. Amen? Es geht um Jesus, um seine Ehre. Und wenn diese Korrektur bedeutet, ihm ähnlicher zu werden, dann will ich da durch. (; Habe ich das laut gesagt? Aber nicht heute Abend, ja, behaltet es für euch. 😉 

Okay, lasst uns einen Schritt weitergehen. Also, wir haben jetzt Manipulation, sie ist eine reale Bedrohung, kennt keine Grenzen. Manipulation geschieht durch Übertreibung, durch Immunisierung und durch Entmündigung. 

Manchmal kann es im Eifer des Gefechts passieren, beispielsweise bei der Gabe der Prophetie, dass bei der Weitergabe prophetischer Worte dem Empfänger die Freiheit geraubt wird, dieses Wort auch für sich zu prüfen. Gott gibt mir einen Eindruck und das wirkt auf mich so stark, dass ich bei der Weitergabe dem Empfänger die Möglichkeit nehme, darauf zu reagieren, sondern ich denke: Du musst das nicht prüfen, das habe ich bereits für dich gemacht. Sagt niemand so, aber wir können in der Art und Weise, wie wir Dinge vermitteln, Menschen in ihrer Freiheit beschneiden. Aber dort, wo im Geistlichen gedient wird, im Namen des Heiligen Geistes, musst du immer darauf achtgeben, es muss auch Freiheit herrschen. Ich werde im Dienste des Heiligen Geistes nicht entmündigt. Ich bin ein mündiger Mensch. Das heißt nicht, dass ich am Ende in der Konfrontation mit dem Heiligen Geist selbst entscheide, was richtig ist; das ist nicht der Punkt; aber wenn mich ein echtes Wort vom Heiligen Geist durch ein prophetisches Wort trifft, dann muss die Freiheit in diesem Setting sein, dass ich aus freien Stücken darauf reagieren kann. Entweder Ja oder Nein sage.  

Vor ein paar Wochen haben wir uns Apostelgeschichte 21 angeschaut. (; Ich weiß, ihr könnt euch daran erinnern und könnt das alles abrufen. 😉 Eine Situation in diesem Kapitel ist, dass Paulus immer wieder daran erinnert wird, was ihm blüht, wenn er so weitermacht, dass er dann eines Tages in Ketten gebunden wird. Vielleicht können sich einige erinnern. Und am Wegesrand gibt es unterschiedliche Christen, die ihm das durch den Heiligen Geist weiter sagen. Vielleicht wisst ihr, um welche Situation es sich handelt. Und einige, die dieses prophetische Wort an den verschiedenen Stationen überbracht haben, nahmen an, dass der Heilige Geist Paulus hindern möchte, weiterzugehen.  

Und das halte ich für interessant: Die Menschen haben durch die Weitergabe dieses prophetischen Eindrucks und ihrer Anwendung geschlussfolgert: Paulus, du sollst nicht gehen. Es ist bedeutend, dass Paulus sich die Freiheit nicht hat nehmen lassen, selbst damit umzugehen; dieses Wort zu hören und als mündiger Christ zu seiner Schlussfolgerung zu kommen. Er hat nämlich gesagt: Leute, ich bin gänzlich davon überzeugt – jetzt mit meinen Worten – dass ihr das falsch deutet, dass ihr es aus eurer Emotionslage heraus deutet: Oh, das wäre so traurig; und folglich bleibe ich jetzt lieber und baue mir hier ein Nest. Aber nein, ich handle in Übereinstimmung mit dem, was ich von Anfang an gehört habe und demgemäß gehe ich und werde freiwillig in die Ketten gehen. Das ist schon krass, man kann sich das gar nicht vorstellen. Also wichtig ist: Die Prüfung kann von allen geschehen und wird niemals limitiert.  

Lass uns kurz die nächsten Verse anschauen und dann bist du dran. 1. Korinther 14, Vers 29: Von den Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen urteilen. Bei der Weitergabe von prophetischer Rede muss ein Feeling, eine Atmosphäre vorherrschen, dass die Gläubigen sie prüfen können. Egal, wie dringlich ich es mache. Ihr habt es auch schon einmal von mir gehört, wenn ich prophetische Worte weiter gegeben habe, die an mich oder an uns als Leitung herangetragen wurden; ich sage dann: Wir glauben, das ist ein Wort des Herrn. Ich will nicht lügen und damit geistig manipulieren, aber ich meine, dass ich mich bemühe, immer zu sagen: Nehmt es mit und prüft es. Ich sage: Ich bin davon überzeugt, will dir aber nicht das Gefühl geben, dass du, wenn du zu einer anderen Schluss-folgerung kommst, warum auch immer, dann mit mir oder vielleicht sogar mit dem Herrn Jesus ein Problem hast. Aber das kann passieren: Es kam kraftvoll rüber, aber doch, kann ich es für mich nicht annehmen, aus welchem Grund auch immer; vielleicht liege • ich • ja falsch. Wir brauchen die Freiheit zum Prüfen. Das können wir anderen nicht abnehmen.

