15. Juni 2025

Sonntagschristen kennt Christus nicht

Sonntagschristen kennt Christus nicht

Es ist gut, dass wir, wenn wir zusammenkommen, unseren Blick für einen Augenblick von uns abwenden und hören, wie es Menschen geht, die Jesus nachfolgen und nicht dieses Setting hier haben.

Die einzige existenzielle Not, die wir gerade haben, ist diese schwüle Luft, die uns zu schaffen macht. Aber was ist das im Vergleich zu dem, was Menschen in anderen Ländern durchmachen müssen?

Darum ist es gut, dass wir herausgefordert werden, im Miteinander zu beten. Ich weiß, es ist manchmal für einige ein bisschen seltsam – vor allem, wenn du neu bist oder zu Gast bist. Auf einmal sollst du mit anderen Leuten beten. Aber was sollen wir anderes sein als Menschen, die mit ihrem Herrn verbunden sind und beten?

Wenn das irgendwie komisch ist, dann ist es gut, dass wir auf diese Art und Weise herausgefordert werden. Denn wenn wir nur eine Gemeinschaft sind, die nach vorne schaut und hört, was Leute dort performen, dann ist es nicht das, was der Leib Christi eigentlich machen soll. Sondern: Wir sind aufgerufen, gemeinsam zu agieren, zu dienen und gemeinsam Gott zu suchen. Amen. Amen.

Ich frage dich: Hörst du mich? Hörst du mich gut? Wer mich hören kann, darf seine Hand heben. Ich sehe: Die allermeisten haben einen intakten Gehörgang. Ich möchte gleich vorwegschicken: Alle hören mich – und doch habe ich eine große Not in mir. Diese ist, dass mich alle hören, aber ich befürchte, dass heute trotzdem nicht alle das hören werden, was wir aus dem Wort Gottes vernehmen.

Ich habe das Bedürfnis, euch zu sagen: Wenn wir heute die Predigt hören, dann lasst uns sie mit Offenheit hören und mit dem Wunsch, auch zu gehorchen – nicht einfach nur die Worte zu vernehmen und dann weiterzuziehen. Denn das ist meine Befürchtung: dass einige heute hören, aber doch nicht hören.

Ich möchte mit euch hier in Emmendingen und in Lahr an letzten Sonntag anknüpfen.

Was haben wir am letzten Sonntag gefeiert? Es war nicht Weihnachten, sondern Pfingsten. An Pfingsten haben wir gemerkt: Gott hat die ganze Welt in Bewegung gesetzt. Ja – er hat den ganzen Kosmos in Bewegung gesetzt hin zu uns, um einen Unterschied zu machen, um uns Heil und Rettung zu bringen und um uns wieder mit ihm zu verbinden – in eine intakte Beziehung mit dem Vater im Himmel.

Und ich möchte einige Verse aus Apostelgeschichte 2 lesen. Zunächst die Verse 22.23.32 und 36 darüber, was Petrus, nachdem der Heilige Geist in Kraft gekommen ist, zu den Zuhörern gepredigt hat:

Verse 22 und 23: „Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, einen Mann, der von Gott euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisst – diesen Mann, der nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes hingegeben worden ist, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht.“

Vers 32. „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wovon wir alle Zeugen sind.“

Vers 36. „Das ganze Haus Israel soll nun zuverlässig erkennen, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“

Wir sehen: Gott hat einen Plan. Und Gott hat das Herzensanliegen, seinen Plan umzusetzen. Und Petrus predigt davon, was Jesus getan hat – was Gott durch Jesus getan hat. Er predigt nicht nur darüber, was mit Jesus passiv passiert ist, was mit ihm gemacht wurde, sondern darüber, was Gott selbst initiiert und in die Wege geleitet hat. Gott selbst ist in Bewegung.

Und wir lesen, dass es Gottes Plan ist, Jesus mit Macht zu zeigen und zu offenbaren. Gottes Plan war es, Jesus in die Hände von Gesetzlosen zu geben, damit sie ihn kreuzigen. Gott hat Jesus in den Tod gegeben. Es ist kein Zufall. Es ist kein natürliches Resultat des Dienstes von Jesus, dass das passierte, sondern es war von langer Hand geplant. Es war Gottes Herzensanliegen, dass das mit diesem Jesus passiert.

Wir sehen auch, dass Gott derjenige ist, der Jesus aus den Toten auferweckt hat. Und Gott hat Jesus zum Herrn, zum König, zum Christus gekürt. Gott hat ihm den Namen gegeben, den wir anrufen sollen, damit wir Rettung finden.

Gott handelt. Gott setzt sich in Bewegung, damit wir mit ihm vereint sein können. Es ist eine Bewegung Gottes. Es ist kein Fragen von Seiten des Menschen: „Gott, könntest du nicht mal … wir wollen.“ Sondern: Gott ist derjenige, der den ersten Schritt tut. Gott geht den Weg da, wo du vielleicht längst noch schläfst –wo du, wenn wir in der biblischen Sprache bleiben, tot in deinen Sünden bist –, da geht Gott schon den Weg auf dich zu, geht er auf die Menschheit zu.

Wir sehen hier einen leidenschaftlichen Gott, der in Bewegung ist auf dich zu. Der nicht lässig auf seinem Thron sitzt und von der Ferne schaut und sich von den Dingen nicht involvieren lassen möchte. Sondern Gott ist jemand, der, wenn er uns sieht, in Bewegung kommt, der zu uns will. Und das hat er in Jesus Christus maximal getan.

Was danach geschah, zeigt uns dramatisch, was das zwingende Resultat der Bewegung Gottes auf uns zu für uns ist. Denn das, was wir am Pfingsten sehen, ist das, was Gott getan hat und was Petrus im Namen Gottes zu den Menschen gepredigt hat – das, was ich gerade kurz zusammengefasst habe.

Aber was geschied daraus? Was resultiert daraus, wenn wir von der gewaltigen, liebevollen Bewegung Gottes hören? Was ist das Resultat?

Wir lesen es in den Versen, Apostelgeschichte 2, Verse 37 bis 47. Wir beginnen mit Vers 37: „Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?“

Petrus hat vor dreitausend und mehr Menschen gepredigt, und sie haben all diese Worte gehört. Und die Leute, die soeben – wenn wir die Predigt von letzter Woche noch ein bisschen im Ohr haben – gespottet haben, sind genau diese Leute. Sie haben über das gespottet, was da gerade passiert ist: dass die Christen, erfüllt mit dem Heiligen Geist, so außerhalb der Norm agieren und Gott groß machen.