1.Thessalonicher 5, Verse 20 bis 22: Weissagung, Prophezeiung, verachtet nicht, – sondern nehmt alles für bare Münze? Nein! – prüft aber alles, das Gute haltet fest! Ich habe den folgenden Vers nicht abgedruckt. Vers 22: Von aller Art des Bösen haltet euch fern! Sorry, das ist natürlich ein Fehler, es musste noch weitergehen. Aber auf jeden Fall: Prüft alles, nicht manches, sondern alles, prüft es.

Bitte. – Ja, das ist das Dilemma, dass Menschen falsche Schlussfolgerungen ziehen können, das ist hart; aber wenn der Herr durch ein prophetisches Wort zu einer Gemeinde spricht und angenommen, wir als Leitung haben die richtige Schlussfolgerung – (; was auch sonst 😉 – und einige andere haben sie nicht; und angenommen, es ist tatsächlich ein echtes Wort des Herrn: Es ist nicht meine Aufgabe, den Job des Heiligen Geistes zu übernehmen, um Menschen zu überzeugen, das war es noch nie. Meine Aufgabe ist nicht: Menschen zu bekehren; meine Aufgabe ist: Zeugnis abzulegen. Und wenn der Herr möchte, dann muss er weiterarbeiten, dann muss er vielleicht noch andere Fügungen geben, damit jemand erkennt: Ich hätte es eigentlich schon vorher sehen müssen, jetzt begreife ich es. 

Vielleicht habt ihr das auch schon einmal erlebt: Der Herr wollte euch auf etwas stupsen und du sagst: Nein, das ist nicht so. Und dann kam wieder etwas. Moment, das habe ich schon einmal gehört; das kenne ich irgendwoher. Herr, steckst du dahinter? Kennt ihr das? Kein geistbegabter unter uns? Und dann vielleicht ein drittes Mal und du denkst: Jetzt habe ich ein dreifaches Zeugnis; das habe ich mir nicht ausgesucht, das habe ich nicht gesucht; es hat mich ereilt, ich bin überzeugt. Hey, Gott ist gut. Wir sind manchmal sehr langsam im Verstehen.  

Du wolltest noch etwas sagen? Ich muss ein wenig anziehen, sorry. Aber ich möchte an dieser Stelle noch kurz sagen: Manipulation durch Entmündigung kann auch ganz ohne Geistesgaben funktionieren. Und zwar kann ein Fall von Entmündigung vorliegen, wenn etwa Freiheiten beschnitten werden, die Gott dir gibt; doch ein Leiter, Hauskreisleiter oder ein Bruder, der es gut meint, raubt deine Freiheiten und belastet dein Gewissen mit Dingen, wo Gott dir gesagt hat: Du brauchst dir hierüber kein schlechtes Gewissen zu machen. Und auch dort wird entmündigt! Ich dürfte es, aber mir wird das Gefühl gegeben, weil ich das mache, bin ich falsch und schlecht. Auch hier findet Entmündigung statt.  

Ich möchte auf eine Predigt hinweisen: Gewissensunterschiede ertragen. Falls dich das Thema interessiert, zur Coronazeit, habe ich einmal darüber gesprochen. Gewissensunterschiede ertragen. Das ist eine ganz wichtige Einheit gewesen.  

Wir lesen jetzt diese Verse, jedoch nicht im Detail: 1. Timotheus 4, 1 bis 3 und Matthäus 23, Vers 4, dort werden Dinge aufgeführt, mit denen Menschen belastet werden; davon hat Gott überhaupt nichts gesagt, was wir sie tun oder lassen sollen. Auch da kann das passieren und Gemeinde viel zu schnell, dass ich durch meine persönliche Befindlichkeit sage: – Andi, du solltest das aber sein lassen. – Mit einem gestreiften Hemd kannst du aber nicht kommen. – Es muss schon eine Tuchhose sein. – Aber lassen wir das einmal. Dort passieren die gleichen Mechanismen, dass ich andere entmündige, sie aus der Freiheit nehme und sie zu Knechten meines Willens mache.  

Ich möchte noch einen weiteren Punkt nennen, der ist aber kurz: Manipulation durch Realitätsverweigerung. Was ist damit gemeint: Man kann es manchmal erleben, wenn für Kranke gebetet wird. Und das ist ein ganz, ganz sensibler Punkt. Wir müssen gut aufpassen, wenn wir für Kranke beten. Häufig wird beim Gebet für Heilung eine Atmosphäre aufgebaut, wo mein Gegenüber, das krank ist, dazu motiviert wird, die Realität auszublenden; obwohl die Krankheit, immer noch existent ist, einfach so zu tun, als wenn sie nicht mehr da wäre; das Offensichtliche zu leugnen, um zu sagen, ja, es ist schon gut. Oder man kommt so unter Druck, man merkt, es ist weiterhin nicht gut, aber man sagt: Ich bin geheilt und warte darauf, dass sich die Heilung manifestiert. Das ist eine super fromme Beschreibung des Satzes: Ich bin noch krank. Versteht ihr? Das gibt es in einigen Kreisen, dort wird solch ein geistlicher Druck aufgebaut; in einer krassen, ungesund unreflektierten Art und Weise stülpe ich meine Erwartung über den anderen, dass dieser denkt: Wenn ich ihm jetzt nach dem Gebet sage, dass es immer noch weh tut und ich krank bin, dann enttäusche ich ihn vielleicht oder mir wird das sogar als Unglaube bescheinigt, weil ich die Realität beschreibe. 

Und so gibt es in einigen Kreisen die Bekundung: Ich glaube, ich bin gesund, ich warte, bis es sich manifestiert. Nein! Du kannst Ja sagen: Der Herr kann es immer noch zurechtrücken, aber du hast wegen meiner Kopfschmerzen für mich gebetet; ich habe immer noch Kopfschmerzen. Das bedeutet nicht, dass ich nicht glaube, dass Gott das wiederher-stellen kann; aber wir müssen aufpassen, wenn wir Menschen dienen, dass wir sie nicht zu Ja-Sager machen.  

Du kannst Menschen etwa – anderes Thema – in der Evangelisation so bearbeiten: Du glaubst doch jetzt auch, dass Jesus … du denkst: Wenn ich etwas anderes sage, dann bekomme ich ja schon ein Problem mit ihm. Was ist, wenn ich sage: Nein, ich glaube das nicht? Und da gibt es manche, die sind so übereifrig, die wollen das Glück für den anderen so sehr, dass sie seine Schritte für ihn gehen und sagen: So, jetzt machst du das einmal folgendermaßen und dann haben wir das. Und das ist übergriffig und maximal manipulativ. Wenn du den Glauben hast, dann habe ihn für dich Aber du musst aufpassen, dass von deinem Gegenüber die Realität nicht verschwiegen wird, nur, weil du gerade Feuer und Flamme bist.  

Bitte schön. – Ja, die Realitätsverweigerung ist auch richtig. Ich würde sagen, die Realitätsverweigerung beginnt schon da: Derjenige, der manipuliert, erlaubt nicht, dass das, was da ist, da ist. Weißt du, was ich meine? Aber ich kann es auch gerne korrigieren. 

Manipulation produziert Realitätsverweigerung, ist auch gut.  

Für mich ist ein schönes Beispiel, wie Jesus zu Lazarus kommt; er ist gestorben und Jesus beurteilt die Realität, so wie sie ist. Der Mann ist tot und ich weine darüber. Er weiß schon, was gleich passieren wird, aber dieser Moment ist nun einmal so, wie er jetzt ist. Jetzt weinen alle und Jesus stellt sich dazu und nimmt sich einen Moment der Trauer.  

Ich empfinde das auch als völlig verrückt. Wenn ich Jesus wäre hier wieder, ich würde es ganz anders machen. Was heult ihr alle? 1, 2, 3! Nein, Jesus sagt: Das ist jetzt, und gleich ist eine andere Situation; er tut nicht so, als wenn das, was gerade ist, nicht vorhanden wäre.  

Okay. Ich möchte gerne auf einen letzten Punkt mit euch und dann ist die Zeit auch bereits ganz schön fortgeschritten. Manipulation durch Machtmissbrauch. Das ist schon an einigen Punkten durchgedrungen, dass das durchaus etwas mit Macht zu tun hatte, und zwar mit ungleichmäßigen Machtpositionen. Immer wieder geschieht geistige Manipulation durch ungesunde Machtstrukturen oder unhinterfragte Machtpositionen; und Jesus und Petrus haben bereits darauf hingewiesen. 