Das war komisch für die Leute. Sie haben gespottet. Und auf einmal sind sie diejenigen, die tief betroffen sind. Lesen wir das in dem Vers? Sie sind tief betroffen von der Botschaft Gottes. Sie sind tief betroffen von der Bewegung Gottes, und sie merken in ihrem Herzen: Wenn Gott so in Bewegung ist, dann ist es unmöglich, dass ich einfach nur still bleibe, ruhig bleibe, sitzen bleibe – und dass keine Gegenbewegung von mir kommt, dass es zu keiner Antwort meinerseits kommt auf dieses Handeln Gottes. Sie merken, dass die Liebe Gottes eine Antwort fordert. Sie fordert eine Reaktion von dir und mir.

Ich frage dich: Hörst du? Wenn du hörst, siehst du in deinem Herzen auch diese Bewegung, dieses Ziehen, diese Sehnsucht, dass du sagst: Die Liebe Gottes, die Bewegung Gottes – die macht etwas mit mir. Die lässt mich nicht kalt. Ich nehme das nicht einfach nur zur Kenntnis und gehe meinen Weg weiter so wie bisher. Es ist unmöglich für die Menschen, die das gerade hören, die gerade ihre Stimme erheben zu Petrus und ihn vielleicht auch in seiner Predigt unterbrochen haben – wir wissen es nicht –, es ist unmöglich, dass sie gleichgültig bleiben. Es ist unmöglich, einfach dabei stehen zu bleiben.

Und die Antwort von Petrus bestätigt, dass das eine korrekte und richtige Herzensbewegung ist: nicht, die Worte einfach nur zu hören und dann fallen zu lassen.

Wir lesen weiter in den Versen 38 bis 39. Petrus aber sprach zu ihnen: „Bleibt so wie ihr seid.“ Oh, gläubige Christusgemeinde.

„Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.“

Merken wir gerade: Wer wird hinzurufen? „Gott, unser Herr“. Wer ist noch mal der „Herr“ in Apostelgeschichte 2? „Jesus Christus“. – In der Bibel steht gar nicht, dass Jesus Gott ist. – Wir haben gerade gelesen, dass Petrus predigt, dass Christus zum Herrn gemacht wurde. Und dann sagt Petrus in den darauffolgenden Worten: „Diese Verheißung gilt euch, euren Kindern und auch allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.“ Jesus Christus ist Gott höchstpersönlich, ist der Mensch gewordene Gott, der sich auf uns zubewegt und uns die Liebe Gottes offenbart.

Und Petrus erklärt den Leuten: Das, was ihr in eurem Herzen gerade empfindet, das ist so essentiell und so wichtig. Es ist absolut entscheidend, dass ihr das nicht fallen lasst, sondern die Betroffenheit eures Herzens muss jetzt in etwas münden. Es soll nicht dabei bleiben, dass ihr sagt: Das war eine nette Ansprache. Ich bin irgendwie gerührt von dem, was gesagt wurde.

So viele gehen in Gottesdienste, in christliche Veranstaltungen und sind irgendwie spirituell berührt von dem, was da gesagt wird. Sie spüren auch eine Art Trost in ihrem Herzen, wenn sie diese Worte hören. Sie sind durchaus auch begeistert von der Liebe Gottes, dass er so liebt, dass er sich hingibt und aufopfert für dich und mich.

Oh, das ist eine schöne Rede. Von dieser Liebe bräuchten wir viel mehr in unserer Welt. Aber das ist nicht die angemessene Reaktion. Es ist am Anfang vielleicht ein gutes Gefühl, aber es ist nicht die angemessene Reaktion auf diese Botschaft.

Die Botschaft von Petrus ist: Ihr sollt nicht nur in eurem Herzen berührt sein, sondern: Kehrt um! Tut Buße! Verlasst euren alten Weg, eure alten Gedanken, die Gott nicht gesucht haben, sondern nur euren eigenen Vorteil. Verlasst diese Wege! Diese Wege führen direkt in die Verdammnis, in die Gottesferne, in die Finsternis – dort, wo Gott nicht ist, wo er seinen Segen nicht schenkt. Kehr um von diesen Wegen.

Es ist zu wenig, und es ist auch zu billig, darauf mit ein bisschen „Ich bin gerührt“ zu antworten. Das war nett, Prediger. Ich höre dich nächstens noch einmal, damit ich ein bisschen gerührt bin.

Du sollst nicht von Woche zu Woche zu Woche hören und gerührt sein. Stattdessen braucht es einen Wandel in deinem Leben. Einen Entschluss: Dieser alten Pfade verlasse ich, und ich werde sie nicht noch einmal betreten. Ihr seid von gestern. Ich will euch nicht mehr. Ich hasse euch.

Alles, was mein altes Leben gekennzeichnet hat, führt in die Verdammnis und nicht in die Glückseligkeit, nicht in die Beziehung zu unserem wahren, lebendigen Gott. Verlasse die alten Pfade und tue Buße – das ist die angemessene Reaktion.

Gott hat den ganzen Kosmos in Bewegung gebracht! und er hätte es nicht tun müssen. Es gibt keine äußere Veranlassung, warum Gott so hätte handeln müssen. Er hätte auch einfach sagen können: Zack. Weg. Neue Welt kreieren. Das ist für Gott kein Problem. Aber Gott tut es nicht. – Und doch tut er es.

Wenn du schon länger dabei bist, dann weißt du, warum er es tut: weil er Liebe ist! Nicht weil in uns irgendetwas ist, von dem er sagt: Na ja, sie haben es ja verdient, dass ich das mache. Ich bin jetzt in der Pflicht, in der Schuld, etwas zu wirken. Gar nichts ist er! Er ist nicht verpflichtet, es zu tun! – Aber er will es tun, weil er Liebe ist.

Und er möchte uns Anteil geben an seiner Liebe, damit wir in Beziehung mit ihm sind und damit unser Leben im Einklang mit ihm ist. Dass wir Jesus Christus in dieser und in der nächsten Welt repräsentieren. Dass wir Jesus ähnlicher werden und in unsere Bestimmung hineinkommen, die Gott uns als Menschen gegeben hat.

Wie kann man diese Botschaft hören und einfach nur gerührt an der Stelle sitzen oder stehen bleiben und sagen: Nächste Woche höre ich es noch einmal? Christus kennt keine Sonntagschristen. Christus kennt keine Sonntagschristen, sondern er möchte Nachfolger, die umkehren, Nachfolger, die ehrlich und aufrichtig bekennen: Meine bisherigen Pfade sind falsch. Meine bisherigen Pfade ehren Gott nicht. Gott liebt das nicht.

Meine bisherigen Pfade sind so falsch, dass Jesus Christus sogar dafür am Kreuz den Tod sterben musste, den ich verdient habe. So falsch sind sie. Sie sind nicht nur ein bisschen „nicht okay“, sondern sie sind genau das Gegenteil von dem, was Gott sich wünscht und was Gott liebt.

Und wenn es nötig war, dass Jesus Christus für dich und für mich, für unsere alten Wege, ans Kreuz gehen musste – wie können wir dann noch so tun und sagen: Na ja, ist halb so wild. Ich kann hierin verweilen. Gott ist schon damit einverstanden. Nichts ist er damit! Er hat diese Sünde am Kreuz gerichtet. Er ist nicht damit einverstanden. Kehr um. Kehr um.

Und wenn dies geschieht, soll das nicht nur ein innerer Entschluss sein, den du für dich persönlich in deinem stillen Kämmerlein fasst. Das stille Kämmerlein ist ein wichtiger Ort, wo wir Gott begegnen und wo wir Gott suchen. Aber wir sehen in unserem Text, dass Petrus sagt, Vers 38: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“

Wenn das geschieht – wenn du merkst: ich möchte nicht auf meinem alten Weg bleiben, sondern ich möchte umkehren, ich möchte diesen Change in meinem Leben, Jesus hinterher –, dann soll das in der Taufe münden.

Höre mich gut. Dieser Entschluss wird sichtbar in der Taufe. Dieser Entschluss wird sichtbar, wenn wir ins Wasser gehen und wenn wir aller Welt zeigen: Mein altes Leben ist vorbei! und ich ertränke es im Wasser. Ich will meinem alten Leben sterben, denn Jesus Christus ist für dieses Leben gestorben. Und ich mache mich eins damit und sage: Das Alte soll mich nicht mehr kennzeichnen. Ich lege mich symbolisch in dieses Grab hinein, womit ich sage: „Finito, die Weisheit des alten Waldemars ist vorbei. Die Wege des alten Waldemars sind zu Ende. Das Wertesystem des alten Waldemars gilt nicht mehr. Es ist kein Gesetz mehr in meinem Leben. Ich will das überwinden. Ich will das abtöten. Ich will das kreuzigen. Das soll mein Denken und Handeln nicht mehr prägen. Ich gehe in die Taufe. Ich lass mich in diesem Wasser begraben.

Und da wir als Christusgemeinde voller Gnade sind, lassen wir die Täuflinge nicht im Wasser, sondern in aller Regel holen wir sie auch wieder heraus. Außer du hast ein Problem mit dem Pastor gehabt – dann drückt er vielleicht noch ein bisschen länger.

Und wir stehen aus diesem Wasser auf und bringen damit zum Ausdruck: Wie Jesus den Tod, die Sünde und den Teufel besiegt hat, so wollen wir einsteigen in diesen Sieg. Und wir haben keine Angst mehr vor dem Tod, denn der Tod ist nur der Übergang in die Ewigkeit. Wir sind nicht mehr geknechtet von der Sünde, sondern wir haben Anteil an Jesus Christus. Wir können die Sünde in unserem Leben besiegen. Der Teufel ist nicht mehr unser Boss. Sondern Jesus Christus verbannte ihn aus unserem Leben, damit wir Jesus folgen können. Tod, Sünde und Teufel haben keine Macht mehr über uns. Wir leben ein neues Leben mit diesem Jesus Christus.

Wer sich taufen lässt, so wie Petrus es hier sagt, der verkündet allen: Ich will Vergebung für meine Sünde. Und nicht: Ich will Rechtfertigung oder Legitimation für meinen alten Lebensstil. Ja, ich bin so, weil … Das habe ich getan, weil… Die Umstände sind so, und darum bin ich so, wie ich bin. Nein, ich will Vergebung für meine Schuld. Und darüber hinaus: Ich will unbedingt dieses Geschenk des Heiligen Geistes in meinem Leben. Ich möchte nicht in einer entfernten Beziehung zu Jesus sein. Ich möchte nicht nur beten und hoffen, dass meine Gebete im Himmel ankommen. Sondern Jesus hat gesagt: Ich gehe! und ich lasse euch nicht verwaist zurück. Ich lasse euch nicht vaterlos zurück, sondern ich sende euch einen Begleiter, einen Tröster, der bei euch ist, der mit euch ist. (Johannes 14,26)

Ich möchte in diese herzliche Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, und ich möchte dieses Geschenk des Heiligen Geistes und Gott in meinem Leben willkommen heißen und aus seiner Kraft heraus leben.

In Vers 40 lesen wir, wie Petrus die Menge, die ihm zuhört, auffordert: „Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: ‚Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht.‘“

Im 21. Jahrhundert brauchen wir ein bisschen Kontext für diesen Vers. Was soll das sein, mit diesem verkehrten Geschlecht?

Du kannst auch sagen: aus dieser verkehrten Generation. In der Zeit, in der ihr lebt – das ist wirklich ein verdorbenes Geschlecht. Das hat nichts mit Männlichkeit und Weiblichkeit – und was du dir sonst noch einfallen lassen kannst – zu tun. Es geht um die Generation, um die Zeit, in der wir leben. Wir als Kinder unserer Zeit.

Und genau das, was wir hier lesen, macht Kinder Gottes aus: Kinder Gottes lassen sich retten. Sonntagschristen lassen sich nicht retten. Sonntagschristen hören und lassen die Worte fallen, aber sie lassen sich nicht retten. Sonntagschristen hören die Botschaft, sind aber nicht so sehr bewegt, dass es wirklich zu einer Umkehrbewegung in ihrem Leben kommt. Sie bleiben an der Stelle, wo sie waren. Sonntagschristen hören dieselbe Botschaft, aber sie bleiben im Status quo.

Beachtet die Intensität von Petrus.