Jesus sagte in Matthäus 20, Verse 25 bis 26: Jesus aber rief sie heran und sprach: Ihr wisst, dass die Regenten der Nationen sie beherrschen und die Großen, Gewalt gegen sie üben. Unter euch wird es nicht so sein; sondern wenn jemand unter euch groß werden will, wird er euer Diener sein. Also nicht beherrschen, sondern dienen. Also es gibt hier eine Gefahr und das sollen die Jünger wissen, bei Jesus soll das anders laufen. 1. Petrus 5, Vers 2 bis 3, sagt über die Ältesten: Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, Gott gemäß, auch nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern bereitwillig, nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet! Und immer wieder wird in missbräuchlichen Kreisen eingefordert, vielleicht hast du schon einmal den Satz gehört: Den Gesalbten des Herrn soll man nicht antasten. Es ist ein Zitat aus 1. Samuel 24, Vers 7, es wurde einfach aus dem Kontext gerissen. Gott hat ihn gesalbt und deswegen darfst du ihn nicht kritisieren. Gott hat ihn eingesetzt. Gott hat ihm ein solch starkes Amt, viel Autorität, eine Machtposition, eine Leitungsverant-wortung gegeben; es ist unmöglich, dass wir ihn antasten, kritisieren oder infrage stellen. Ich habe in einem Statement von einigen Theologen gelesen – es gibt in Amerika gerade einen Vorwurf gegen einen großen Leiter – dort hat eine Gruppe von Leitern Folgendes geschrieben: Es ist eine Sache, geistlichen Leitern, die der hohen göttlichen Berufung angemessen leben, Ehre und Respekt zu erweisen; das ist das eine: Ehre und Respekt. Es ist eine andere Sache, Diener zu Stars zu erheben und sie so zu betrachten, als gehörten sie zu einer anderen Kategorie als der Rest des Leibes.  

Das passiert manchmal; und das passiert viel schneller, als einem lieb ist. Und das kann auch in ganz, ganz kleinen Kreisen, in kleinen Gemeinden, das kann sogar in Hauskreisen passieren, wo Leute so glorifiziert und so auf ein anderes Podest gestellt werden, dass sie wie ein Star sind; wenn er hereinkommt, er ist unantastbar. Er ist der Gesalbte des Herrn! Jedoch dürfen wir nicht vergessen, niemand ist von gerechtfertigter Kritik ausgenommen, egal, welches Amt bekleidet wird. 

Das müssen wir unbedingt festhalten: Egal, welche Position jemand hat, wenn es Kritik gibt, dann muss sie auch angesprochen werden. In Offenbarung 2, Vers 2, sagt Jesus zu einer Gemeinde: Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden. Das bedeutet: Es haben sich dort Personen als Apostel in Szene gesetzt. Es gab viele Menschen mit apostolischem Dienst, nicht nur die Zwölf; es gab viele weitere, und dass sie sich so bezeichnet haben, ist noch nicht einmal das Problem, sondern sie wurden diesem Ruf nicht gerecht. Es ist egal, mit welchem Amt jemand daherkommt, das kann einen nicht immun machen. Es sind oft Machtstrukturen, Leute kommen mit Titeln um die Ecke und sagen: Ich kann nicht korrigiert werden und ich manipuliere durch mein Amt, das ich innehabe. Ich empfinde es als interessant, dass sogar ein Petrus, er ist so einer • der • Apostel, so könnte man sagen, auch er musste ertragen, dass er kritisiert wurde. 

Paulus sagt in Galater 2, Vers 11: Als aber Kephas, eine andere Bezeichnung für Petrus, nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, weil er durch sein Verhalten verurteilt war. Petrus hat geheuchelt und das musste kritisiert; es musste beim Namen genannt werden. Egal, ob du den Auferstandenen leiblich gesehen hast und auch wenn du der Apostel aller Apostel bist: Das, was du gerade machst, das ist nicht okay! Und angesichts dessen ist es für uns wichtig zu erkennen: Älteste werden im Neuen Testament, das ist spannend, immer im Plural erwähnt. Darauf gehen wir jetzt nicht im Detail ein, aber in diesen Versen: Apostelgeschichte 14, Vers 23 und Titus 1, Vers 5 und auch in weiteren Passagen, können wir sehen, in Gemeinden gab es nicht den Solo-Leiter, denn das bietet ein Szenario, wo automatisch Missbrauch und geistige Manipulation stattfinden wird, da es keine Kritik oder Reflexion auf Augenhöhe gibt. Und darum ist das für mich noch ein wichtiger letzter Punkt und vielleicht einer der wichtigsten Punkte: Manipulation durch Machtmissbrauch. Dort, wo Menschen eine außerordentliche Position haben, muss man immer ganz besonders darauf achten, dass diese Position, diese Macht nicht genutzt wird, um andere, die nicht so hoch-gestellt sind, zu manipulieren. 