Petrus ist nicht entspannt und gechillt und sagt: „Mein Rat an dich ist, dass es anders wird.“ Nein – er legt mit vielen Worten Zeugnis ab. Er haut raus. Er ermahnt sie. Er will sie überreden. Er will sie überzeugen. Er will sie provozieren, damit sie nichts an dem Ort, wo sie sind, stehen bleiben, sondern dass es zu irgendeiner Reaktion kommt.

Es geht sogar so weit, dass es für die biblischen Autoren wichtiger ist, zu zeigen, dass Menschen sich gegen diese Botschaft wenden und weggehen, als dass sie wie Sonntagschristen die Botschaft hören, die Hände in den Schoß legen und gleichgültig bleiben. Nichts kann schlimmer sein als Gleichgültigkeit gegenüber dem Wort Gottes, als Gleichgültigkeit gegenüber dem, was Gott in Jesus Christus getan hat.

Petrus ist intensiv. Er ermahnt sie! und mit vielen Worten legt er Zeugnis ab. Ich befürchte: Petrus wusste, dass die Gesellschaft – damals wie heute – in der Gefahr steht, Sonntagschristen zu produzieren. Also Leute, die versuchen, sich zu arrangieren. Ich höre das, und ich bin auch nicht dagegen, aber das, was mein altes Leben gekennzeichnet hat, das umarme ich trotzdem, und ich versuche, das Beste aus beiden Welten zu verbinden und damit meinen Frieden zu schließen.

Aber wenn Gott mit seiner Welt kommt, dann gibt es nichts Gutes in unserer Welt, was ich da verbinden kann. Es geht darum, das Alte loszulassen, mit freien Händen auf Jesus Christus zuzugehen und ihn komplett zu umfangen, zu umarmen.

Hat Jesus nicht genau das Gleiche für uns getan? Er hat sich komplett für uns hingegeben.

Ich finde es irgendwie krass … Ich weiß, es ist vielleicht etwas zu symbolisch, aber dass Jesus am Kreuz stirbt und seine Arme weit ausgestreckt sind – ich glaube, das das nicht nur ein Resultat einer Foltermethode ist, sondern dass es auch eine starke Bildsprache ist, die Jesus damit an uns richtet. Das seine Arme geöffnet sind. Dass er nicht verschlossen ist. Dass er nichts festgehalten hat. Er war bereit, alles aufzugeben. Er war bereit, arm zu werden, damit wir reich werden können, damit wir aus unserem Mangel herauskommen – aus unserem Liebesmangel, aus unserer Gottlosigkeit – und Gott finden und das Leben im Überfluss, das wir in Christus haben.

Jesus ist gekommen, um Menschen in die Nachfolge zu rufen, die umkehren und sich taufen lassen. Jesus ist nicht gekommen, um leblose Sonntagschristen zu produzieren. Jesus ist nicht gekommen, um leblose Sonntagschristen zu produzieren.

Lass uns nun in Vers 41 lesen, was die Reaktion vieler war, die das gehört haben: „Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurde an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.“

Jesus will keinen Sonntagsglauben.

Jesus will nicht, dass du dich damit zufriedengibst, deinem moralischen Katalog ein paar religiöse Gedanken hinzuzutun – und Jesus ist auch noch mit dabei.

Jesus ist König! Jesus ist Herr! Ich verspreche dir: Man merkt es, ob Jesus Christus Herr und König in einem Leben ist. Du wirst es merken.

Wir sehen hier allein in diesen Versen: Es ist kein Sonntagsglaube, den Jesus nach Pfingsten installiert hat. Er möchte, dass wir Herzensgetroffene sind, dass wir vom Herzen berührt sind, dass das Wort uns durchdringt. Wie heißt es hier? Da sind Menschen, die das Wort aufnehmen. Die das Wort nicht nur hören und einfach abprallen lassen, sondern aufnehmen. Das sind Menschen, die Buße tun, die gehorsam sind und die in die Taufe gehen. Sie wollen sich von ihren Sünden lossprechen. Sie möchten Vergebung. Und sie wollen die Erfüllung mit dem Heiligen Geist in ihrem Leben willkommen heißen. Solche Christen will Jesus.

Ich frage dich: Was sind wir für Christen? Sind wir solche Christen, die das Wort aufnehmen, die vom Herzen tief berührt sind, die bereit sind, Sünde fallen zu lassen, die bereit sind, in die Vergebung zu gehen, sich mit dem Heiligen Geist erfüllen zu lassen und auch die Taufe nicht verweigern?

Es ist wirklich ein Dilemma, wie man die biblische Botschaft hören kann. Und ich verstehe das aus biographischer Hinsicht schon bei einigen. Aber es ist für mich immer wieder eine Überraschung, wie Menschen in der Lage sein können, die biblische Botschaft zu hören und das zu nehmen, wovon sie denken, das es für sie gilt, aber dann bei der Taufe stehen bleiben.

Das ist etwas, wo ich irgendwie … Kennt ihr das bei Computerspielen, wenn es einen Fehler gibt, dass die Figuren dann immer wie gegen eine Wand rennen, obwohl da gar keine Wand ist? Jeder weiß: Das Spiel ist eigenartig. Der „Bot“, der da gerade agiert, den muss man neu programmieren. Der hat irgendwie nicht durchschaut, dass da keine Wand ist. – Geh doch einfach weiter.

Einige Menschen reagieren, wenn sie die Botschaft von Jesus hören, so, dass sie sagen: „Ja, ich will seine Liebe, ich will seine Vergebung, ich will ihm folgen – aber nur bis hierhin. In die Taufe gehe ich nicht.“

Ich verstehe, dass einige aus biographischen Gründen eine Not haben, sich für die Taufe zu entscheiden. Aber unsere biographischen Gründe können nicht der Grund sein, wenn wir erkennen, dass Jesus Christus alles gegeben hat, um uns zu lieben, um uns zu begegnen.

Ich möchte dich anflehen – so wie Petrus – und ermahnen. Mit vielen Worten will ich Zeugnis ablegen. Diese Widerstände sollen im Namen Jesu überwunden werden.

Wenn wir nicht bereit sind, uns in der Taufe zu Jesus zu bekennen, dann spricht das Bände über unseren Herzenszustand, weil es zum Ausdruck bringt, dass du dir Dinge aus der biblischen Botschaft wählst, die passbar und annehmbar sind für dich. Aber das ist nicht die Herzenshaltung eines Jüngers Jesu. Der Jünger Jesu, hört die Worte, und er möchte sie mit Gottes Hilfe auch in die Tat umsetzen und Jesus gehorchen – egal wohin es geht.