Man muss dafür Sorge tragen, dass Menschen mit Macht und mit Verantwortung und Autorität, andere um sich herum haben, die in ihr Leben hineinsprechen dürfen. Und keine Solo-Figuren, die an der Spitze stehen und dann am Ende heißt es: Nicht Christus ist das Haupt, sondern unser Pastor oder unser Apostel ist das Haupt. Und den kann niemand antasten, weil er der Gesalbte des Herrn ist.  

Ihr seht, es gibt einige Facetten, wie manipuliert werden kann und es gäbe natürlich noch viele, viele andere Dinge, auch im zwischenmenschlichen Bereich, wie Machtmenschen manipulieren und andere für ihre Zwecke missbrauchen.  

Ich denke: Diese Dinge sind dann besonders häufig, wenn geistlich gedient wird. Und bei aller Betonung und Stärkung des geistlichen Dienstes ist es wichtig, hier wachsam zu sein, denn Satan schläft nicht. Und wir sollten geschult sein und einen wachen Geist haben, dass wir nicht allem erliegen, was da um die Ecke kommt, sondern von Gottes Wort befähigt sein, um auch negativen Tendenzen etwas entgegensetzen zu können. Es ist spät, deshalb bete ich jetzt und dann könnt ihr noch miteinander sprechen oder auch nach Hause gehen.  

Gebet: 

Vater im Himmel, ich danke dir für dein Wort und dafür, dass dein Wort so deutlich spricht. Ich bin erstaunt, dass einem Petrus, die Leviten gelesen wurden. Wenn ich Petrus gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich gesagt: Paulus, wenn du das nächste Mal einen Brief schreibst, dann lass solche Details bitte raus; das wirft kein gutes Licht auf die Gemeinde und auf das Christentum. Aber es geht nicht darum, dass wir in einem positiven Licht stehen, sondern es geht um Wahrheit, um Gerechtigkeit und um Frieden; all das, was dir wichtig ist. Und niemand kann sich da herausnehmen. Und ich bitte dich, dass du uns unsere blinden Flecke öffnest.  

Beim Zuhören und beim Erarbeiten des Themas wird der ein oder andere vielleicht gedacht haben: Moment mal, womit ich konfrontiert bin, was ich an Dynamik erlebe, das riecht ganz stark nach geistlicher Manipulation, die echt ungesund ist; und ich werde zum Spielball von irgendjemandem. 

Ich bitte dich, Herr, dass du uns den Mut gibst, dass wir in guter Art und Weise manipulativen und missbräuchlichen Systemen die Stirn bieten und die Wahrheit aussprechen, dass wir uns dagegen wehren und diese Dinge nicht einfach fahren lassen. Ich bitte dich, gib uns diese Wachsamkeit und ich danke dir, dass du uns nicht alleine lässt in deinem Wort, sondern uns einige Mechanismen präsentierst, damit wir vorbereitet sind und deinen Segen nicht verpassen. Ich bitte dich, Herr, dass du uns segnest, wenn wir nach Hause gehen, dass du uns kräftigst und wir eine gute Nacht haben, um gestärkt am neuen Tag durchzustarten.  

Amen. 

Bibelstellen: 

1.Korinther 10,12; Matthäus 7,15; Matthäus 24,11; Markus 13,22; 1. Johannes 4,1, Jeremia 14,14; 1. Korinther 1,7;      1. Korinther 5,1; Korinther 11,20–22; Galater 3,5; Galater 1,6; Offenbarung 2,5; 1. Korinther 14,37; 1. Timotheus 3,2; Apostelgeschichte 21; 1. Korinther 14,29; 1. Thessalonicher 5,20–22; 1. Timotheus 4, 1–3; Matthäus 23, 4; Matthäus 20, 2526:; 1. Petrus 5,23, 1. Samuel 24,7; Offenbarung 2,2; Galater 2,11;, Apostelgeschichte 14,23; Titus 1,5.