Für einige wird sich taufen zu lassen bedeuten, dass sie Anfeindungen bekommen in der Familie. Dass die Herkunftsfamilie ihnen sagt: „Du bist doch balla balla. Du hast doch nicht mehr alle Latten am Zaun. Du hast keine Tassen mehr im Schrank – und wie wir wissen: Und der Schrank ist auch schon weg.“

Das wird es bedeuten.

Für einige wird es bedeuten, einen Preis dafür zu bezahlen, sich öffentlich zu Jesus zu bekennen und sich mit Haut und Haar nass machen zu lassen in diesem Wasser, um zu bekennen: So sehr wie das Wasser mich umschließt, so sehr soll die Gnade Gottes mich umschließen, und ich gehöre ihm.

Es wird einen Preis fordern von einigen. Und du denkst vielleicht: Der Preis ist mir zu hoch. Nein – das ist genau der Preis, den Gott von dir fordert. Immer wenn du denkst: Ich bin in der Nachfolge, und dies oder jenes wird einen Preis von mir fordern – that’s it.

Der Heilige Geist zeigt dir, welchen Preis wir für die Nachfolge bezahlen müssen. Das ist genau das, wo Gott dich hineinmanövriert. Und er steht nicht an der Seitenlinie und schaut: Na, wir werden mal sehen, ob du das hinbekommst. Mal schauen, ob du das überwindest.

Gott ist mit uns. Er hilft uns. Meine Lieben, er belohnt. Er belohnt diejenigen, die glauben. Er belohnt diejenigen, die gehorsam sind. Und er wird dir viel mehr geben als das, was du vermeintlich verlieren würdest.

Gott ist in der Lage, uns aus seiner Schatzkammern viel mehr zu geben als das, was wir hier auf der Erde verlieren können. Wenn es uns etwas kostet, dann ist das der Ruf Gottes. Der Ruf Gottes ist es: Geh genau diesen Weg. Er kostet dich etwas? – ganz genau.

Du sollst lernen, dein Leben Stück um Stück aufzugeben, dir selbst zu sterben – deine Ambitionen, deine Ziele, deine Wünsche. Sterbe ihnen und finde Erfüllung in mir. Denn dahinter steht nicht der Tod, sondern wahres, echtes Leben.

Du suchst die Annahme weiterhin bei den Menschen, wenn du nicht bereit bist, den Preis deiner Nachfolge zu zahlen. Aber wenn du bereit bist, diese Annahme für nichts zu erklären, dann wirst du Annahme bei Gott bekommen, die du mit Geld nicht zahlen kannst und die nicht nur für dieses Leben da ist.

Die Annahme von Menschen – auch von unseren Familienmitgliedern, so wichtig sie auch sind in unserem Leben, von meinen Eltern, von meinen Kindern oder von wem auch immer – ist nur eine Annahme für dieses Leben.

Aber ich möchte eine Annahme, die weit über dieses Leben hinausreicht. Ich möchte angenommen sein hier und in alle Ewigkeit. Und das kann mir kein Mensch geben. Das können mir meine Eltern nicht geben. Das kann mir mein Ehepartner nicht geben – so sehr wir unsere Ehepartner lieben und schätzen. Amen. – Na, das war ein bisschen schwach –. Auch unsere Kinder nicht, die uns dann verspotten werden.

Leute, wir haben gelesen, dass das Wirken des Heiligen Geistes genau das hervorruft: Sie werden spotten. „Die sind jetzt bekloppt geworden. Die haben nicht mehr alle Latten am Zaun. Der Schrank ist weg.“ Jawohl.

Dieser Schrank auf Erden ist weg. Aber bei Jesus im Himmelreich wird es neues Mobiliar geben. Hallelujah. Pastor Nathanael ist am Start.

So, wir müssen ein bisschen weiterkommen.

Schaut, einigen haben damit zu kämpfen: Ist die Taufe wirklich mein Schritt? Einige gehen diesen Schritt und sagen: Natürlich ist das mein Schritt. Das ist das, was Gott von mir fordert.

Aber das predigt uns der Text nicht allein. Der Text sagt uns etwas, das einige vergessen haben. Es bleibt nicht bei einer dramatischen Lebenswende, die für alle sichtbar bleibt. Die Christen werden nämlich der Kirche oder der Gemeinde von Jesus hinzugetan.

Habt ihr es in Vers 41 gelesen? „Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.“

Und das ist bei einigen leider abhanden gekommen.

Dort, wo Kirche oder Gemeinde existierte, wurden die Menschen auch eingebunden, und sie entschieden sich dazu, sich offiziell der Gemeinde anzuschließen.

Aber einige leben so: Ich mache meine Entscheidung in der Taufe für Jesus, aber dann bin ich doch auf mich alleine gestellt und mache mein eigenes Ding. Aber das ist nicht das, was der Text uns predigt. Menschen werden getauft – und ich sage es immer so: Sie werden nicht ins Nirvana getauft, sondern in die Gemeinde von Jesus. Sie werden Teil des Leibes Jesu vor Ort. Sie sind nicht solo unterwegs, sondern sie wissen um Geschwister, die mit ihnen verbunden sind.

Meine Lieben, dieser Anschluss an eine Gemeinschaft war so essentiell für die Christen zu Pfingsten. Das war so eine heiße Sache, dass sich einige sogar davor scheuten, den Schritt zu tun.

In Apostelgeschichte 5, Verse 13 und 14 heißt es: „Von den Übrigen aber wagte keiner, sich ihnen anzuschließen, doch das Volk rühmte sie. Aber umso mehr wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen.“

Sehen wir, was hier passiert? Es gibt schon einen großen Respekt für die Christen, aber die Leute wussten: Wenn ich dabei bin, dann bin ich richtig dabei. Dann werde ich dieser Gemeinschaft hinzugetan. Ich bin nicht mehr nur derjenige, der sagt: Ich bin ein Fan von der Seitenlinie. Ich lobe, was die Christen machen, was sie in unserer Stadt, in unserer Region kultivieren. Stattdessen: Wenn ich zum Glauben an Jesus komme, dann werde ich getauft – und ich bin dann connectet, ich bin dann in einer verbindlichen Rolle zu dieser Gemeinschaft.

Und das wird hier mit dem Wort beschrieben: Viele trauten sich nicht oder wagten nicht, sich ihnen anzuschließen.

Was bedeutet es, sich anzuschließen? Es geht nicht um Sonntagschristentum.

Das Wort, was hier im Griechischen verwendet wird, bedeutet so viel wie kleben, aneinander kleben, verbinden, festfügen, zementieren, zusammenfügen, bauen, sich eng anschließen, sich an jemanden hängen, mit jemandem eng verbunden sein. Wenn du zementiert bist, dann merkst du, dass du zementiert bist. Wenn du aneinander geklebt bist, dann merkst du, dass da Klebstoff ist. Wir gehören jetzt zusammen. Wir sind jetzt miteinander verbunden.

Es ist nicht einfach irgendein Club von Interessierten, der sich trifft, um zu einem Fußballspiel zu gehen, und du sagst: Das sind auch alles Fußballinteressierte.

Nein, wir sind eine feste Gemeinschaft. Und ich entscheide mich dazu, auch Teil dieser Gemeinschaft zu werden – mich festzumachen.

Ich möchte mit euch 1. Korinther 6, Verse 16 und 17 lesen – anderer Kontext, derselbe Begriff –, damit wir ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, festzementiert zu sein: „Oder wisst ihr nicht, dass, wer der Hure anhängt – oder sich mit ihr verbindet, sich an ihr klebt oder sich ihr anschließt –, ein Leib mit ihr ist? Denn es werden, heißt es, die zwei ein Fleisch sein. Wer aber dem Herrn anhängt – anklebt –, ist ein Geist mit ihm.“

Die Bibelkenner unter uns wissen: Moment mal, das ist die Sprache aus der Ehe. Mann und Frau werden einander anhängen, festgeklebt zueinander, so eng, dass sie ein Fleisch sind, dass sie nicht mehr zwei sind, sondern eins. (1. Mose 2,24)

Es bedeutet – und ich bin überzeugt, dass das in unserem Text nicht zufällig passiert –, wir sind, wenn wir uns taufen lassen, nicht mehr solo unterwegs, sondern wir sind ein Leib. Es gibt signifikante Unterschiede zwischen der Gemeinschaft von Mann und Frau und innerhalb der Gemeinde – da sind wir uns einig –, aber jeder weiß: Es ist eine feste Gemeinschaft, zu der ich dazugehöre, wovon ich ein Teil bin. Wir sind festzementiert und gehören zueinander, sorgen uns umeinander, pflegen einander, sind füreinander da. Doch nicht jeder, der heute hier sitzt, ist in dieser Art und Weise festzementiert in der Christusgemeinde.

Ich möchte, dass du dir darüber Gedanken machst. Es ist wichtig.

Einige sind hier, weil sie gehört haben, dass hier Vers-für-Vers-Predigten gepredigt werden und sie bekommen hier Schwarzbrot. Schön, dass du da bist. Wir freuen uns. Preis den Herrn dafür. Aber das ist erst der Anfang.

Gottes Wort möchte uns lehren: Wenn du an Jesus glaubst, dann zeigst du das der Öffentlichkeit, und du wirst auch im öffentlichen Raum wahrnehmbar als Mitglied in diesem Leib und bist Teil einer Gemeinde. Du bist nicht einfach lose unterwegs.

Ich weiß es ist offensive (angreifend), aber Christen, die auf Dauer keiner Gemeinde angeschlossen sind, leben im Ungehorsam. Das ist nicht gesund. Das ist nicht gut. Das ist auch nicht der Plan Gottes.

Das Schöne ist: Wenn der Herr so etwas aufdeckt, dann dürfen wir was tun? Hören wir Jünger hören und entsprechend danach handeln, damit wir nicht so bleiben, sondern diesen festen Entschluss umsetzen: Ich möchte Teil dieser Gemeinschaft sein, und ich möchte es festmachen. Ich bin kein Gast im Hause Gottes. Ich bin kein Besucher in der Kirche Jesu, sondern ich bin Teil des Leibes. Ich bin ein Glied an diesem Leib. Ich frage dich: Hast du diesen Entschluss schon für dich gefaßt?

Und dabei geht es mir nicht darum, dass einige uns besuchen und überlegen: Ist das meine Gemeinde? Ich werde mir auch noch andere Gemeinden anschauen. Mir geht es nicht allein um die Christusgemeinde in Emmendingen und in Lahr. Darum geht es mir nicht. Es muss eine christliche Gemeinde sein.

Aber es darf sich an dieser Stelle nicht die Frage stellen: Ist es Gottes Wille, dass Christen verbindlich in einer Gemeinde verbunden sind? Diese Frage müssen wir für uns persönlich beantworten können.

Es ist nicht einfach nur eine Vereinszugehörigkeit, sondern ein Entschluss mit Tragweite. Lass uns die Verse 42 und 43 lesen.

Heute ist es hart, nicht war? Es ist super heiß. Aber der Text ist heißer. Amen. Ihr seid zögerlich hier.

Verse 42 und 43: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.“

Hier sehen wir, was echte Christen von Sonntagschristen unterscheidet. Das ist das direkte Resultat der Menschen hier. Zeig bitte noch einmal den Vers 42. Es heißt: Sie verharrten aber in … Dann werden Dinge aufgezählt, die neue Gläubige, neue Christen gekennzeichnet haben, als sie den Entschluss fassten: Ich will Christ sein, ich will Jesus gehören, ich will mich taufen lassen, ich will Teil der Gemeinde sein. Das ist das, was neue Christen kennzeichnet.

Es heißt, dass diese neuen Gläubigen verharrten. Und dieser Aspekt ist mir jetzt sehr, sehr zentral und wesentlich in dieser Predigt. Christen verharren. Was bedeutet das? Sie bestehen hartnäckig auf etwas. Da gibt es etwas in diesen Christen, was nicht einfach eine Option ist, sondern sie sagen: Das ist jetzt essentiell für mein Leben, und ich setze alles daran, um diese Dinge in Erfüllung zu sehen – in meinem persönlichen Leben. Sie sind nicht einfach für irgendwen, sondern sie sind für mich. Es sind Christen, die eine neue Sehnsucht haben, eine neue Leidenschaft. Dinge, die bisher nicht kultiviert wurden, werden jetzt peu à peu, Schritt für Schritt, in meinem Leben entwickelt.

Und wir sehen hier, dass es gewisse Dinge sind, die kultiviert werden. Und zwar, dass sie zusammen Zeit verbringen. Sie sind nicht allein, und am Sonntag dippen sie herein und sagen: „Hallo, ich bin auch noch da.“ Sie haben Zeit miteinander, sie pflegen Gemeinschaft. Das heißt: Sie essen gemeinsam.

Einige gehen so weit und sagen: Dieser Text spricht davon, dass man gemeinsam das Abendmahl zum Beispiel in den Häusern gefeiert hat, um die christliche Gemeinschaft zu betonen. Sei‘s drum, ob es jetzt normale Mahlzeiten waren oder ob sie das Abendmahl feierten – du sitzt miteinander zu Tisch und pflegst kontinuierlich Zeit mit anderen.

Man hört gemeinsam Gottes Wort. Man kultiviert es, im Wort zu baden, darin zu leben und sich darin gegenseitig zu stärken und zu unterstützen. Und man betet miteinander. Man ist nicht einfach nur ein Sonntagschrist und hört anderen beim Beten zu. Denn das Gebet des Pastors reicht nicht aus. Wir alle sind gefragt, füreinander einzutreten und zu beten und auf diese Weise einander zu dienen.

Ich möchte sehr dafür werben: Wenn du hört, dass jemand in Not ist, sag ihm nicht: „Ich werde für dich beten.“ Meine Einschätzung ist: zu 85% bis 90% passiert das auch nicht – sondern bete sofort.

Ich höre deine Not, ich lege meine Hand auf dich als Zeichen der Verbundenheit und bitte Gott, dass er dieses Gebet erhört und dich segnet.

Betet miteinander. Betet miteinander. Das ist das, was uns auszeichnet. Das ist das, was uns kennzeichnet, und das ist das, was der Bibeltext zum Ausdruck bringt.

Das macht Christen aus, dass sie diese Dinge in ihrem Alltag von nun an priorisieren – Dinge, die starken Einfluss auf ihr Leben haben sollen: Zeit miteinander verbringen, gemeinsam essen, gemeinsam in der Bibel lesen, miteinander beten? Und auch das sehen wir: gemeinsam dieselbe anbetende Ehrfurcht gegenüber Gott teilen. Diese anbetende Ehrfurcht wird von diesen Gläubigen geteilt.

Achtet darauf, dass es in unserem Text heißt: Sie verharrten – oder sie blieben beständig.

Es heißt nicht, sie wurden gezwungen, etwas zu tun. Sie wurden dazu gezwungen, beständig in diesen Dingen zu bleiben. Es wurde ihnen angeordnet, in diesen Dingen zu verharren. Nein, wir sehen hier eine Eigenmotivation. Sie verharren. Sie tun das. Sie wollen das.

Und ich habe manchmal das Gefühl – und darum habe ich gesagt –, ich habe die Befürchtung, dass ich gehört werde, aber dass die Worte Gottes heute doch nicht gehört werden.

Wir Pastoren, die Hirten der Gemeinde, haben manchmal einen harten Job, um Menschen – Christen – davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, die Basics des christlichen Glaubens in ihrem Leben umzusetzen. Das ist ein großes Elend, oder Nathanael?

Es ist ist äußerst wichtig, dass wir das gemeinsam hören. Es ist ein großes Elend unseres Dienstes, dass wir mit Christen konfrontiert sind und ihnen mühselig – manchmal sind es jahrelange Christen – erklären müssen, wie zentral und wichtig es ist, die Gemeinschaft, das gemeinsame Beten, das gemeinsame  Bibelstudieren in Kleingruppen, in Hauskreisen – wir nennen es DNA-Gruppen – zu kultivieren.

Viele scheinen an dieser Stelle resistent zu sein. Sie denken: Ich kann mein Ding allein durchziehen. Aber das christliche Projekt ist kein Soloprojekt, sondern geht in die Jüngerschaft.

Jesus hat Leute zu sich versammelt und hat Gemeinschaft mit ihnen gehabt. Ich frage dich: Wo findet das in deinem Leben statt? Siehst du diese heilige Motivation in deinem Leben? Das waren Menschen, die gerade frisch zum Glauben gekommen sind, und sie wussten: Es muss heilige Prioritäten in meinem Leben geben. Ich muss sicherstellen, dass diese Dinge Einfluss auf mein Leben haben.

Und ich spreche heute vielfach zu Christen.

Lasst uns gemeinsam fragen: Inwiefern gleicht unser Leben dem dieser Christen, die Feuer hatten und eine Beziehung zu ihrem Gott – oder dem eines Sonntagschristen?

Ein Sonntagschrist verharrt nicht in diesen Dingen. Ein Sonntagschrist ist diesen Dingen gegenüber gleichgültig. Er sagt: „Das kann ich mir schenken. Das brauche ich nicht. Ja, ich bin mit Gott verbunden. Ich spreche meine Gebete. Ich besuche auch den Gottesdienst. Aber diese Dinge sind nicht essentiell für mich. Ich bin gleichgültig dem gegenüber. Das können andere tun. Das lasse ich die anderen machen. Aber ich selbst kultiviere das nicht in meinem Leben.

Sonntagschristen setzen diese heiligen Prinzipien, diese Prioritäten nicht in ihrem Leben um. Sonntagschristen leben ihren Glauben isoliert.

Und lasst es mich ganz deutlich sagen: Sonntagschristen denken zu hoch von sich selbst. Jemand, der diese Dinge nicht kultiviert, denkt zu hoch von sich selbst.

Mir ist leider die Zeit davongelaufen, aber ich würde gerne noch mit euch in Römer 12 hineingehen.

Na ja …

Maja hat auch Ja gesagt. Maja, wenn du es sagst, dann mache ich’s. Wir lesen es kurz, und dann kommen wir gleich zum Schluss.

Römer 12 ab Vers 2: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Ein Christ will im Willen Gottes leben. Ein Christ will nicht so sein wie die Welt. Und ein Christ will das Gute, das Wohlgefällige und Vollkommen.

Schön ist, dass Paulus uns nicht Rätsel raten lässt, was das ist.

Er geht weiter, Vers 3 bis 6: „Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen ist, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.“ Denn jeder hat Glauben empfangen. „Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben – Charismen, geistgewirkte Befähigungen – nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen.“

Und dann werden einige Dinge aufgezählt, die man einander tun soll.

Was Paulus damit sagen möchte: Wenn du nicht so leben willst wie die Welt, dann wirst du erkennen: Ich bin angewiesen auf andere, und Gott hat mir ein Maß an Glauben zugewiesen. Das soll ich nicht einfach für mich behalten. Ich bin dazu berufen, andere zu segnen. Ich bin dazu berufen, anderen zu dienen. Ich bin dazu berufen, dass andere mir dienen. Ich bin dazu berufen, ein Teil des Leibes zu sein. Das ist das, was die Welt nicht hat. Die Welt ist nicht angeschlossen an den Leib Jesu Christi.

Aber wenn du nicht zur Welt gehörst, sondern zu Jesus Christus, dann frage ich dich: Warum fällt es Christen so schwer zu sagen: Ich will Teil dieses Leibes sein? Ganz klar, ganz offiziell, damit jeder es weiß und nicht rätselt: Bin ich ein Sonntagschrist oder bin ich connected und setze heilige Prioritäten in meinem Leben?

Wer das nicht tut, läuft Gefahr, zu hoch von sich selbst zu denken, weil er denkt: Mit dem Maß Glauben, das ich bekommen habe, komme ich selbst durch die Welt.

Kommst du nicht. Das ist nicht die Idee von Jesus Christus. Er möchte, dass wir miteinander in den Riss treten, dass wir den Platz ausfüllen, den nur wir in der Gemeinschaft ausfüllen sollen, damit der Mangel ausgefüllt wird von denen, die anders begabt und begnadet sind als ich selbst.

So, ich muss jetzt wirklich weiterkommen, ansonsten werden wir hier noch bis morgen sitzen.

Also, wir sehen hier – wir kommen gleich zu den letzten Versen aus der Apostelgeschichte, aber die werden nur kurz sein – eine Verheißung für euch, für eure Kinder und für alle, die der Herr noch rufen wird.

Wir sehen hier, dass geisterfüllte Christen Menschen sind, die dazu befähigt wurden, von sich selbst wegzuschauen hin zu den anderen – anderen zu dienen, im Miteinander zu sein, nicht auf sich alleine zu schauen.

Und damit reflektieren wir das Wesen Jesu. Auch er hat nicht nur auf seinen Bauchnabel geschaut, immerzu auf sich geschaut, sondern er hat anderen gedient und connected und Gemeinschaft gesucht.

Wir lesen weiter in Apostelgeschichte 2, die Verse 44 bis 47: „Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle – merkt ihr? Alle. Nicht mehr ich, ich, ich – je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie – oder sie blieben beständig – einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzen, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet wurden.“

Schon wieder dieses Verharren. Das ist etwas, das Sonntagschristen nicht tun. Aber Kinder Gottes tun es. Sie verharren, sie setzen diese heiligen Prioritäten. Und wir sehen, dass dieses Verharren einen unwiderstehlichen Effekt hat.

Wer diese Prioritäten setzt, stellt sicher, dass andere gesegnet werden. Und sehen wir in unserem Text, wer dann in Aktion tritt: „Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet wurden.“

Gott nutzt uns als seine Werkzeuge. Indem wir diese Dinge kultivieren und priorisieren, benutzt er genau diese Dinge, um Menschen in sein Reich zu manövrieren. Wenn wir diese Dinge kultivieren, liebe Christusgemeinde, dann nehmen wir Anteil an dem Werk Gottes. Dann werden wir zu Werkzeugen in seiner Hand.

Was so ganz unspektakulär wirkt, ist genau die Weise, die Gott gebraucht, um dadurch Menschen in sein Reich zu ziehen und zu reifen Christen zu machen – damit sie wiederum zu Werkzeugen in seiner Hand werden.

Aber wenn du dich entscheidest, ein Sonntagschristendasein zu führen, wirst du in deinem Leben kein Werkzeug Gottes sein – in dieser Art und Weise. In diesen Genuss wirst du nicht kommen. Du wirst etwas wirken, aber du wirst nicht die Gemeinde Jesu bauen, zu der Jesus sich entschlossen hat, sie zu bauen.

Und ich denke, als Christ sollte eine Sehnsucht in uns sein, das zu bauen, was Christus bauen will. Ich möchte nichts neben dem bauen, was er baut. Herr, ich will sehen, was du wirkst. Und indem ich diese simplen Dinge in meinem Leben priorisiere, bin ich anders als diese Welt. Ich bin in diesem Leib installiert. Ich bin ein Teil der Gemeinschaft des Herrn? Und dadurch wirkt der Herr und wird andere hinzuziehen, erretten und in diese Gemeinschaft hineinbringen, sodass auch sie sagen: Der Herr ist mein Herr, und seine Kinder sind meine Geschwister. Wir gehören zusammen, und wir erfüllen die Mission von Jesus Christus.

Wenn wir gleich anbeten werden, dann bewege doch in der Anbetung in deinem Herzen, wovon der Heilige Geist dich heute überführt hat.

Ich habe am Anfang die Frage gestellt: Wer hört?

Wer hört? Wir haben alle gehört. Und es betrübt mich jetzt schon zu wissen, dass einige nicht hören werden. Sei du nicht derjenige, der diese gewichtigen Worte, die Jesus in der Geburtsstunde seiner Kirche an uns gerichtet hat, einfach fallen lässt und sagt: „Das ist für andere.“

Lass uns diejenigen sein, die umkehren. Einige haben es bitter nötig, umzukehren. Lasst uns diejenigen sein, die gehorsam sind und in die Taufe hineingehen. Einige haben es nötig, sich taufen zu lassen. Lass uns diejenigen sein, die sagen: Die Gemeinde Jesu ist kein Verein, sondern das Werk Gottes.

Werde Teil dieser Gemeinde. Schließ dich ihr an. Lasst uns diejenigen sein, die heilige Prioritäten in ihrem Leben setzen und nicht zu hoch von sich selbst denken – denken, dass wir das nicht bräuchten.

Lasst uns die Gebetszeit, in der wir den Herrn anbeten, auch dazu nutzen um zu sagen: „Herr, dort, wo ich deine Prioritäten nicht gesetzt habe, kehre ich um. Verzeih mir und gebrauche mich. Verändere mich. Ich möchte das tun, was ein Jünger tut. Amen.

 

Bibelstellen:

Apostelgeschichte 2, 37–47; Apostelgeschichte 2, 22.23.32.36; Johannes 14,26; Apostelgeschichte 5,13.14; 1. Korinther 6,16.17; 1. Mose 2,24; Römer 12,2–6